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Test: Audi Q5 55 TFSI e

Audis Q5 erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Jetzt gibt es den Wagen als Plug-in-Hybrid für eine steuergünstige Firmenwagen-Zulassung. Er teilt die Probleme anderer Premium-Plug-in-Hybride, wie unser Test zeigt.

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(Bild: Gleich)

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Plug-in-Hybride waren der Kompromiss, den die Regierung und die Autohersteller schlossen, um irgendeinen gemeinsamen Nenner zu finden. Leider taugt der Kompromiss nicht dazu, in der Praxis die durch die Förderung angestrebten Punkte zu lösen, die hauptsächlich in CO2-Reduktionen liegen. Zumindest in den Homologations-Prüfstandsläufen punkten PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicles) mit besseren Werten, sodass sie den Flottenverbrauch senken. Für den Verkauf sorgt jedoch der auf die Hälfte reduzierte geldwerte Vorteil, wenn diese Fahrzeuge als Firmenwagen mit 1-Prozent-Regelung verwendet werden. Wenn Sie also keinen Firmenwagen suchen, können wir die Kaufberatung extrem abkürzen: eher uninteressant. Firmenwagen-Interessenten lesen weiter.

Relaxan forte

Wer den Zweiliter-Turbobenziner kennt, findet sich sofort zurecht. Dessen 185 kW lassen den schweren Q5 souverän durch den Verkehr schwimmen und alle üblichen Autobahn-Reisegeschwindigkeiten fahren. Diesen alten Bekannten boostet ein E-Motor auf eine Systemleistung von maximal 270 kW. Hier finden wir dann genau den Grund, dieses Auto zu kaufen: Es hat mehr Dampf als der Benziner-Q5, kostet mich aber weniger. Nur zur Einordnung: Ein Audi SQ5 TDI hat weniger Leistung. Rein elektrisch fährt der Wagen mit maximal 105 kW Leistung (bis zu 10 Sekunden).

Zusammen mit dem sehr guten Fahrwerk und einer guten Schalldämmung ergibt sich ein bequemes, hohes Reiseauto, mit dem Reisende (rein fahrerisch) für jeden Tag glücklich werden können. Die Assistenzsysteme halten sich meistens unauffällig im Hintergrund. Die Totwinkelwarner gefallen mir mit ihren hellen Warnlampen. Der komplett automatisch gesteuerte Allradantrieb leistet sich auf der Straße keine Schwächen und in den Matsch fuhr ich mangels Relevanz erst gar nicht. Da kommt nichts dabei heraus, was Audi-Firmenwageninteressenten wissen müssten. Wenn ich den Wagen fahre wie ein Elektroauto, also ohne jeden Vollgasanteil und mit Tempomat 130 km/h, dann komme ich bei vorher leerer Batterie auf einer Kombistrecke von 2/3 Autobahn zu 1/3 Landstraße und Stadt auf einen Verbrauch von 8,6 Litern auf 100 km.

Alles egal

Der Antrieb versucht dabei, beide Motoren stets in ihrem Optimum zu halten. Wie in anderen Autos auch nutzt Audis Software die Navi-Zielführung inklusive Topografie und die Sensordaten dazu, möglichst effizient zu fahren oder andere, vom Fahrer eingestellte Ziele zu erreichen (zum Beispiel eine geladene Batterie am Ziel, um elektrisch durch die Stadt zu fahren). Meistens liegen die bei einer Antriebsart gesparten Kosten ziemlich genau bei der anderen Antriebsart an. Wenn Sie nicht 130 fahren und auch einmal die Leistung etwas kosten, rechnen Sie mit 10 bis 11 Litern. Sie können Strom tanken, denn der Wagen fährt rein elektrisch wunderbar, aber wirklich lohnen tut sich das zumindest bei winterlichen bis frühlingshaften Temperaturen nicht.