Aus der Zukunft

Tesla zeigt Pick-up Cybertruck

Tesla-Chef Elon Musk versteht es im Gespräch zu bleiben. Nach seinem Coup, noch vor der Fertigstellung des Flughafens BER ganz in der Nähe E-Autos bauen zu wollen, folgt nun das nächste Großprojekt. Der kantige Pick-up Cybertruck soll ab 2022 gebaut werden.

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  • dpa

Tesla-Chef Elon Musk versteht es im Gespräch zu bleiben. Nach seinem Coup, noch vor der Fertigstellung des Flughafens BER ganz in der Nähe E-Autos bauen zu wollen, folgt nun das nächste Großprojekt. Der kantige Pritschenwagen mit dem Namen Cybertruck soll ab 2022 gebaut werden.

Die Entscheidung für einen Pick-up mag aus europäischer Sicht seltsam anmuten, aus amerikanischer gar nicht. Die dort Trucks genannten Modelle sind in der Zulassungsstatistik stets ganz vorn dabei. Wer ein Massenhersteller auf dem riesigen US-Markt werden möchte, kommt an dieser Fahrzeuggattung schwerlich vorbei, denn ihr Marktsegment ist nicht nur groß sondern hat auch die markentreuesten Kunden.

(Quelle: Tesla)

Es sei der Markt, den man angehen müsse, wenn man in dem Land den Übergang zur Elektromobilität schaffen wolle, betonte Musk bei der Präsentation in Los Angeles.

Basis soll 40.000 Dollar kosten

Der Cybertruck erinnert eher an einen kantigen Tarnkappen-Kampfjet als einen klassischen Pickup und soll über 1,7 Tonnen Gewicht auf der Ladefläche transportieren können. Geplant sind drei Varianten: mit einem, zwei und drei Motoren. Für die Basisversion wird ein Preis von 40.000 Dollar anvisiert, als weitere Eckdaten nennt Musk 6,5 Sekunden für den Sprint auf 60 Meilen pro Stunde (96,56 km/h) und eine Reichweite von über 250 Meilen, was etwas über 400 km bedeuten würde.

Das Topmodell soll mit einer Batterieladung rund 500 Meilen (ca. 805 km) schaffen. Musk hat es sich nicht nehmen lassen, bei der Präsentation ein Video abspielen zu lassen, in dem zu sehen ist, wie ein Cybertruck mit Maximalbestückung bei der Beschleunigung auf 60 Meilen/Stunde einen Porsche 911 hinter sich lässt. Tesla verspricht eine Zeit von 2,9 Sekunden und lässt damit die aktuellen Bestseller auf dem US-Markt wie den Ford F-150 weit hinter sich. Der Zuschlag gegenüber dem Basismodell wird allerdings heftig, denn mit rund 70.000 Dollar ist schon jetzt, lange vor der ersten anvisierten Auslieferung, zu rechnen. Es wäre zudem nicht das erste Mal, dass sich der Preis noch verändert.

Scheibe hält nicht

Die Karosserie sei aus besonders hartem, rostfreiem Stahl gefertigt, sagte Musk. Um zu zeigen, wie robust sie ist, schlug Tesla-Chefdesigner Franz von Holzhausen mit einem Vorschlaghammer auf die Wagentür ein, ohne eine sichtbare Delle zu hinterlassen. Die Demonstration der Festigkeit der Fenster ging allerdings schief: Das „Tesla-Panzerglas“ zeigte Risse als von Holzhausen eine Metallkugel dagegen warf. Immerhin sei das Fenster nicht durchschlagen worden, kommentierte Musk. In Tests habe man alles Mögliche auf das Glas geworfen, bis hin zu einer Küchenspüle, „seltsam, dass es jetzt gebrochen ist, ich weiß nicht, warum“. Hier gebe es noch Raum für Verbesserungen, sagte Musk – und setzte die Präsentation mit einem beschädigten Wagen hinter sich fort.

Nicht bediensicher für Arbeiter und Bauern

Der Innenraum ist ganz im Stil des Hauses eingerichtet. Nahezu alles wird über einen Touchscreen bedient – in dieser Hinsicht darf man sicher sein, dass die Studie nah an der Serie ist. An dieser Stelle stellt sich die Frage, wie bediensicher das Konzept mit Arbeits- oder Winterhandschuhen funktioniert. Die Kundschaft für Pritschenwagen ist deutlich weniger lifestyle-orientiert als die in Europa, sie besteht in den USA zu einem großen Teil aus Handwerkern und Farmern.

Das viereckige Lenkrad und Details wie Farben oder Sitzform dürften bis zum Anlauf der Serienfertigung noch verändert werden. Tesla nimmt bereits Reservierungen für den Pickup entgegen, diesmal müssen dabei nur 100 Euro statt der zuvor üblichen 1000 Euro hinterlegt werden. Unendlich viel Zeit lassen sollte sich Tesla freilich nicht, denn die Konkurrenz hat das Segment durchaus im Blick: So will die Firma Rivian im kommenden Jahr mit einem Elektro-Pickup in die Produktion gehen. Auch Ford und General Motors wollen ihre Marktposition mit elektrifizierten Versionen ihrer Modelle verteidigen. (mfz)