Volkswagen: Klage gegen Zulieferer Prevent

Volkswagen hat gegen den Zulieferer Prevent Klage auf Schadenersatz in Millionenhöhe eingereicht. „Die Lieferstopps im August 2016 durch ES Guss und Car Trim waren vertrags- und rechtswidrig“, teilte Volkswagen mit

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Gewinnt Volkswagen vor Gericht, könnten auf Zulieferer Prevent Millionenstrafen zukommen.

(Bild: VW)

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Volkswagen hat gegen den Zulieferer Prevent Klage auf Schadenersatz in Millionenhöhe eingereicht. „Die Lieferstopps im August 2016 durch ES Guss und Car Trim waren vertrags- und rechtswidrig“, teilte Volkswagen am Dienstag (7. Januar 2020) mit. ES Guss und Car Trim gehören zu Prevent. Der durch die Produktionsausfälle entstandene Schaden beläuft sich laut Volkswagen auf mehr als 100 Millionen Euro.

Für Lieferstopps verantwortlich?

„Die Klagen richten sich nicht nur gegen die Zulieferer, mit denen die Lieferverträge bestanden, sondern ausdrücklich auch gegen deren Muttergesellschaften der Prevent-Gruppe, die für die Lieferstopps aufgrund entsprechender rechtswidriger Weisungen verantwortlich sind“, teilte Volkswagen mit. Für die Skoda-Ansprüche habe Volkswagen vor dem Landgericht Braunschweig die erste Klage auf Schadenersatz eingereicht. Welches Gericht zentral für die Ansprüche der weiteren Konzernmarken zuständig ist, müsse zunächst am Oberlandesgericht Dresden geklärt werden.

Die Prevent-Gruppe gehört der bosnischen Unternehmerfamilie Hastor und hat sich in den vergangenen Jahren mit Volkswagen immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten, auch vor Gericht. Zuletzt errang Volkswagen im November 2018 dort einen Sieg gegen ES Automobilguss. Mehrfach standen in Wolfsburg die Bänder still, weil Prevent-Firmen mit Lieferstopps Preiserhöhungen durchsetzen wollten. 2016 war die Situation dann eskaliert. Volkswagen reagierte mit Kündigungen der Lieferverträge. Auch mit Daimler liegt Prevent immer noch im Clinch.

(dpa) / (mfz)