Mercedes will mit der neuen A-Klasse die Jugend in Amerika und China gewinnen

Schwaben-Raubzug: die neue Mercedes A-Klasse

Mercedes will mit der neuen A-Klasse eine Eroberungsrate von 50 Prozent erreichen – eine Kampfansage an BMW und Audi. Und die Schwaben haben die globalisierte Jugend in Amerika und China im Visier

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Genf, 6. März 2012 – Was haben Benedikt Höwedes und Mario Götze gemeinsam? Sie sind Profifußballer und sie sind jung, sehr jung. Der Schalker Verteidiger Höwedes ist 24 Jahre alt, Dortmunds Mittelfeldmann Götze 21. Zusammengerechnet bringen es die beiden talentierten Balltreter auf ein Lebensalter von 45 Jahren. Was noch immer ziemlich jugendlich ist im Vergleich zum tatsächlichen Durchschnittsalter des typischen Europäers, die sich für einen Neuwagen mit dem Stern entscheidet: Er ist 55 Jahre alt.

Frischer Sportsgeist

Höwedes und Götze sind nicht nur Vereinskicker, sondern Teil der deutschen Nationalmannschaft, deren Sponsor Mercedes seit Jahren ist. So stehen die beiden neben Mercedes-Boss Dieter Zetsche auf der Bühne in Genf vor drei Exemplaren der neuen A-Klasse, mit denen Mercedes wenn nicht die Welt, so doch zumindest die eigene Marke revolutionieren will. Die Kicker – sie sind Galionsfiguren, Symbole für eine Zukunft, die Mercedes mit der neuen A-Klasse einläuten will. Rund um die Nationalmannschaft, die sich im Frühsommer Hoffnungen auf den EM-Titel macht, hat die Marke einige Kampagnen platziert.

Zetsche hat an diesem Montagabend, dem Tag, bevor die Messe eröffnet, längst die wichtigsten Features heruntergebetet. Ausstattung und Sicherheit sind natürlich wichtig. Leistung und Drehmoment: 109 bis 170 PS leisten die Diesel, 115 bis 211 PS die Benziner. Bevor sich AMG den Wagen schnappt und dann mindestens 100 Pferdestärken draufpacken wird, um im Wettbewerb mit Audi und BMW nicht als Schwächling dazustehen. Und weil das zwei angetriebene Fronträder chronisch überfordert, hat Mercedes auch den Allradantrieb angekündigt.

Aber eigentlich geht es um etwas ganz anderes bei diesem neuen Auto, dass sich mit der B-Klasse die gemeinsame Plattform teilt und künftig in weiteren Varianten neben dem Fünftürer zu haben sein wird. Es geht um Optik. "Wir wollen mit der A-Klasse junge Kunden ansprechen", sagt Vertriebsvorstand Dr. Joachim Schmidt und räumt ein: "Das sind Kunden, die wir in diesem Segment bislang gar nicht haben." Ein paar Meter posiert Mario Götze inzwischen vor dem silberlackierten neuen Modell, was als Bild durchaus stimmig ist. Man stelle sich den Dortmunder vor einem Exemplar der ersten A-Klasse-Generation vor, am besten dunkelgrün lackiert und generell hochbeinig. Ein sehr schräges Bild: Jungdynamiker vor Opaauto.