Dreckfräse

Vorstellung: Honda CRF 450 L

Es hat viele Jahre gedauert, aber nun hat sich Honda endlich durchgerungen, auch in Deutschland offiziell eine Sportenduro anzubieten. Ab Oktober soll die CRF 450 L, die auf dem Motocrosser CRF 450 R basiert, ihren Weg in unsere Gefilde finden

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Es hat viele Jahre gedauert, aber nun hat sich Honda endlich durchgerungen, auch in Deutschland offiziell eine Sportenduro anzubieten. Ab Oktober soll die CRF 450 L, die auf dem Motocrosser CRF 450 R basiert, ihren Weg in unsere Gefilde finden. Sie basiert auf dem potenten Motocrosser CRF 450 R, wurde aber für die Straßenzulassung deutlich gedrosselt. Es ist erstaunlich, dass der weltgrößte Motorradhersteller den Markt der schlanken Enduros über Dekaden hinweg der Konkurrenz von KTM, Husqvarna, Yamaha, Suzuki und einigen kleineren Marken überlassen hat, dabei besaß Honda immer prächtige Motocrosser, die man verhältnismäßig einfach hätte umbauen können.

Für den Sport

Die bereits 2013 präsentierte CRF 250 L war keine echte Sportenduro, denn sie trägt den von Honda millionenfach produzierten 250-cm3-Einzylinder, der es auf zwar haltbare, aber eher bescheidene 25 PS bringt. Die kleine Enduro erfreut sich vor allem in Asien großer Beliebtheit als braves Alltagsgerät, wäre aber auf Wettbewerben völlig überfordert, da sie weder die Leistung noch das Fahrwerk für den harten Sporteinsatz besitzt.

Bei der jetzt angekündigten CRF 450 L sieht das anders aus. Auch wenn sie LED-Beleuchtung, Blinker, Tacho, Hupe, Rückspiegel und Kennzeichenträger besitzt und sogar die Euro4-Norm erfüllt – das L in der Modellbezeichnung steht tatsächlich für „legal“ –, stammt sie doch von einem waschechten Motocrosser ab. Die CRF 450 R ist eine sehr ernste Ansage mit 57 PS und mischt auf der Piste immer ganz vorne im Starterfeld mit. Doch bevor jetzt falsche Hoffnungen geweckt werden: Sie erhält nur deutlich gedrosselt eine Zulassung. Mit 25 PS leistet sie exakt soviel wie die kleine CRF 250 L. Immerhin übertrifft sie deren maximales Drehmoment um zehn und bringt es auf 32 Nm.

Universell einsetzbar

Damit ereilt die Honda das gleiche Schicksal wie alle anderen Sportenduros, die nur deutlich in ihrer Leistung beschnitten den Segen des Kraftfahrtbundesamts erhalten. Ungedrosselt dürfen sie nur an Wettbewerben auf abgesperrtem Areal teilnehmen, auf öffentlichen Straßen sind sie mit voller Leistung höchst illegal unterwegs.

Honda bewirbt die CRF 450 L als Dual-Porpose-Motorrad, das universell einsetzbar ist. Sie soll sich auf ambitionierten Geländeausflügen wacker schlagen (was sie ganz sicher kann) und dennoch auch auf Asphalt glänzen (was nur sehr eingeschränkt der Fall sein dürfte). Honda hat einigen Aufwand betrieben, um den Motocrosser in eine Enduro mit längerer Haltbarkeit zu verwandeln. Motocross sind Sprintrennen, bei denen die auf Höchstleistung gezüchteten Motoren gnadenlos über die Strecke geprügelt werden, ohne Rücksicht auf das Material. Endurorennen sind dagegen Marathonläufe, wo es auf Durchhalten ankommt und entsprechend schonend mit dem Bike umgegangen werden muss. Auch sind knifflige Passagen zu meistern, bei denen der Motor ausreichend Drehmoment bei niedrigen Touren braucht.