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Vorstellung: BMW 320d Mildhybrid

Ein 48-Volt-Startergenerator soll den gefragten BMW 320d sparsamer machen. Der Fortschritt bleibt in dieser Hinsicht überschaubar, zumal BMW ihn sich gut bezahlen lässt und gleichzeitig die Auswahl einschränkt

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(Bild: BMW)

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Technische Updates hängen bei BMW schon seit vielen Jahren nichts zwangsläufig an Überarbeitungen oder einem Modellwechsel. Der 3er wurde erst 2019 in den Handel gebracht, der Touring ist erst seit ein paar Monaten zu haben. Nun bekommt die stark nachgefragte Version 320d ein Upgrade. Für den Kunden hat das nicht nur Vorteile.

Ungewöhnlich still hat die sonst um Aufmerksamkeit buhlende Öffentlichkeitsarbeit die Umstellung im 520d begleitet. Seit November 2019 wird dort ein Startergenerator eingebaut, nun vollzieht BMW diesen Schritt auch im 3er. Er hat ein 48-Volt-Bordnetz und kann bis zu 8 kW Leistung beisteuern. BMW verspricht eine „verbesserte Dynamik“, was sich aus den Werksangaben nicht herauslesen lässt. Es bleibt im 320d Touring mit Automatik bei 7,1 Sekunden im Standardsprint und 230 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Ziel: weniger

Die Mildhybridisierung hat natürlich einen anderen Zweck. Sie soll im Zyklus den Verbrauch senken, um den Konzern vor Strafzahlungen für einen zu hohen Flottenverbrauch zu bewahren. BMW geht dabei den Weg, den viele schon gegangen sind und künftig noch gehen werden – den der Lastpunktverschiebung. Ziel ist es, den Motor möglichst häufig nahe des Bestpunktes der Effizienz zu betreiben. Liegt die aktuelle Lastanforderung unter diesem Bestpunkt, wird Energie in einem kleinen Speicher „abgelegt“. Liegt die Lastanforderung über dem besagten Punkt, wird der Batterie Energie entnommen und der Startergenerator steuert seine bis zu 8 kW bei. Die Batterie hat eine Kapazität von 11 Ah, also 0,528 kWh.

Welche Fortschritte damit beim Verbrauch möglich sind, hängt von der Auslegung und Steuerung des Systems ab. Toyota hat das über viele Jahre hinweg perfektioniert. Die Japaner setzen auf einen kleinen Speicher und, im Vergleich zu BMW, einen wesentlich stärkeren E-Motor. Im 180-PS-Corolla, den wir in der Redaktion hatten, lassen sich über Land locker Verbrauchswerte um 4 Liter/100 km erzielen. Im 320d bleibt der Fortschritt dann doch ziemlich überschaubar. BMW ermittelt den Verbrauch im WLTP und rechnet zurück auf den NEFZ. Im 320d Touring mit Automatik waren es im Zyklus bislang minimal 4,4 Liter, mit Mildhybridisierung sind es nun minimal 4,2 Liter. In CO2 ausgedrückt unterbietet der neue Antrieb den bisherigen mit 109 zu 114 g/km.

Keine Wahl

Mit dem Upgrade stellt BMW von der Abgasnorm Euro 6d-Temp auf die Euro 6d um, zieht also die Einführung der ab Januar 2021 zur Mindestanforderung werdenden Norm ein paar Monate vor. Gleichzeitig entfällt die Möglichkeit, den 320d auch mit Schaltgetriebe ordern zu können. Das macht den 320d Mildhybrid nochmals erheblich teurer: Ein 320d mit Schaltgetriebe stand zum Schluss mit 42.000 Euro in der Preisliste. Nun ist die zuvor mit 2150 Euro gesondert zu bezahlende – und sehr zu empfehlende – Achtgangautomatik serienmäßig. Am Ende bleibt trotzdem ein Zuschlag von 850 Euro für die Mildhybridisierung. Und natürlich sind die 45.000 Euro, die ein 320d Touring nackt kostet, erst der Ausgangspunkt einer langen Reise entlang der Verlockungen der langen Preisliste. Wer mag, kann die Maschine mit E-Unterstützung ab sofort auch in X3 und X4 bestellen.

Zu viel?

BMW hat im Dreier ein neues Basismodell vorgestellt, das fast 7000 Euro weniger als ein 320d kostet. Der neue 318i hat einen Zweiliter-Vierzylinder-Benziner, der serienmäßig mit der Achtgang-Automatik kooperiert. Er bietet 250 Nm und 115 kW (156 PS). 8,7 Sekunden im Standardsprint und 220 km/h Höchstgeschwindigkeit verspricht BMW – ein lahmes Einstiegsmodell ist das also nicht. Im WLTP nennt BMW 6,6 Liter. Das ist erheblich weniger als Mercedes für den vergleichbaren C 180 nennt – dort werden 7,1 Liter im WLTP genannt.

38.050 Euro verlangt BMW für den 318i Touring, 36.500 Euro für die 318i Limousine. Ein Blick auf die Verkaufszahlen des Konkurrenten aus Stuttgart zeigt, dass der 318i durchaus rege nachgefragt werden könnte. Vom nicht einmal 30 PS stärkeren 320i trennen ihn mehr als 4000 Euro, was auch in dieser Klasse ein gewisses Gewicht hat. Bei Mercedes jedenfalls gehört der C 180 zu den Favoriten der Kundschaft, obwohl er dort nicht das Einstiegsmodell ist.

(mfz)