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Vorstellung: Mazda 2 Mildhybrid

Mazda überarbeitet den Kleinwagen 2 sanft. Es gibt etwas Feinschliff im Detail. Die Motoren sollen mit Startergenerator und Kondensator deutlich sparsamer als bisher werden. Zumindest im Zyklus gelingt das auch

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(Bild: Mazda)

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Mit dem Schildchen „Hybrid“ wirbt es sich dieser Tage besonders gut, suggeriert es doch sinkende Verbrauchswerte. Deshalb werden wir in diesem Jahr eine Reihe von so gekennzeichneten Modellen sehen – mit höchst unterschiedlicher Auslegung. Darunter werden zahlreiche Mildhybride sein. Diesen Weg geht auch Mazda im Kleinwagen 2, der in diesem Zusammenhang nochmals leicht überarbeitet wurde.

Unterstützung nur mit Schaltgetriebe

Mazda hat das Motorenprogramm des 2 kräftig ausgedünnt. Der Diesel ist schon länger nicht mehr zu haben, der 115-PS-Benziner nun auch nicht mehr. Geblieben sind ein 90-PS-Benziner mit Sechsgangautomatik und zwei Benziner mit 75 und 90 PS. Letztere tragen nun ein „Hybrid“ in der Modellbezeichnung. Die Motoren, allesamt auf einer Basis mit 1,5 Litern Hubraum, wurden in den vergangenen Jahren immer mal wieder unauffällig verändert. So steigerte Mazda den Einspritzdruck von 200 auf 300 bar, zuletzt wurde die Verdichtung von 12:1 (75 PS) und 14:1 (90 PS) auf 13:1 umgestellt.

Für den Jahrgang 2020 wurde ein riemengetriebenen Startergenerator mit recht überschaubaren Leistungsdaten: 22,5 Volt beträgt seine Bordspannung, überschüssige Bewegungsenergie wird nicht in einer Batterie, sondern einem Kondensator abgelegt. Der lässt sich schneller entladen als eine Batterie, wobei es nicht viel zu entladen gibt: Die Speicherkapazität liegt bei 0,012 kWh. Das klingt wenig, der Mildhybrid-Effekt im NEFZ ist angesichts dessen erstaunlich: Statt 4,9 Liter sollen es nun 4,1 sein, im WLTP statt 5,7 nun 5,3 Liter. Ein Teil dieser Einsparung geht auf das neue Getriebe zurück, das nun einen Gang mehr mit längerer Übersetzung hat. Die ersten fünf Gänge sind bleiben gegenüber dem bisherigen Getriebe unverändert, gleiches gilt für die Achsübersetzung.

Der große Fortschritt beim Verbrauch ist auch deshalb so bemerkenswert, weil der Mazda 2 erheblich schwerer geworden ist. Für die Modelle ab 2018 nannte Mazda ein Leergewicht von 997 Kilogramm, nun sind es 1069 – jeweils ohne Fahrer. Die Fahrleistung haben unter den erschwerten Bedingungen kaum nachgelassen, in Standardsprint sind es mit 11,4 und 9,8 nur 0,1 Sekunden mehr als bisher.

Euro 6d ohne Filter

Einen eigenen Weg geht Mazda auch bei der Abgasnachbehandlung. Der Jahrgang 2020 wurde auf die Abgasnorm Euro 6d umgestellt, die in der EU ab Januar 2021 zur Mindestanforderung für erstmals zugelassene Autos wird. Als Direkteinspritzer unterliegen Benziner seit der Abgasnorm Euro 6c einer strengeren Gesetzgebung hinsichtlich der Partikelanzahl. Der Gesetzgeber schreibt nicht vor, wie die Grenzwerte einzuhalten sind. Die meisten Hersteller verbauen einen Partikelfilter, Mazda nicht. Bei kaltem Motor wird hier die Einspritzmenge auf drei Teile aufgeteilt, was, so verspricht es Mazda, die Partikelemission um 80 Prozent reduziert.

Seit 2014 ist der aktuelle Mazda 2 auf dem Markt, und die nun erfolgte Überarbeitung lässt vermuten, dass vor Ende nächsten Jahres nicht mit einem grundlegend neuen Modell zu rechnen ist. Um sich der jüngeren Konkurrenz zu erwehren, hat Mazda einiges an Feinarbeit investiert. Die sitzen sollen das Becken aufrechter positionieren, um Ermüdungen vorzubeugen. Das Fahrwerk mit dickeren Stoßdämpfern hinten soll nun feiner auf kleine Unebenheiten reagieren. Verbessert haben will Mazda auch die Geräuschdämmung, unter anderem mit einem veränderten Himmel und zusätzlichen Dichtungen an den Hintertüren.

14.190 Euro kostet das Basismodell, das neuerdings sogar LED-Scheinwerfer mitbringt. Vermutlich wird es trotzdem kaum einer wählen, denn eine Klimaanlage lässt sich nicht mit dieser Ausstattung kombinieren. So liegt der für die meisten Kunden wohl relevante Einstiegspreis bei 16.390 Euro, die Version mit 90 PS ist nur 500 Euro teurer. Neu im Mazda 2 sind Matrix-Licht, Apple Carplay und Android Auto. Wer all das braucht, muss allerdings zur teuersten Ausstattungslinie greifen, die es nur in Verbindung mit dem 90-PS-Benziner und Schaltgetriebe gibt.

(mfz)