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Schalterschluss

Vorstellung: BMW M2 CS

Autos
BMW M2 CS

Der M2 CS ist nicht nur einer der stärksten BMW mit serienmäßigem Schaltgetriebe. 450 PS und eine noch kompromisslosere Auslegung als beim M2 dürften künftig eine Rarität sein. Mit Carbondach, niedrigem Schwerpunkt und aktivem Fahrwerk steht er für puristischen Fahrspaß

Die BMW-M-GmbH setzt auf den M2 noch eins drauf und stellt den 450 PS starken und 95.000 Euro teuren M2 CS (Clubsport) vor. Die CS-Modelle, die es auch von M4 oder M3 gibt, sind oberhalb der Competition-Versionen positioniert und nur in limitierter Stückzahl erhältlich. Sie sollen auch als Basis für Motorsportaktivitäten dienen. Auf Basis des M2 CS wird es ab 2020 einen Clubsport-Rennwagen namens M2 CS Racing geben. Bis dahin bleibt der M2 CS der heißeste M2 und mit 40 PS Mehrleistung gegenüber dem M2 Competition [1] einer der aktuell stärksten BMW mit Schaltgetriebe.

Das aus M3, M4 und M5 bekannte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe M DKG ist hier nur Wunschausstattung gegen Aufpreis. Das Schaltgetriebe bringt Nachteile bei Beschleunigung und Verbrauch mit sich. Mit 4,2 s braucht der M2 CS damit 0,2 s länger, um die 100 km/h-Marke zu erreichen. Außerdem verbraucht der handgeschaltete M2 CS im NEFZ 0,8 Liter mehr als der mit 9,4 bis 9,6 Liter angegebene M2 CS mit M DKG. Bei der Competition-Version war das handgeschaltete Modell bisher trotz objektiver Nachteile sehr beliebt. Es kommt wohl der puristischen, schnörkellosen Sportlichkeit des M2 sehr entgegen.

Rennstreckenoptimiert

Im M2 CS wurde diese Sportlichkeit noch mehr herausgearbeitet. Motorhaube und Dach aus CFK verringern das Gesamtgewicht und optimieren den Schwerpunkt. Der CS ist als erste M2-Version mit dem adaptiven Fahrwerk aus dem M4 ausgestattet. Im Zusammenspiel mit dem aktiven M-Differenzial an der Hinterachse soll so möglichst viel von den 450 PS und 550 Nm des Sechszylinder-Biturbomotors auf die Straße oder besser Rennstrecke kommen. Die ernsthaft motorsportlichen Ambitionen dokumentiert auch die serienmäßige Cup-Bereifung auf besonders leichten 19-Zoll-Felgen. Nur auf Wunsch wird der M2 CS mit einer alltagstauglicheren Bereifung ausgeliefert.

Auch durch zahlreiche Carbonanbauteile wie der Diffusor und die „Gurney“ genannte Heckabrisskante, dienen Leichtbau und Anpressdruck zugleich. Eine Domstrebe aus Carbon im Motorraum verspricht im Vergleich zur ohnehin schon sehr dynamischen Basis noch mehr Zackigkeit beim Einlenken. Die M-Sportbremse erhielt vergrößerte Scheiben, um der neuen Dynamik Herr zu werden. Carbon-Keramik-Sportbremsen sind optional.

Auch innen: Carbon-Insignien

Im Interieur fallen im Vergleich zum Competition-Modell hauptsächlich die Mittelkonsole und die Türgriffabdeckung aus Carbon auf. Serienmäßig sind die bereits aus dem Competition bekannten hervorragenden Sportsitze. Hier sind sie schwarz mit Leder und Alcantara ausgeführt und mit roten Ziernähten versehen. Auf Wunsch kann das Sportlenkrad in einer Version mit griffigem Alcantarabezug und roter Zwölf-Uhr-Markierung geordert werden.

Im Visier: Cayman GT4

Der BMW M2 CS zielt ziemlich genau darauf, den Porsche 718 Cayman [2] GT4 (420 PS-Saugmotor, 420 Nm Drehmoment) zu übertrumpfen. Ob er Faszination, Fahrdynamik und Fahrspaß des nominell schwächeren Porsches erreichen kann, bleibt noch herauszufinden. Beide kleinen Sportwagen vermitteln jedoch eine naive Liebe am Motorsport. Damit sind sie sicherlich aus der Zeit gefallen und werden die Zielgruppe vermutlich trotzdem ansprechen.


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[1] https://www.heise.de/autos/artikel/Fahrbericht-BMW-M2-Competition-4122574.html
[2] https://www.heise.de/autos/artikel/Fahrbericht-Porsche-718-Spyder-4489244.html