Start des Ladeinfrastrukturprojekts FAST-E

E-Netzqualität

Jetzt, wo die Prämie der Bundesregierung und der Hersteller den Kauf eines Batterie-elektrischen Autos um 4000 Euro vergünstigt, muss die Infrastruktur verbessert werden. Und zwar schnell. Das ist auch das Stichwort für FAST-E - ein neues Ladeinfrastrukturprojekt

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Elektroautos, alternative Antriebe 7 Bilder
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  • Christoph M. Schwarzer
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Berlin 20. Mai 2016 – Es ist höchste Zeit: Jetzt, wo die Prämie der Bundesregierung und der Hersteller den Kauf eines Batterie-elektrischen Autos um 4000 Euro vergünstigt, muss die Infrastruktur verbessert werden. Und zwar schnell. Das ist auch das Stichwort für FAST-E. Das zur Hälfte von der Europäischen Union finanzierte Infrastrukturprojekt soll endlich der Durchbruch für ein funktionierendes und flächendeckendes Schnellladenetz sein. Eines, das zur Basis des Batterie-elektrischen Fahrens wird. Außerdem könnte es, wenn es klug ausgebaut wird, zu Teslas Superchargern aufschließen, der Messlatte beim Stromtanken.

Triplecharger

Heute, zur offiziellen Vorstellung der ersten 21 Standorte in Deutschland sowie sieben weiterer in Belgien, ist ein Anfang gemacht. An jedem dieser Punkte steht ein so genannter Triplecharger. Der Dreifachlader bedient den EU-Standard CCS (Combined Charging System), den japanischen Chademo-Standard sowie den mit Wechselstrom arbeitenden Typ 2. Die Ladeleistungen betragen vorerst je 50 kW (mit Gleichstrom bei CCS und Chademo) beziehungsweise 43 kW (AC). Zulieferer der Dreifachlader ist in den meisten Fällen efacec, und vor jeder dieser Säulen stehen zwei Parkplätze zur Verfügung.

Das wichtigste Unternehmen beim insgesamt 18-Millionen Euro teuren Projekt FAST-E ist Allego. Die deutsche Tochter des niederländischen Netzbetreibers Alliander ist Anführer eines Konsortiums, an dem viele Automobilfirmen teilhaben: BMW, Nissan-Renault und Volkswagen sind Beispiele dafür. Die Bahn macht auch mit.

Das Ziel bis spätestens Juni 2017: 241 Standorte mit einer Dreifach-Schnellladesäule in Deutschland. Dazu 37 weitere in Belgien sowie je 15 in Tschechien und der Slowakei. Schwerpunkt sind die Autobahnen, aber auch in wichtigen Stadtgebieten sollen Säulen errichtet werden. Der höchste Abstand: 70 bis 80 Kilometer. Diese Entfernung passt gut, denn sie entspricht ungefähr dem, was ein Batterie-elektrisches Auto diesseits von Teslas Model S bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn verlässlich schafft. Ebenfalls interessant ist, dass als Teil von FAST-E drei Standorte mit einem Batteriespeicher versehen werden.