Zurück im Rennen

Vorstellung: Honda CB 650 R

Honda versucht mit seinem Neo-Sports-Café-Design neue Akzente zu setzen. Als jüngstes Mitglied dieses Clubs kommt die CB 650 R heraus. Sie wirkt nicht nur gefällig – auch die Technik scheint an den richtigen Stellen überarbeitet

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Honda versucht mit seinem Neo-Sports-Café-Design neue Akzente zu setzen. Als jüngstes Mitglied dieses Clubs kommt die CB 650 R. Sie wirkt nicht nur gefällig – auch die Technik scheint an den richtigen Stellen überarbeitet.

Honda geht es eigentlich gut in Deutschland. Der weltgrößte Motorradhersteller behauptete letztes Jahr hierzulande erneut den zweiten Platz am Gesamtmarkt und konnte sich über fast 20.000 Neuzulassungen freuen, ein Plus von elf Prozent. Dennoch gab es einen Schönheitsfehler in der Bilanz: In der absatzstarken Mittelklasse konnte Honda vom Naked Bike CB 650 F nur etwas über tausend Stück verkaufen, während sich die direkte Konkurrentin Yamaha MT-07 dreimal so gut verkaufte und Kawasaki auf fast 3000 Neuzulassungen der Z 650 kam. Die MT-07 war letztes Jahr das zweitmeistverkaufte Motorrad in Deutschland, die Z 650 folgte auf Rang vier, die CB 650 F kam nur unter „ferner liefen“ auf Platz 23 ins Ziel.

Interpretation traditioneller Formen

Ein unhaltbarer Zustand für Honda. Deshalb schoben sie jetzt ein komplett überarbeitetes Modell an den Start und tauften es CB 650 R. Bereits letztes Jahr hat die Marke mit dem Flügel im Logo ein neues Design eingeführt: „Neo Sports Café”. Kein Retro-Design, das den Look der 1960er und 1970er Jahre nachahmt, sondern eine moderne Interpretation traditioneller Formen, wie bereits bei CB 125 R, CB 300 R (Test) und CB 1000 R (Test). In die Lücke dazwischen sortiert Honda nun die CB 650 R.

Optisch will sie weg vom aggressiven, kantigen Streetfighter-Design, hin zu glatten, einfachen Flächen. Ein runder Scheinwerfer mit Tagfahrlicht, dahinter die Verkleidung der Luftkanäle, deren silberne Lackierung Metall vortäuschen soll. Der Tank ist noch kompakter als bisher, verlor dadurch allerdings zwei Liter Volumen. Das Heck endet direkt hinter dem Soziussitz, unter die Sitzbank schmiegt sich ein kompaktes Rücklicht, links und rechts davon die neuen LED-Blinker. Besonders elegant wirkt die fast parallele Führung der vier Krümmer – wie schon an der Vorgängerin.

Elastischere Leistungsabgabe

Technisch basiert die CB 650 R auf der alten CB 650 F, ihre Leistung stieg aber dank einer Reihe von Maßnahmen von 91 auf 95 PS. Zur Airbox führen nun zwei große Luftkanäle, vorher gab es nur einen zentralen Kanal. Die Verdichtung wurde von 11,4:1 auf 11,6:1 erhöht, das Bohrung-Hub-Verhältnis blieb zwar gleich, aber die Form der Kolben und Brennräume wurde modifiziert. Die Steuerzeiten sind geändert und ein verstärkter Ventiltrieb ermöglicht eine höhere Spitzendrehzahl.

Der Drehzahlbegrenzer setzt nun erst bei 12.000/min statt schon bei 11.000/min ein und das maximale Drehmoment stieg leicht von 63 auf 64 Nm bei 8500/min. Den Knick in der Drehmomentkurve bei 5500/min des alten Motors will Honda nun ausgebügelt haben. Schon bislang glänzte der 649-cm3-Vierzylinder durch Laufruhe und gleichmäßige Kraftentfaltung, wir sind gespannt auf den ersten Test.

Doch hat die CB 650 R nicht nur mehr Leistung, sondern auch weniger Gewicht. Glatte sechs Kilogramm verlor sie im Vergleich zur Vorgängerin und kommt jetzt auf schlanke 202 Kilogramm Leergewicht. 1,9 Kilogramm wurden am Stahlrahmen eingespart, der nun gepresste statt geschmiedete Aufnahmen für die Schwingenlagerung einbindet.