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Suzuki GSX-S 1000 Katana

Über kein Motorrad wurde im Vorfeld der Intermot soviel spekuliert wie über die Katana-Nachfolgerin von Suzuki. Die legendäre Katana aus den frühen 1980er Jahren war ein echtes Designer-Bike und gilt heute als Meilenstein. Die Neuauflage sieht dem Original immerhin ähnlich

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Über kaum ein Motorrad wurde dieses Jahr im Vorfeld der Intermot soviel spekuliert wie über die neue Suzuki Katana. Monatelang wurden die Fans in kurzen Teaser-Videos mit Waffenschmieden und Schwerter schwingenden Samurai angefixt. Japanische Schriftzeichen verkündeten: Katana. Sie kommt wieder! Das Original aus den frühen 1980er Jahren gilt heute als Meilenstein im Motorradbau, damals hingegen spaltete die Katana die Motorradwelt – entweder man fand sie geil oder verstand den Ansatz nicht. Heute gilt: Eine Ikone neu zu erfinden ist eine Gratwanderung, bei der es schnell zum Absturz kommen kann.

Design aus Deutschland

Dem deutschen Suzuki-Importeur war einst die GSX 1100 E zu bieder gewesen und er beauftragte das münchner Design-Büro Target Design von Hans A. Muth, Hans-Georg Kasten und Jan Olof Fellström, einen attraktiveren Look für die 1100er zu schaffen. Das Ergebnis überzeugte sogar die Suzuki-Zentrale in Japan und das Sportmotorrad ging 1981 in Serie. Es wurde nach dem legendären Schwert der Samurai „Katana“ getauft und von einem luftgekühlten 1100er-Reihenvierzylinder angetrieben. Er leistete 117 PS, wurde aber für Deutschland durch geänderte Nockenwellen auf 100 PS gedrosselt. Und: Nicht nur die Optik war überarbeitet worden, das Bike bekam auch einen neuen Rahmen und ein für damalige Verhältnisse richtig gutes Fahrwerk.

Neue Gestaltungsideen

Das Design der GSX 1100 S Katana war damals unkonventionell, denn die Linien des Tanks fielen nach vorne ab, was ihr einen dynamischen Anstrich verlieh. Die kleine Halbschalenverkleidung ging fließend in den Tank über, die Front lief auf beiden Seiten des Rechteck-Scheinwerfers spitz zu und wurde von einem kleinen Windschild gekrönt. Dahinter klemmten niedrige Stummellenker, aber gleichzeitig war die vordere Hälfte der Sitzbank so weit eingebuchtet, dass der Fahrer mehr im als auf dem Motorrad saß und sich nicht allzu tief nach dem Lenker bücken musste.

Die Katana war inklusive des Rahmens silber lackiert und auf dem Tank prangte ein knallroter Suzuki-Schriftzug. Ihre Sitzbank war in zwei Farbtönen gehalten: vorne schwarz, hinten grau-silber. Sogar das Cockpit bot Ungewöhnliches: Tacho und Drehzahlmesser waren in einem Instrument untergebracht und liefen gegenläufig. Die Katana rannte 220 km/h – für damalige Zeiten ein hervorragender Wert – und lag dennoch absolut ruhig auf der Straße. Doch das Design des Motorrads war seiner Zeit einfach voraus, der Verkauf verlief nur schleppend, weltweit konnten bis zum Produktionsende 1985 nur etwa 10.000 Katanas abgesetzt werden.

Die Nachfolgerin

Im Motorradbereich von Suzuki läuft es in den letzten Jahren nicht wirklich rund, die Verkaufszahlen lassen zu wünschen übrig. Vor allem muss sich die Marke den Vorwurf gefallen lassen, Trends zu verschlafen und nichts wirklich Innovatives mehr zu schaffen. Da erinnerte man sich in Hamamatsu der Katana, die heute Kultstatus besitzt. Sie sollte eine Nachfolgerin erhalten. Vor fünf Jahren präsentierte Suzuki auf der Tokyo Motor Show die Studie Recursion. Ein schickes, futuristisches Sportbike, das einen 558 cm3 großen Motor mit Turboaufladung trug. Sollte das etwa die neue Katana werden? Danach wurde es jedoch still um die Konzeptstudie und als Suzuki endlich für die diesjährige Intermot in Köln die Katana-Nachfolgerin ankündigte, waren die Erwartungen groß.