Unterwegs im Toyota Mirai

Prius' Bruder

Der Toyota Mirai nutzt viele Komponenten des kommenden Prius. Den Strom für den 113 kW (155 PS) starken Elektromotor produziert eine wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle. Wir fuhren ein Vorserienexemplar des Mirai erstmals in Deutschland ausführlich Probe

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Hamburg, 26. Juni 2015 – Hartnäckig hält sich das Gerücht, auf der IAA werde die vierte Generation des Toyota Prius vorgestellt. Die permanente Evolution zum Besseren, japanisch Kaizen, wird das Symbol der Hybridautos bei allen Parametern ein Stück fortschrittlicher erscheinen lassen. Sparsamer, moderner, mit mehr Hilfselektronik. Einen Sprung dagegen wagt Toyota mit dem Mirai. Um die Kosten dauerhaft zu senken, nutzt er viele Komponenten des kommenden Prius. Nur der Verbrennungsmotor fliegt raus. Stattdessen produziert eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle Strom für den 113 kW (155 PS) starken Elektromotor. Wir fuhren ein Vorserienexemplar des Mirai erstmals in Deutschland ausführlich Probe.

Der Eindruck dabei ist, wenn das Wort erlaubt ist, sehr toyotig. Das, was die Marke an den Verkaufszahlen gemessen zur weltweiten Nummer Eins macht, verkörpert auch der Mirai. Er wirkt solide und brav, und selbst das Design, das anfangs auf den Pressefotos polarisierte, ist in der Wirklichkeit unspektakulär und fließend. Die Tugenden der Bescheidenheit und der Alltagstauglichkeit haben Toyota international groß gemacht; der Name steht für die zuverlässige Fortbewegung von A nach B.

Im Detail ist die Lenkung gegenüber den aktuellen Hybridmodellen präziser geworden. Die Rückmeldung ist besser, ohne dass der Kraftaufwand zu sehr gestiegen wäre. Die Fahrwerksabstimmung ist, wie sie von einer 4,89 Meter langen Limousine erwartet werden darf, nämlich komfortabel sowie ohne übertriebenen Sportsgeist. Und der Fahrspaß hat, so forderte Firmenpräsident Akio Toyoda es mehrfach, im Vergleich zu anderen Konzernautos zugenommen, aber ein BMW ist das hier natürlich immer noch nicht.

Reichweite bis zu 658 Kilometer, Tankzeit drei Minuten

Kern der Sache ist das Antriebskonzept. Mit fünf Kilogramm Wasserstoff kommt der Mirai laut Normverbrauch (760 Gramm pro 100 Kilometer) auf 658 Kilometer Reichweite. Unser Wert lag bei einem Kilogramm, was ungefähr 500 Kilometern entspricht. Entscheidend ist das Gefühl: Der rudimentären Infrastruktur zum Trotz ist der Toyota Mirai die perfekte Kombination aus der Flexibilität des Verbrennungsmotors und kraftvollem Leisetreten der E-Maschine. Kein Gedanke kommt auf, wo denn die nächste Schnellladesäule steht und welche Zwangspause eingeplant werden muss.