Volkswagen verspricht Aufklärung im Abgas-Skandal

„now something unexpected under the bonnet“

Nach dem Bekanntwerden von Tricksereien bei Abgas-Tests hat Volkswagen-Chef Martin Winterkorn zugegeben, dass sein Konzern "das Vertrauen der Kunden enttäuscht hat". Deutsche Umweltschützer kündigen derweil rechtliche Schritte an – nicht nur gegen Volkswagen

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  • Christian Wölbert
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Frankfurt/Wolfsburg, 21. September 2015 – Nach der Bekanntgabe von Tricksereien bei Abgas-Tests in den USA bei Modellen seiner Marken VW und Audi durch die Behörden versucht Volkswagen nun, den Image-Schaden zu begrenzen: „Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben“, erklärte Konzernchef Martin Winterkorn am Sonntag. Volkswagen habe eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben, um den Sachverhalt „schnell und transparent“ zu klären.

Am Freitag hatte die US-Umweltbehörde EPA bekannt gegeben, dass viele Diesel-Modelle des Volkswagen-Konzerns gegen Abgas-Grenzwerte verstoßen. Betroffen sind bisher rund 482.000 Fahrzeuge, bei denen Volkswagen mit einer Software dafür sorge, dass die Autos in Labortests weniger Stickoxide ausstoßen als auf der Straße. Volkswagen habe dies bereits eingestanden. Bislang ist dieses Problem bei Fahrzeugen der Baujahre 2009 bis 2015 bekannt, darunter beim VW Jetta, VW Golf, VW Passat (seit 2014) und Audi A3. Unfreiwillig komisch: der ebenfalls betroffene VW Beetle von Volkswagen USA wurde bislang mit „now something unexpected under the bonnet“ beworben.

Volkswagen ging bisher nicht auf die Frage ein, ob auch seine europäischen Modelle die Software nutzen. Der Konzern sagte dazu gegenüber der Berliner Morgenpost nur, dass sich die Situation in den USA "nicht ohne weiteres auf andere Regionen übertragen" lasse. Die Autos hätten jedenfalls stets die gültigen Grenzwerte eingehalten.

Der Verkauf der betroffenen Modelle ist bereits gestoppt

Der Autohersteller hat angesichts des Skandals um manipulierte Abgastests den Verkauf von Diesel-Autos mit Vierzylindermotoren in den USA vorerst gestoppt, das soll auch auch gebrauchte Fahrzeuge dieser Typen betreffen. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte am Montag entsprechende Medienberichte. Betroffen seien aktuelle Modelle der Marken VW und Audi.

Die Grünen im Bundestag fordern nun Aufklärung darüber, ob es vergleichbare Manipulationen auch in Deutschland gebe. „Die Aufklärung werden wir mit Nachdruck im Bundestag einfordern und auch schauen, ob deutsche Behörden bei diesen illegalen Aktivitäten durch aktives Wegschauen geholfen haben“, sagte die Vorsitzende des Umweltausschusses, Bärbel Höhn, am Sonntag in Berlin.