Preisfrage

Skoda Citigo iV und Superb iV

Nun darf auch die Volkswagenmarke Skoda in das Geschäft mit elektrifizierten Antriebssträngen einsteigen, die Produktion des rein elektrischen Skoda Citigo iV und des Superb iV ist angelaufen. Sie werden nicht lang allein bleiben

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  • Martin Franz
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Wer bei Skoda bisher eine Alternative zum Verbrennen von Benzin und Diesel suchte, konnte nur auf Erdgas ausweichen. Nun darf auch diese Volkswagenmarke in das Geschäft mit elektrifizierten Antriebssträngen einsteigen, die Produktion des rein elektrischen Skoda Citigo iV und des Superb iV ist angelaufen. Sie werden nicht lang allein bleiben, denn der für Skoda so wichtige Octavia und die ebenfalls sehr stark nachgefragten SUV werden zügig ebenfalls eine Stromunterstützung bekommen. Nur im Fabia (Test) werden Kunden darauf noch länger warten müssen.

Speichererweiterung

So sympathisch die Idee des VW e-Up (Test) auch war, ein Bestseller wurde er nicht. Volkswagen versucht es nun mit einer Verbreiterung des Angebots und stattet auch die Kleinstwagen von Seat und Skoda mit einem elektrischen Antriebsstrang aus. Nach gut sechs Jahren im VW e-Up war die Speicherabteilung renovierungsbedürftig. Auf kurzen Strecken mögen die 160 km, die VW bisher angab, ausreichend sein. Doch der Markt fordert offenbar mehr und so steigt die Batteriekapazität auf eine Nettokapazität von 32,3 kWh. Brutto sind es 36,8 kWh. Das soll, so verspricht es Skoda, für 225 bis 274 km reichen.

Der E-Motor leistet 1 kW mehr als bisher, insgesamt sind es nun 61. Beim maximalen Drehmoment ist er ohnehin ungeschlagen: 212 Nm bietet nicht einmal ein VW Up GTI. Die Fahrleistungen sind mit 12,3 Sekunden im Standardsprint und 130 km/h Höchstgeschwindigkeit sicher nichts, womit man am Stammtisch prahlen könnte. Doch gerade in der Stadt dürfte sich der kleinste Skoda wieselflink anfühlen.

Die eigentliche Sensation sind jedoch die Preise: Das bereits gut ausgestattete Basismodell „Ambition“ kostet 20.950 Euro, von denen die Förderung in Höhe von 6000 Euro noch abgezogen werden kann. Noch sind die Preise für den überarbeiteten Citigo mit Verbrennungsmotor nicht offiziell verkündet worden – doch die Zeit der riesigen Differenzen zwischen „bisher“ und „Zukunft“ ist vorbei.

Beachten sollten Kunden, dass das Einstiegsmodell nur mit einem Ladekabel für den Anschluss an eine normale 230-Volt-Steckdose ausgeliefert wird, das mit 10 A abgesichert ist. Wer nicht zuzahlt, kann also nur mit maximal 2,3 kW laden. An Wechselstrom sind zweiphasig bis zu 7,2 kW möglich, für ein entsprechendes Kabel kassiert Skoda im Basismodell 150 Euro. Ein Schnellladeanschluss für Gleichstrom (CCS) kostet 590 Euro, dann kann mit bis zu 40 kW geladen werden. In der teureren von zwei Ausstattungslinien ist beides inklusive. Sie kostet 22.350 Euro.

Aus dem Passat

Fast doppelt so teuer wie der günstigste Citigo iV wird der Superb mit Plug-in-Hybrid. Er übernimmt den Antriebsstrang des VW Passat GTE und profitiert von dessen kürzlicher Speichererweiterung. Die Batterie, die vor der Hinterachse eingebaut ist, hat hier eine nutzbare Kapazität von 10,4 kWh, brutto sind es 13 kWh. Im WLTP sollen damit bis zu 62 km möglich sein. Diese Angabe wurde nach der Vorstellung noch einmal nach oben korrigiert. Serienmäßig legt Skoda hier grundsätzlich nur ein mit 10 A abgesichertes Ladegerät bei, für 150 Euro Aufpreis kann man an einer Wallbox mit bis zu 3,6 kW laden. Mehr ist nicht geplant. Wenigstens kann man über den Wählhebel eine stärkere Rekuperation wählen.

Der Benziner ist wohlbekannt: Es handelt sich um den 1,4-Liter-Vierzylinder mit 115 kW (156 PS) und 250 Nm. Als Unterstützung wird in das Doppelkupplungsgetriebe DQ400e ein E-Motor mit 85 kW und 330 Nm integriert. Die Fahrleistungen erreichen etwa das Niveau des Superb 2.0 TSI mit 140 kW. Skoda nennt für den Kombi 7,8 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und 224 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Gefördert

Interessant wird die Sache unter Berücksichtigung der kürzlich angehobenen Förderung. Für Plug-in-Hybride, deren Basismodell einen Netto-Listenpreis von unter 40.000 Euro hat, zahlen Hersteller und Steuerzahler gemeinsam einen Bonus von 4500 Euro. Damit liegt der günstigste Superb iV knapp 1300 Euro unter dem Modell mit 190-PS-TDI, dazu ist er auch noch besser ausgestattet. Im Plug-in-Hybrid ist unter anderem das adaptive Fahrwerk serienmäßig, im Modell mit Verbrenner muss das mit 1050 zusätzlich bezahlt werden.

Das alles allein würde ihn vermutlich noch nicht interessant genug für die klassische Käuferschicht machen. Doch der Plug-in-Hybrid fällt auch unter die neue Besteuerung für Dienstwagen – es muss nur noch ein halbes Prozent der privaten Nutzung versteuert werden. Das macht den Superb iV für für diese Klientel interessant. Nicht umsonst betont Skoda im Beipackzettel für die Presse gleich mehrfach die Gesamtreichweite.

Im Passat war der Plug-in-Hybrid bisher wenig gefragt. Wie dort darf auch bei Skoda damit gerechnet werden, dass sich dies gründlich ändern wird. Denn den Teilzeitstromern fällt mit der EU-Flottenverbrauchsvorgabe eine zentrale Bedeutung zu. Die Hersteller können so empfindliche Strafzahlungen umgehen – sofern diese Autos eine höhere Akzeptanz bei den Kunden finden als in der Vergangenheit.