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Vorstellung: BMW X2

BMW stellt den X2 vor, der die "robusten Gene eines typischen BMW X Modells mit der eleganten Sportlichkeit eines Coupés" verbinden soll. Doch wesentliche Unterschiede zum erfolgreichen BMW X1 sind kaum auszumachen

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(Bild: BMW)

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Wohlwollend könnte man meinen, es sei ein Zeichen ungewöhnlicher Kreativität, Lücken zu entdecken, die zuvor keiner sah. Ungnädige mögen dagegen anmerken, dass dabei oft Modelle entstehen, die zuvor keiner vermisst hat. So oder so: Auf Produktargumentation und Verkäufer kommt mit dem neuen BMW X2 auf jeden Fall eine Menge Erklärungsbedarf zu, denn große Unterschiede sind zum erfolgreichen X1 kaum auszumachen.

Geglättet

Der Unterschied ist vor allem optischer Natur. „Der BMW X2 ist ein Ausdruck von moderner und extrovertierter Fahrzeugdynamik“, entfährt es dem BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk. Nüchtern betrachtet wirkt der X2 auf mich etwas weniger aufgebockt als der X1. Der Neue ist etwas glatter und damit weniger faltig. Was nun schöner ist, mag jeder für sich beurteilen. Zumindest gibt es ab März 2018 eine optische Alternative zum BMW X1, wenngleich der Unterschied nicht allzu groß ist.

Das gilt erst recht für den Innenraum, in dem im Wesentlichen jene Stilelemente verwendet wurden, aus denen sich die beiden BMW-Vans und der X1 auch zusammensetzen. Es mag Unterschiede in kleinen Details geben, doch ein Neuentwurf ist das X2-Interieur nicht. Auf den ersten Bildern ist eine aufgebrezelte Version mit allerlei teuren Zutaten zu sehen – die Basis wird deutlich schlichter. Für ein Modell, das mit derart viel Nachdruck als frisch gepriesen wird, hätte es etwas mehr Pfiff sein dürfen. Doch funktional gibt es nichts auszusetzen.

Kürzer

Mit 4,36 m ist der X2 so lang wie ein Seat Ateca und damit etwas kürzer als ein BMW X1, der 4,44 m misst. Das Platzangebot des BMW X2 wird also etwas knapper sein als im X1. Der Laderaum schluckt mindestens 470 Liter und lässt sich durch Umlegen der Rückbank im Verhältnis 40:20:40 auf bis zu 1355 Liter erweitern. Der größere BMW X1 bietet mit 505 bis 1550 Liter etwas mehr. Die Unterschiede sind insgesamt aber so gering, dass sie für kaum jemanden kaufentscheidend sein dürften.

Die Basis kommt von der UKL-Plattform, auf der schon einige Mini-Modelle, die beiden BMW-Vans, der X1 und auch der nächste 1er aufbauen. Technisch bedeutet das eher Durchschnittsware als automobile Haute Couture. Quer eingebaute Motoren, Frontantrieb und aufgeladene Dreizylinder an der Basis sind in dieser Klasse nichts Ungewöhnliches. Den Anfang machen aber Vierzylinder ab 190 PS. Dazu zählt der intern B47 genannte Zweiliter-Diesel mit 190 und 225 PS sowie der Benziner mit 192 PS. Bei den Dieselmotoren bleibt es bei der bekannten Achtgang-Wandlerautomatik, die kleinen Benziner bekommen ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Kommt ein Hybridantrieb?

Im Laufe des Jahres 2018 kommen noch ein Benziner mit 140 und ein Diesel mit 150 PS hinzu. Auch mit dem 252 PS-Vierzylinder-Benziner ist zu rechnen. Passen würde auch der Hybridantrieb aus dem BMW 225xe. Ob er tatsächlich eingesetzt wird, steht noch nicht fest. Mit einiger Sicherheit folgen noch stärkere Motoren. BMW wird sich da dem eigenen Image verpflichtet fühlen, und die Kundschaft wird es zu einem gewissen Teil auch so wollen. Allerdings sind dem Leistungswachstum zumindest vorerst Grenzen gesetzt: Ein aktueller Sechszylinder passt nicht auf diese Plattform. BMW wird das Problem mit mehreren Turboladern angehen. Wer mag, bekommt dann einen Zweiliter-Vierzylinder mit mehr als 300 PS.