Trendkost

Test: Hyundai Kona 1.6 T-GDI

Der Hyundai Kona wird derzeit nur mit zwei Benzinern angeboten. Im Laufe des Jahres folgt noch ein Elektroantrieb und zwei Diesel. Für einen Test stand uns der 1.6 T-GDI mit 177 PS, Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung

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(Bild: Florian Pillau)

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Die Industrie bedient Bedürfnisse. Diese schlichte Erkenntnis wird oftmals übersehen, wenn es um SUVs geht. Nun sind die Hersteller Trends nicht etwa hilflos ausgeliefert, doch eine komplette Mode-Abstinenz kann sich kein Massenhersteller leisten. Gefragt sind nicht die besonders sperrigen SUV-Modelle, sondern die Klassen mit einer Länge rund um 4,4 Meter und die kompakten Ableger, die rund 4,2 Meter messen. Zu dieser gehört auch der Hyundai Kona, der seit dem vergangenen Jahr mit zwei Benzinern angeboten wird. Im Laufe des Jahres folgt noch ein Elektroantrieb und zwei Diesel. Für einen Test stand uns der 1.6 T-GDI mit 177 PS, Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb zur Verfügung.

Bullige Gestaltung

Hyundai betritt mit dem Kona ein Segment, in dem es reichlich Konkurrenz gibt: Opel Crossland, VW T-Roc, Seat Arona, Renault Capture sind nur einige von zahlreichen Modellen, die in diesem Revier Kunden überzeugen wollen. Der Kona versucht erst gar nicht, sich optisch abzuheben. Auch er bringt die offenbar begehrte, bullige Gestaltung mit. Die Lampen vorn und hinten sind teilweise nur noch Schlitze, was dem Ganzen wohl eine gewisse Schärfe geben soll.

Im Testwagen wurde die grünliche Lackierung zum Teil innen wieder aufgegriffen. Im Falle der Gurte hatte ein Testfahrer die Assoziation, sich eine grüne Baumpython über die Schulter zu legen. Doch hier hat der Kunde die Wahl zwischen vier Farben – es muss also nicht die farbliche Version „Würgeschlange“ sein. Die Materialien sind ähnlich schlicht wie im VW T-Roc, die Verarbeitung kein Stückchen schlechter. Alles ist sauber zusammengesetzt und macht einen soliden Eindruck. Auch außen wirkt der Kona sorgsam zusammengesetzt. Selbst den Tankdeckel hat man gerade eingebaut – daran scheitern mit unter auch selbsternannte Premiumhersteller.

Anhänglich

Negativ ist gleich zwei Fahrern das Lenkrad aufgefallen: Obwohl der Testwagen erst etwas mehr als 10.000 Kilometer runter hatte, wirkte der Lederbezug schon etwas speckig und bei hohen Temperaturen auch ein wenig klebrig. Eine Form der Anhänglichkeit, die mir etwas unangenehm ist. Die Lenkradheizung erwärmt den unteren Teil erheblich stärker als den oberen. Auch das bekommen andere Hersteller besser hin.

Für die im Testwagen mit Leder bezogenen Sitze galt nicht. Bezug und Heizung waren einwandfrei. Allerdings war der Rücken von gleich zwei Kollegen mit der seltsam runden Ausformung der Lehne inkompatibel. Die Platzverhältnisse entsprechen dem in dieser Klasse erwartbarem: Zwei nicht zu lange Eltern mit zwei Kindern bis ins Grundschulalter kommen gut zurecht. Hier darf man sich nichts vormachen: Der Kona ist mit 4,16 m rund 10 cm kürzer als ein VW Golf, zwischen den Achsen ist der Golf rund vier cm länger. Raumwunder lassen sich auf diesen Verkehrsflächen nicht realisieren. Dafür wirkt der Kona im Alltag angenehm kompakt, was gerade in der Großstadt bei der Suche nach einem Parkplatz ganz angenehm ist.