Viele Gleichteile prägen BMWs neue Drei- und Vierzylinder-Ottomotoren

Kommunalpolitik

Mit der UKL-Plattform für den Mini, der Anfang des Jahres kam und dem im September startenden BMW Active Tourer kommt eine neue Generation kommunaler BMW-Ottomotoren von drei bis sechs Zylindern auf die Straßen. Wir durchleuchten diese Aggregate

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München, 8. August 2014 – Mit der UKL-Plattform für den Mini, der Anfang des Jahres kam und dem im September startenden BMW 2er Active Tourer kommt eine neue Generation von Ottomotoren mit dem Kürzel B38 (für Dreizylinder) B48 (Vierzylinder) auf die Straßen. Später wird auf gleicher Basis noch ein Sechszylinder entstehen. Die neuen Motoren nutzen einen stark vereinheitlichten so genannten „Baukasten“. Gemeint ist damit ein hoher Anteil an Gleichteilen. Dass man dieses Prinzip auch auf die Selbstzünder ausgedehnt hat, liegt gewissermaßen auf der Hand, nachdem die Zünddrücke im Ottomotor mittlerweile an die der Diesel heranreichen. Die Kommunalität (also „Gleichteiligkeit“) liegt hier immer noch bei rund der Hälfte. Dennoch soll es hier zunächst nur um die Ottomotoren gehen.

„Stark vereinheitlicht“ – nicht „stark vereinfacht“

Gleichbleibende und sogar höhere Leistung muss bei ihnen aus noch kleineren Hubräumen bei weiter gesenkten Drehzahlen kommen, um die Effizienz steigern und die Abgaswerte senken zu können. Beides ist den weiter verschärften gesetzlichen Anforderungen geschuldet. Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Kunden an Leistung, Ansprechverhalten, Laufkultur und Geräuschkomfort. Beispiel Aufladung: Für modernes Downsizing sind Turbolader unverzichtbar – ein Turboloch aber akzeptiert kein Mensch mehr. Die hohen Anforderungen aus beiden Richtungen machen verständlich, dass BMW auch seine neuen Motoren mit vollvariabler Ventilsteuerung (Valvetronic) sowie Direkteinspritzung ausstattet. Das alles auf weiter gesteigertem Niveau miteinander zu verbinden, führt zu einem bisher ungekannten konstruktiven Aufwand. „Stark vereinheitlicht“ bedeutet also mitnichten „stark vereinfacht“.

Am traditionellen Zylindermittenabstand von 91 Millimetern ändert BMW nichts, weil die maximalen Einzelhubräume von einheitlich 500 Kubikzentimetern nicht wachsen. Beim 1,2 Liter kleinen Einstiegsmotor B38A12 (mit der „12“ als Hubraum-Hinweis) des Mini One wurde er auf 400 Kubikzentimeter reduziert. Die Zylindergrößen liegen damit in einem thermodynamischen und tribologischen Optimum – deutlich größere oder kleinere Einheiten hätten einen schlechteren Wirkungsgrad.

Auch das Bohrungs-Hub-Verhältnis wurde mit 1,15 bei allen Varianten, also auch beim 1,2-Liter-Motor, dem Optimum zwischen Verbrennungseffizienz und Reibungsminderung untergeordnet. Diese milde Langhubigkeit fördert das Drehmoment im unteren Drehzahlbereich und stört nicht im oberen, weil die höchste Leistung bereits ab 4500/min bzw. 4700/min bei Drei- respektive Vierzylinder mit einer spezifischen Leistung von 66,7 bzw. 70,5 kW/l abfällt. Ihre höchsten Drehmomente von 220 bzw. 280 Nm erreichen diese Motoren schon bei 1250/min.