Hochabschluss

Vorstellung: Mercedes GLA

Der erste Mercedes GLA ließ anfangs einige etwas ratlos zurück: Ein SUV, optisch tauglich für die Fahrt durchs Gelände, was vermutlich nie einer abseits von Testfahrten ausprobiert, garniert mit einer nicht erhöhten Sitzposition – war das dann nicht doch etwas zu abgedreht?

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Der erste Mercedes GLA ließ anfangs einige etwas ratlos zurück: Ein SUV, optisch tauglich für die Fahrt durchs Gelände, was vermutlich nie einer abseits von Testfahrten ausprobiert, garniert mit einer nicht erhöhten Sitzposition – war das dann nicht doch etwas zu abgedreht? Nein, entschied die Kundschaft. Mehr als eine Million GLA konnte Mercedes seit 2014 absetzen, fast 100.000 allein in Deutschland. Nach nur fünf Jahren kommt ein komplett neues Modell, das gleichzeitig ein Abschluss ist.

Nummer acht

Denn mit dem GLA sind nun alle Modelle auf dem Markt, die Mercedes auf dieser Basis geplant hat. Acht ziemliche unterschiedlich ausgerichtete Autos sind es inzwischen, die sich hier eine Plattform teilen, wobei es die A-Klasse mit langem Radstand nur in China gibt.. Die mögliche Bandbreite ist groß, wobei nicht in jedem alles zu haben ist. Quer eingebaute Motoren, primärer Frontantrieb, der optionale Allradantrieb wird über eine Lamellenkupplung hergestellt. Das Leistungsangebot reicht mittlerweile von 80 kW (109 PS) bis 310 kW (421 PS). In A- und B-Klasse ist ein Plug-in-Hybrid schon vorgestellt, weitere Modelle damit dürften folgen, der neue GLA dürfte dazugehören.

Zum Marktstart gibt es nur den 1,3 Liter großen GLA 200 mit 120 kW (163 PS) und den 225 kW (306 PS) starken GLA AMG 35. Das Basismodell bekommt serienmäßig ein Schaltgetriebe und Frontantrieb. Im kurz danach startenden GLA 250 mit 165 kW (224 PS) sind Allrad und ein Doppelkupplungsgetriebe mit acht Gängen Serie. Das Topmodell mit dem Zweiliter-Vierzylinder mit 310 kW (421 PS) wird wahrscheinlich im Sommer 2020 auf den Markt kommen.

Frei von gestalterischem Individualismus

Nicht nur äußerlich ähnelt der zweite GLA im Detail den anderen Modellen. Auch das Armaturenbrett ist frei von gestalterischem Individualismus – Mercedes übernimmt die Linie, die seit der vor knapp zwei Jahren vorgestellten A-Klasse bekannt ist. Die große Ausbaustufe des Infotainmentsystems MBUX wird auch hier rund 3000 Euro Aufpreis kosten. Da sich der GLA finanziell am oberen Ende seines Segments einsortiert, werden viele sich das Vergnügen dieser Unterhaltungselektronik wohl gönnen.

Wer aufs Geld schaut, wird ohnehin anderswo günstiger mobil gehalten. Mercedes nennt noch keine Preise für den neuen GLA, doch mit umfangreicherer Serienausstattung dürfte das vorläufige Einsteigsmodell kaum unter 34.000 Euro zu haben sein. Damit hält er immerhin einen gewissen Abstand zum größeren GLB 200, der mindestens 37.747 Euro kostet. Wer auf die modische SUV-Schminke verzichten, aber ein Auto auf dieser – übrigens recht gelungenen – Basis haben will, kann auch zur B-Klasse greifen, die es mit dieser Maschine ab 31.476 Euro gibt.

Kürzer, höher

Verändert hat Mercedes mit dem Generationenwechsel die Proportionen. Im neuen GLA sitzt man deutlich höher als im noch aktuellen Modell. Gegenüber der A-Klasse sollen es 10 cm sein, gegenüber der B-Klasse immer noch 5 cm. Mit 4,41 m ist er rund 1,5 cm kürzer als das alte Modell, der Radstand wuchs um 3 cm. Neu im GLA ist eine 14 cm horizontal verschiebbare Rückbank, die vermutlich wie im GLB Aufpreis kosten wird. Mercedes vermeldet einen Zuwachs von 421 auf 435 Liter beim Kofferraumvolumen, lässt aber offen, in welcher Position der verschiebbaren Sitze das erreicht wurde.

Neu in dieser Klasse ist eine Waschstraßenfunktion, die vom Mercedes GLS bekannt ist. Mit nur einem Befehl werden die Außenspiegel eingeklappt, die Seitenscheiben und ggf. das Schiebedach geschlossen. Die Information des Regensensors wird unterdrückt, damit die Scheibenwischer in der Waschanlage ausgeschaltet bleiben. Die Klimaanlage schaltet auf Umluftbetrieb, und nach einigen Sekunden wird bei entsprechender Ausstattung mit einer 360°-Kamera deren Frontbild eingeblendet, um das Einfahren in die Waschstraße zu erleichtern. Beim Ausfahren aus der Waschanlage werden diese Einstellungen selbsttätig wieder zurückgeschaltet, sobald über 20 km/h beschleunigt wird.

Auf den Markt kommt der neue Mercedes GLA im Frühjahr 2020. Dort erwartet ihn ein dicht besetztes Umfeld, in dem nicht nur die direkte Konkurrenz, sondern auch die Importeure hohe Absatzzahlen erreichen.

(mfz)