Offen für alles

Vorstellung: BMW Z4

Ein Roadster bedeutet eigentlich eine Reduktion auf das Wesentliche. BMW hat sich wieder anders entschieden und stattet auch den neuen Z4 mit allem aus, was dem Konzern an Technik derzeit zur Verfügung steht

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Die Freude an automobiler Fortbewegung hat viele Facetten. Erst kürzlich ließ sich mein geschätzter Kollege Florian über seine Interpretation an maximalem Fahrspaß aus, woran ich vermutlich die Hauptschuld trage. Schließlich war ich es, der ihn mit einem Mazda MX-5 alleinließ. Der weckte wahrscheinlich Erinnerungen an seine automobile Sozialisierung. Glück bedeutet demnach eine gut kombinierter Einfachheit, die auf alles zum Fahren Unnötige verzichtet.

Alles drin

Wie unterschiedlich Hersteller dieses Thema selbst in einem Segment angehen, zeigt der neue BMW Z4. Er ist wie der MX-5 ein Roadster, doch den Mut, möglichst vieles wegzulassen, brachte BMW nicht auf. Das darf nicht weiter verwundern, denn die Bayern bedienen eine andere Klientel. Kein Vorwurf also an dieser Stelle, dass der Z4 mit allem ausstaffiert wird, was BMW derzeit auf Lager hat. Dazu gehört das neue Design des Armaturenbrettes, von dem einige Elemente schon aus dem im Juni vorgestellten 8er bekannt sind. Wir verraten vermutlich kein Staatsgeheimnis mit der Aussage, dass diese Gestaltung sich auch im nächsten Dreier wiederfindet. Ob ein furchtbar schlecht abzulesender Balkentacho und ein Drehzahlmesser, der entgegen dem Uhrzeigersinn läuft, der ganz große Wurf sind – dazu wird es sicher unterschiedliche Auffassungen geben. Auch das grob auflösende Display zwischen den mittleren Ausströmern wird, so vermute ich, nicht nur Fans haben. Positiv vermerkt sei, dass BMW an den frei belegbaren Favoritentasten festhält.

Stoff statt Stahl

Äußerlich hat sich BMW dazu entschlossen, mit möglichst vielen Sicken und Kanten ein Maximum an Unruhe ins Design zu bringen. Zeitlose Eleganz und unaufdringliche Zierlichkeit hatten im Lastenheft ganz offensichtlich keine Priorität. Die vier Scheinwerfer sind erstmals übereinander positioniert. Statt eines Klappdachs aus Stahl wie im bisherigen Z4 gibt es nun wieder ein Stoffverdeck.

Die technische Basis hat BMW zusammen mit Toyota entwickelt. BMW wird sie für den Roadster nutzen, Toyota für den nächsten Supra, den es nur als Coupé geben wird. Bei den Motoren greifen die Hersteller jeweils auf eigene Entwicklungen zurück. Im Fall des BMW ist das zunächst der aus diversen Modellen bekannte Dreiliter-Reihensechszylinder, der es auf 340 PS bringt. 4,6 Sekunden verspricht BMW im Standardsprint, was wohl jene etwas trösten wird, die auf einen M Z4 warten. Den soll es – Stand heute – nicht geben. Dafür wird das Angebot in die andere Richtung ausgeweitet, wobei noch geheim ist, wie weit. Fest steht, dass der Zweiliter-Vierzylinder mit rund 260 PS in den Z4 kommt. Vermutlich wird es auch eine Version mit rund 200 PS geben, schon um auf Stückzahlen zu kommen.

Spannende Aussichten

Bei den Händlern steht der neue Z4 ab dem Frühjahr 2019. Es wird für die Marke ein spannendes Jahr, woran der Z4 nur einen geringen Anteil hat. Seine Zielgruppe ist klar definiert – und überschaubar. Viel wichtiger für BMW wird sein, ob man mit dem kommenden Dreier wieder den Geschmack der Kunden trifft. Er ist das Volumenmodell und Rückgrat des Erfolgs der Marke. Und natürlich wird interessant zu beobachten sein, ob es dem überwiegenden Teil 1er-Kunden wirklich egal ist, welche Achse angetrieben wird. Fehlenden Mut kann den Verantwortlichen in diesem Punkt keiner unterstellen.