Abseits stromern

Studie: Elektro-Buggy Audi AI:Trail

Audi schließt mit der Zukunftsstudie des AI:Trail sein Studien-Quartett zur Zukunft der Marke mit den vier Ringen ab. Der AI:Trail hat keinen konkreten Bezug zur Realität – es geht nur darum, Träume von elektrischer Mobilität abseits befestigter Straßen anzuregen

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(Bild: Audi)

Von
  • Stefan Grundhoff; press-inform

Audi zeigt mit dem AI:Trail wie ein Geländewagen der Zukunft aussehen könnte – natürlich rein elektrisch. Mit der kompakten Konzeptstudie, die problemlos einem Hollywood-Filmstudio entsprungen sein könnte, schließt Audi das Quartett der vier Visionsfahrzeuge ab, die seit der IAA 2017 vorgestellt wurden.

Nach Aicon, AI:me und PB18, der über Nacht die neue Nomenklatur AI:Race erhielt, gibt es auf der IAA in diesem Jahr (12. bis 20. September 2019) den Audi AI:Trail zu sehen. Das automobile Gedankenspiel ist ein visionärer Allradler, der sich als geländegängige Glaskanzel abseits befestigter Straßen in Szene setzen will. Er ist dabei 4,15 Meter lang und bietet bis zu vier Passagieren Platz für einen Ausflug ins schwere Gelände.

Vier radnahe E-Motoren

Mit einer Bodenfreiheit von 34 Zentimetern und seinen mächtigen 22-Zoll-Rädern sollen Sand, Geröll und selbst Wasserdurchfahrten von einem halben Meter Tiefe kein Problem sein. Angetrieben wird der Audi AI:Trail dabei von vier radnah (also nicht in die Radnaben) eingebauten Elektromotoren, die gemeinsam 320 kW (435 PS) leisten und den Kraxler mit seinen Stollenpneus immerhin 130 km/h schnell machen. Seine Heimat ist jedoch nicht die Straße, wo der 1750 Kilogramm schwere Geländewagen eine Reichweite von 500 Kilometern ohne Nachladen ermöglichen soll, sondern das Terrain abseits befestigter Straßen.

Hier helfen bei steilen Anstiegen die bis zu 1000 Nm maximales Drehmoment, die aus dem Stand zur Verfügung stehen. Selbst im Offroad-Einsatz soll die maximale Reichweite des Elektromobils, das sein Batteriepaket im geschützten Unterboden trägt, noch 250 Kilometer betragen. Da jedes Rad einzeln angetrieben wird, konnte auf Sperren verzichtet werden. Eine Geländeübersetzung sei auch nicht nötig, sagt Audi.

Lektionen von den Dakar-Buggies

Stabile Querlenker und McPherson-Federbeine mit Schraubenfedern sowie adaptiven Dämpfern an jeder einzelnen Radaufhängung erinnern an die Errungenschaften der Buggies für die Rallye Dakar. Neu gedacht sind hingegen die Stollenreifen. Sie haben in ihrem Innern eine tragende Struktur aus Streben, die in die Laufflächen integriert sind. Diese Konstruktion ermöglicht es, dass die Reifen – zusätzlich zu den Federbeinen – noch weitere 60 Millimeter Federweg beisteuern können. Die Reifen verfügen dabei über eine variable, sensorgesteuerte Luftdruckregelung.

Optische Sensoren im Zusammenspiel mit der Stabilisierungskontrolle ertasten die Beschaffenheit des Bodens und regeln laufend entsprechend den Luftdruck. Für die Traktion kann es dann sinnvoll sein, etwa auf sandigem Untergrund, den Druck zu reduzieren und damit die Reifenaufstandsfläche zu erhöhen. Umgekehrt steigert es die Fahrstabilität, beim Wechsel auf Asphalt wieder den Druck zu steigern. Zudem lassen diese in Kooperation mit weiteren Sensoren den Audi AI:Trail auch hochautomatisiert fahren.

Kleine Anzeigen nur für das Nötigste

Das Designteam rund um Marc Lichte hat dem Audi AI-Trail abgesehen vom auffälligen Äußeren ein paar bemerkenswerte Ausstattungsdetails mitgegeben. So gibt es am Fahrzeug selbst vorne nur Tagfahrlichter. Die Scheinwerfer sind als Spots an Drohnen gekoppelt, die vorausfliegen und den Fahrer über alles wichtige auf seinem Weg vorab informieren. Der Innenraum selbst ist spartanisch ausgestattet. Statt der üblichen Großdisplays gibt es in Lenkradnähe kleine Anzeigen für das Nötigste. Die Fahrinformationen werden dagegen auf dem eigenen Smartphone wiedergegeben, das oben auf dem Lenkradträger befestigt wird.

Die wichtigste Informationsquelle des Fahrers sind jedoch die großen Glasflächen, denn es gibt aufgrund der Skelettstruktur mit ihrer niedrigen Schulterlinie im Audi AI: Trail eine exzellente Rundumsicht - was heute in Autos ja vielfach keine Priorität mehr zu haben scheint. Die vordere Glasscheibe und die Heckklappe lassen sich für das Verstauen von Gepäck öffnen. Wenn das nicht reicht, gibt es einen Gepäckträger auf dem Dach. Die hinteren Einzelsitze lassen sich ähnlich einer Hängematte aus dem Fahrzeug entnehmen und – etwa an einem Baum – als Campingstühle nutzen.