Shell plant Ladenetz in Großbritannien und den Niederlanden

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell will in diesem Jahr mit dem Aufbau von Ladestationen für Elektroautos starten. Zunächst will das Unternehmen an Tankstellen in Großbritannien und den Niederlanden Stromzapfsäulen installieren

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(Bild: Shell / Oliver Reck)

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  • dpa

Shell rechnet damit, dass der Übergang von Verbrennungsmotoren zu Elektroantrieben Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Trotzdem will man gerüstet sein.

(Bild: Shell / Oliver Reck)

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell will in diesem Jahr mit dem Aufbau von Ladestationen für Elektroautos starten. Zunächst will das Unternehmen an Tankstellen in Großbritannien und den Niederlanden Stromzapfsäulen installieren, wie der für Raffinerie und Vertrieb zuständige Manager John Abbott der Financial Times (Ausgabe vom 30. Januar 2017) sagte. Es könnten noch weitere Länder folgen. Abbott rechnet mit der größten Nachfrage nach E-Ladestationen in städtischen Gegenden. Die Ausstattung von Tankstellen in Großbritannien werde „ziemlich bald“ beginnen. Wie viele Stationen Shell aufrüsten will, wollte er noch nicht sagen.

Die Elektromobilität gilt als große Gefahr für die Ölkonzerne, weil der Autoverkehr einer der größten Verbraucher fossiler Brennstoffe ist. Abbott geht jedoch davon aus, dass der Übergang von Verbrennungsmotoren zu Elektroantrieben Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Der Vertriebschef wittert ein zusätzliches Geschäft: Wenn die Kunden beim Laden ihrer Autos warteten, würden sie einen Kaffee oder etwas zu Essen wollen. Bisher dauern Ladevorgänge bei entsprechender Reichweite der Autos noch deutlich länger als das herkömmliche Tanken.

Das Fehlen von Ladestationen gilt neben geringerer Reichweite und höheren Preisen als ein Hemmschuh für den Durchbruch von E-Autos. In Deutschland ist das Interesse nach der Antriebstechnik noch verhalten. Die Kaufprämie für Fahrzeuge mit E-Antrieb beantragten im vergangenen Jahr nur wenige Autokäufer. Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach rechnet auch weltweit erst ab dem Jahr 2020 mit einem deutlich anziehenden Markt für die Elektroautos.

Auch europäische Konkurrenten von Shell wollen mehr Stromladestationen anbieten, unter anderem der französische Ölkonzern Total. In Deutschland planen derzeit die Autohersteller Daimler, VW, BMW und Ford gemeinsam den Aufbau von Tausenden Ladesäulen entlang der Autobahnen in den kommenden Jahren.