Vorstellung: Honda CRF 1100 L Africa Twin

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Der Lenker wurde um 22 Millimeter erhöht, was die Ergonomie ebenfalls verbessert. Die vibrationsdämmenden Gummiauflagen der gezahnten Fußrasten können leicht entfernt werden, damit die Stiefel besseren Halt bei Geländefahrten finden. Der Windschild wurde an der neuen Africa Twin deutlich niedriger gehalten, um das Gelände direkt vor dem Vorderrad besser sehen zu können. Hingegen wurden die beiden LED-Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht etwas weiter nach oben verschoben.

Touchscreen und Apple Car Play

Hinter der Frontverkleidung verbirgt sich eine kleine Sensation: Das farbiges 6,5 Zoll große TFT-Display verfügt über einen Touchscreen. Laut Honda kann er problemlos mit Handschuhen bedient werden. Das Menü kann aber über Tasten am linken Lenkerende angesteuert werden. Die neue Africa Twin verfügt sogar über Apple Car Play (Test), obwohl es hier eigentlich Apple Motorcycle Play heißen müsste. Das iPhone kann per USB-Stecker verbunden werden und zum Beispiel Google Maps zur Navigation anzeigen. Auf das Headset des Fahrers können Anrufe via Bluetooth vom iPhone oder auch Android-Gerät geleitet oder Musik gestreamt werden. Wenn aber der Fahrer sich etwa Google Maps auf dem Display darstellen lässt, würden ihm die zwingend wichtigen Informationen wie die Geschwindigkeit fehlen. Also hat Honda unterhalb des TFT-Displays noch ein Instrument angebracht, das das Tempo, den eingelegten Gang und die abgespulten Kilometer digital anzeigt sowie diverse Warnleuchten bietet.

Aktuelle Assistenzsysteme

Bei den elektronischen Assistenzsystemen geizt Honda nicht. So erhielt die Africa Twin 1100 die neueste sechsachsige IMU von Bosch mit siebenstufiger Schlupfregelung. Dabei greifen die Stufen eins bis vier nur minimal ein und liegen dicht beieinander, damit erfahrene Enduristen von einer fein abgestimmten Traktionssteuerung profitieren, während die Stufen fünf bis sieben weiter auseinanderliegen. Außerdem verfügt die CRF 1100 L über einen dreistufigen Wheelie-Verhinderer, Kurven-ABS mit Offroad-Modus und eine Abhebeerkennung des Hinterrads. Zusätzlich zu den Fahrmodi Urban, Tour und Gravel kommt im neuen Modell noch der Offroad-Modus. Wer es wünscht, kann die elektronischen Helfer auch ganz abstellen. Den Tempomat spendiert Honda seiner neuen Africa Twin nun serienmäßig, ebenso wie eine Emergency-Stopp-Funktion, bei der die Warnblinker automatisch während einer Vollbremsung eingeschaltet werden.

Auf Wunsch ein Automatikgetriebe

Der Kunde hat die Wahl zwischen dem konventionellen Schaltgetriebe oder dem aufpreispflichtigen Doppelkupplungsgetriebe DCT. Das DCT wechselt im AT-Modus die Gänge selbstständig, während der Fahrer im MT-Modus per Knopfdruck die Gänge hoch- und runterschalten kann. In seiner neuesten Generation erkennt das DCT sogar Kurven. Allerdings wiegt das DCT rund zehn Kilogramm und vernichtet damit die Gewichtsersparnis des neuen Modells.

Fernreisekonfiguration Adventure Sports

Wie schon bei der letzten Africa Twin, wird es auch bei der CRF 1100 L eine Adventure Sports geben. Paradoxerweise ist die Adventure Sports die weniger sportlichere der beiden Africa Twins, sie soll mehr die Fernreise-Touristen ansprechen. Sie bietet noch mehr Tourentauglichkeit durch einen 24,8-Liter Tank, eine etwas breitere Frontverkleidung, eine hohe, verstellbare Scheibe, einen vergrößerten Motorschutz, Gepäckträger, dicker gepolstertes Sozius-Sitzkissen, größere Seitenverkleidungen unterhalb der Sitzbank, Handprotektoren, Griffheizung und vieles mehr. Die neu konturierte Sitzbank ist nun 50 Millimeter tiefer als beim Vorgängermodell – vermutlich hatten sich zuviele Kunden über die enorme Sitzhöhe von 920 Millimeter beschwert. Nur für die Adventure Sports ist ein semi-aktives Showa-Fahrwerk gegen Aufpreis erhältlich. Allein schon der riesige Tank und ihr höheres Gewicht von 238 Kilogramm verhindern allzu großen Elan der Adventure Sports (Test) im Gelände.

Über die Preise für seine beiden neuen Africa Twin-Modelle hat Honda noch nichts verlautbaren lassen, es ist jedoch zu erwarten, dass sie über den bisherigen von 13.465 Euro bzw. 14.865 Euro liegen werden.