Leistungsorientiert

Vorstellung: Opel Grandland X Hybrid4

Ein neuer Plug-in-Hybrid soll den Flottenverbrauch senken. Den Verbrenner dimensioniert PSA allerdings recht üppig. Der Benziner im Grandland X Hybrid 4 leistet 200 PS, die Systemleistung soll bei 300 PS liegen. Dazu zeichnet sich das erste Update ab, bevor er auf dem Markt ist

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  • Martin Franz

PSA hat sich einen anspruchsvollen Zeitplan vorgegeben. Innerhalb der nächsten 20 Monate sollen einige Modelle auf den Markt kommen, bei denen ein E-Motor zumindest einen Teil des Antriebs übernimmt. Opel Corsa, Vivaro Life, Mokka X und Peugeot 208 werden als E-Autos zu den Händlern kommen, dazu diverse Hybridantriebe. Ein übermäßig kräftiger Ableger eines Plug-in-Hybrids wird noch in diesem Jahr in den Grandland X Hybrid4 eingebaut.

Hohe Systemleistung

Der Antriebsstrang, der in dieser Form in zahlreiche Modelle von PSA einziehen wird, besteht aus drei Motoren. Als Verbrenner dient ein aufgeladener 1,6-Liter-Vierzylinderbenziner mit 147 kW (200 PS). Ein E-Motor ist in der Achtgang-Automatik integriert, der zweite an der Hinterachse. Beide leisten jeweils 80 kW (109 PS), als Systemleistung gibt Opel 221 kW (300 PS) an. Angaben zu Fahrleistungen gibt es noch nicht, allerdings welche zum Verbrauch.

Opel nennt im WLTP 2,2 Liter – eine Angabe, die im neuen Zyklus noch weniger wert ist als im alten NEFZ, denn mit reichlich Aufwand und Hartnäckigkeit ist es Bürokraten gelungen, jegliche Vergleichbarkeit zu eliminieren. In der Praxis würden sich vermutlich wesentlich geringere Verbrauchswerte ergeben, wenn PSA den Verbrenner anders dimensioniert hätte. Kleinere Benziner sind auch im Grandland X zu haben, technisch wäre dies also problemlos möglich gewesen. Richtig ärgerlich ist der Umstand, dass Opel die ersten Käufer mit der Abgasnorm Euro 6d-Temp vom Hof lässt. Dass es momentan kaum ein Hersteller anders regelt, macht die Sache nicht besser. Neuwagen mit dieser Norm sind in der EU nur noch bis Ende nächsten Jahres erstzulassungsfähig, ab 1. Januar 2021 ist für Erstzulassungen die Euro 6d Pflicht.

Reichweite

Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Brutto-Kapazität von 13,4 kWh. Opel verspricht eine rein elektrische Reichweite von bis zu 50 km und liegt damit zuverlässig über jenen 40 km, die ein Plug-in-Hybrid mindestens schaffen muss, um unter die steuerliche Neuregelung der privaten Nutzung von Dienstwagen zu fallen. Für den Hersteller ist das kein Nebenschauplatz, sondern existenziell. Audi und BMW haben ihre Plug-in-Hybride dahingehend überarbeitet. Von den 16.409 Grandland X, die 2018 in Deutschland erstmals zulassen wurden, entfielen 68,1 Prozent auf gewerbliche Zulassungen.

Serienmäßig legt Opel ein 3,3-kW-Ladegerät bei, gegen Aufpreis eines mit 6,6 kW. Am schnellsten soll die Aufladung an einer Wallbox ablaufen, wobei die Batterie die Ladeleistung auf 7,4 kW begrenzt. Damit ist die Batterie in 1:50 Stunde aufgeladen, verspricht Opel.

Preis noch offen

Spannend wird die Einordnung innerhalb der Grandland X-Palette sein, da PSA kein Interesse daran haben kann, hier ein Nischenmodell zu schaffen, was niemand kauft. Trotzdem ist damit zu rechnen, dass Opel die Vorzüge des Grandland X Hybrid4 – darunter der sonst in diesem Auto nicht erhältliche Allradantrieb und die hohe Systemleistung – entsprechend in Rechnung stellt. Mit dem 180-PS-Benziner kostet der Grandland X derzeit mindestens 35.150 Euro. Ein Preis von deutlich unter 40.000 Euro für die Hybridversion wäre eine ziemliche Überraschung. Details dazu will Opel erst demnächst verraten, wobei dieses Geheimnis recht bald gelüftet werden dürfte: Wir rechnen damit, dass der Grandland X Hybrid4 in der zweiten Jahreshälfte zu den Händlern rollt.