Teil 2 der Mongoleidurchquerung im Russenbus UAZ

Bären-Tour

Der zweite Teil unserer Mongoleidurchquerung im Russenbus bringt unter anderem die Erkenntnis, dass in der Wüste Gobi selbst ein UAZ an manche Grenzen seines Könnens stößt

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Kurz hinter Mandalgovi ist dann überraschend Schluss für heute. Wir fragen nicht warum und wieso, sondern schlagen brav unser Lager auf. Amra und Orchon beginnen, an den UAZen herumzubasteln: Ein Ventilator soll eingebaut werden, um die Wüstenetappen besser bewältigen zu können. Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Süden, jetzt wieder auf gut ausgebauter Asphaltstraße, die sogar mit einem Mittelstreifen aufwarten kann. Bei Tsorgt-Ovoo bietet die Steppe einen ungewohnten Anblick. Sintflutartige Regenfälle haben sie in eine Landschaft aus Wasser und Matsch verwandelt. Ohne die Asphaltstraße auf ihrem Damm wäre das Gebiet unpassierbar.

Doppelt so groß wie der Yellowstone-Nationalpark

Mittags erreichen wir Dalandzadgad, das Zentrum des Aimags Ömnögovi. Das Städtchen mit rund 17.000 Einwohnern verfügt nicht nur über einen Flughafen und einen Dinosaurierpark, sondern auch über ein Luxushotel, in dem wir einkehren. Mit 4,6° C Durchschnittstemperatur gehört Dalanzadgad laut Wikipedia zu den Orten in der Mongolei mit dem mildesten Klima. Bei Höchsttemperaturen von fast 40° C im Sommer und Tiefstwerten von nahezu -40° C im Winter ist „mild“ allerdings ein sehr relativer Begriff. Von Dalanzadgad geht es weiter in den Nationalpark Gobi Gurvan Saikhan. Der größte Nationalpark der Mongolei ist mit knapp 27.000 km2 mehr als doppelt so groß wie der Yellowstone-Nationalpark. Er wird durch die Gebirgszüge des Altai-Gobi geprägt und ist unter anderem Heimat des Schneeleoparden. Wir sehen bei unserem kurzen Aufenthalt allerdings nur ein paar Pfeifhasen, Ziesel, Schneesperlinge und Geier.

Über holprige Pisten erreichen wir am nächsten Tag gegen Mittag das Gobi Desert Camp. Dort kann man nicht nur zu Mittag essen, sondern auch duschen! Einige von uns entschließen sich, das Hygieneangebot wahrzunehmen, um sich immerhin für wenige Minuten frisch zu fühlen, bevor die Hitze und der Staub wieder alles zunichte machen. Nun nähern wir uns Khongoryn Els, den singenden Dünen. Deren Gesang ist unter dem Ächzen und Schnauben unser UAZe allerdings nicht zu vernehmen, die alle 20 Minuten stehen bleiben müssen, um abzukühlen. Zu diesem Zweck drehen die Fahrer die Schnauze der Fahrzeuge in den Wind und drücken im Leerlauf kräftig und wiederholt aufs Gaspedal wie Teenager und Porschefahrer an der roten Ampel.