Unterwegs im VW Golf 1.0 TSI BlueMotion

Dreiklangdimensionen

VW hat das Motorenangebot des Bestsellers Golf um einen Dreizylinder mit 115 PS erweitert. Der verspricht exzellente Werte im NEFZ und mehr als nur ausreichende Fahrleistungen. Kann er dies in der Praxis einlösen?

Lesezeit: 4 Min.
In Pocket speichern
Druckansicht Kommentare lesen 167 Beiträge
15 Bilder
Von
Inhaltsverzeichnis

Hamburg, 25. August 2015 – Wer es schafft, sämtliche Blue-Bezeichnungen der Volkswagen AG fehlerfrei und ohne Suchmaschine zu erklären, ist wahrscheinlich Werksangehöriger. Inzwischen trägt jeder Golf die Zusatzbezeichnung BlueMotion Technology. Ausnahme: Die Die reinen BlueMotion-Varianten (ohne Technology). Bei diesen werden konventionelle Kraftstoff-Sparmaßnahmen eingebaut, die sich Volkswagen noch nicht in jedem Serienauto vorstellen kann. Im Fall des aktuellen Testwagens, einem Golf 1.0 TSI BlueMotion, ist das vor allem ein Aerodynamikpaket. Es besteht aus einer Tieferlegung um 15 Millimeter, wodurch die Stirnfläche sinkt. Dazu kommen ein Dachkantenspoiler und ein teilweise geschlossener Kühlergrill. Die eigentliche Legitimation zur Aufnahme in die BlueMotion-Familie aber ist der Dreizylinder-Turbomotor mit 85 kW (115 PS) Leistung und 999 Kubikzentimetern Hubraum. Er hilft dabei, den Verbrauch nach Prüfstandsnorm auf 4,3 Liter Superbenzin und die CO2-Emissionen auf 99 Gramm pro Kilometer zu drücken.

Die gute Nachricht: Wir sind ohne Schleichfahrt auf einen Realwert von 5,5 Litern gekommen. Damit liegt der 1.0 TSI rund zehn Prozent unter dem leistungsähnlichen 1.2 TSI mit Vierzylindermotor. Und er zeigt, wie viel Potenzial weiterhin im Verbrennungsmotor steckt. Fraglos ist dieser Dreizylinder eine Art Vorauskommando: Ein wenig versteckt im Konfigurator könnte er den 1.2 TSI ersetzen, falls die CO-Limits der Europäischen Union das erfordern. Der Grenzwert für 2021 liegt bei 95 Gramm pro Kilometer. Man darf zuversichtlich annehmen, dass die Volkswagen-Entwickler die Differenz von vier Gramm in sechs Jahren mehr als nivellieren werden. Und alles ohne Hybridisierung. Das Stichwort heißt: Downsizing.

Konzentrieren wir uns also zuerst auf den Antrieb. Hier kann der Golf 1.0 TSI mit der subjektiven Messlatte in Gestalt des hervorragenden Ford Focus mit Ecoboost-Motor mithalten. Er hat bei niedrigsten Drehzahlen ordentlich Kraft. Das Werk gibt 200 Newtonmeter Drehmoment zwischen 2000 und 3500 Umdrehungen an. Im Testwagen war das empfehlenswerte 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) eingebaut, das im Stadtverkehr oft bereits unter 2000 Touren schaltet. Die Höhe der Leistung reicht jedenfalls in allen normalen Lebenslagen aus; wer unbedingt oberhalb von 180 km/h noch richtig Schub haben will, muss halt einen Golf mit mehr Bumms wählen.