Zweitwerk

Vorstellung: Opel Grandland X Hybrid

Bei Opel verkaufen sich gerade die SUVs besonders gut. Das größte dieser Modelle ist der Grandland X, der im Frühjahr mit einem Plug-in-Hybrid vorgestellt wurde. Er wird das erste Modell von Opel, in dem es künftig zwei Plug-in-Hybride geben wird. Der neue hat weniger Leistung, keinen Allradantrieb und einen deutlich kleineren Preis

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Die Hersteller müssen umdisponieren, und zwar auf breiter Front. Bisher war es ein hübscher Eintrag in der Modellübersicht, wenn dort eine Variante mit einem besonders niedrigen Verbrauch glänzte. Wie oft Kunden diese wählten, war nebensächlich. Das ändert sich 2020 ganz massiv: Dann zählt, was verkauft wird – Spritspar-Champions, die keiner kauft, nützen dem Hersteller im Flottenverbrauch gar nichts.

Zwei Plug-in-Hybride

Und so verwundert es nicht, dass die Hersteller gerade bei den beliebten Modellen ansetzen. Bei Opel verkaufen sich gerade die SUVs besonders gut. Das größte dieser Modelle ist der Grandland X, der im Frühjahr mit einem Plug-in-Hybrid vorgestellt wurde. Er wird das erste Modell von Opel, in dem es künftig zwei Plug-in-Hybride geben wird. Der neue hat weniger Leistung, keinen Allradantrieb und einen deutlich kleineren Preis.

Die Ausrichtung des Grandland X Hybrid4 ließ vermuten, dass es den Machern nicht vorrangig um einen möglich geringen Verbrauch ging. Ein kräftiger Verbrenner trägt dort 147 kW (200 PS) zur Systemleistung von 221 kW (300 PS) bei. Den elektrischen Teil übernehmen zwei E-Motoren mit 81 kW am Getriebe und 83 kW als elektrische Sekundärhinterachse. Weil die Frage immer mal wieder auftaucht: Nein, die Leistungsangaben addieren sich in einem Hybridantrieb nicht zwangsläufig, weil sie bei unterschiedlichen Drehzahlen anliegen.

Alles vorn

Die neue Version lässt nicht nur die elektrifizierte Sekundärachse weg, der Allradantrieb entfällt damit. Auch der Verbrennungsmotor ist hier mit 132 kW (180 PS) geringfügig anders, wenngleich die Basis, ein 1,6-Liter-Turbobenziner, identisch ist. Der E-Motor am Achtgang-Automatikgetriebe leistet 81 kW, die Systemleistung gibt Opel mit 165 kW (224 PS) an. Die Fahrleistungen entsprechen ungefähr dem Grandland X mit dem 180-PS-Benziner: Opel nennt 8,9 Sekunden im Standardsprint und 225 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Viel wichtiger dürfte vielen Käufern die Ausstattung mit einem elektrochemischen Speicher sein. Wie im stärkeren Modell hat auch hier die Batterie eine Kapazität von 13,2 kWh. Wie viel davon nutzbar ist, teilt man nicht mit. Was Opel jetzt schon verrät: Das Kofferraumvolumen sinkt gegenüber den Modellen mit alleinigem Verbrenner um 124 auf 390 Liter. Auch der Tank ist in den Hybrid-Modellen mit 43 Liter deutlich kleiner.

Tempo kostet

Die elektrische Reichweite liegt im WLTP zwischen 55 und 57 km. Das serienmäßige, ins Fahrzeug integrierte Ladegerät erlaubt maximal 3,7 kW, das ohne Aufpreis mitgelieferte Mode-2-Ladekabel für die normale Steckdose maximal 1,8 kW. Mehr Tempo kostet mehr Geld: In der Preisliste findet sich ein im Fahrzeug integrierte Ladegerät mit 7,4 kW für 500 Euro, ein Ladekabel für eine Wallbox oder eine öffentliche Ladestation 250 Euro. Dazu kann der Käufer bei Opel auch zwischen verschiedenen Wallboxen wählen.

Wie gehabt kostet das Vergnügen, zumindest eine kleine Strecke rein elektrisch fahren zu können, einen gewissen Aufschlag. Das Basismodell „Edition“ kostet 44.190 Euro, die noch besser ausgestattete Version „Innovation“ ist mit 44.665 Euro nicht viel teurer. Zur Orientierung: Ein Grandland X „Innovation“ mit dem 180-PS-Benziner kostet 36.300 Euro, als Hybrid4 „Innovation“ sind es 51.165 Euro. Bei den Hybriden dürfen vom Listenpreis noch die gerade im Rahmen des Klimapaketes der Bundesregierung erhöhte Prämie abgerechnet werden. Die Herstellerförderung von 2250 Euro wird vom Nettofahrzeugpreis abgezogen, die 2250 Euro, die der Steuerzahler dazulegt, vom Bruttopreis.

(mfz)