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Mit Durchblick

Vorstellung: Range Rover Evoque

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Vorstellung: Range Rover Evoque

Der Range Rover Evoque war erfolgreich mit eigenständiger Gestaltung. In zweiter Generation ist sicher nicht zufällig viel vom aktuellen Modell zu erkennen, JLR gibt noch eine Prise Range Rover Velar dazu. Neu ist die Mild-Hybridisierung außer für die Basismotorisierung und ein Plug-In-Hybrid-Modell

Jaguar Land Rover kündigt die zweite Generation seines kompakten SUV Range Rover Evoque an. Eine leichte Hybridisierung mit 48-Volt-Netz soll nun beim Normverbrauch helfen, Ende nächsten Jahres kommt ein Plug-In-Hybrid. Dazu musste zwar die Karosserie neu konstruiert, aber gleichzeitig die eigenständigen Gestaltung beibehalten werden, denn der Evoque war ja gerade damit erfolgreich.

In der zweiten Generation, die ab April 2019 verkauft werden soll, ist in Linie, Proportionen und Dimensionen noch viel vom aktuellen Modell zu erkennen. Die schmalen Scheinwerfer und die Rückleuchten sehen dagegen ein bisschen nach Range Rover Velar (Test) [1] aus und auch das Konzept der ausfahrenden Türgriffe kommt aus dem größeren Modell.

Charakterstark blieben die ansteigende Gürtellinie, das aufgesetzt wirkende Dach und die bis 21 Zoll großen Räder. Der kommende Evoque wirkt kraftvoller als die noch aktuelle Generation, von der bisher weltweit über 770.000 Fahrzeuge verkauft wurden.

Den dreitürigen Evoque nimmt Jaguar Land Rover (JLR) aus dem Programm, die Nachfrage nach der betont sportlichen Version war zu klein. Das Range Rover Evoque Cabriolet dagegen will man trotz ähnlich schwacher Verkäufe als Imagebringer weiter anbieten. Die meistverkaufte Bauform ist der Fünftürer mit einer Länge von 4,37 Metern. Die Serienausstattung wurde unter anderem mit LED-Scheinwerfern, Touch Screens, Einparkhilfe rundum, Rückfahrkamera und einem Spurhalteassistenten deutlich aufgewertet.

Zwei-Tonnen-Marke

Um Plug-In- und Mild-Hybrid-Systeme anbieten zu können, musste JLR nach eigenen Angaben die Karosserie vollkommen neu konstruieren. Das auch deutlich steifere Blechgehäuse soll „Komfort und Kultiviertheit” unterstützen helfen. Abgespeckt hat das Kompakt-SUV jedoch nicht, es erreicht mit guter Ausstattung die Zwei-Tonnen-Marke.

Dennoch soll das Auto auch abseits befestigter Straßen bestehen, sofern man es mit Allradantrieb bestellt. Nicht nur einige Designdetails erinnern übrigens an den Velar – der neue Evoque soll auch Teile der Radaufhängung übernommen haben. Freuen Sie sich aber nicht zu früh, das betrifft wirklich nur die Hardware, nicht jedoch die Luftfederung. Der Evoque bleibt auch weiterhin stahlgefedert. Gewohnt großzügig sind Böschungswinkel und Wattiefe. Letztere gibt der Hersteller mit 60 Zentimetern an.

Basis ist weiterhin der 150 PS leistende Zweiliter-Vierzylinder-Diesel 2.0 Td4 mit Frontantrieb und Handschaltung, es ist die einzige Motorisierung für den Evoque ohne Hybridtechnik, Neungangautomatik und Allradantrieb [2]. Die anderen Versionen dieses Motors leisten 180 oder 240 PS, Normverbrauch für alle Selbstzünder ist zwischen 5,4 und 6,2 Litern. Der Vierzylinder-Benziner mit zwei Litern Hubraum leistet 200, 250 oder 300 PS, die Normverbräuche des 2.0 Si4 werden zwischen 7,7 und 8,1 Liter angegeben.


Bis auf den Einstiegsmotor sind alle mild hybridisiert: Ihr 48 Volt-Startergenerator mit Riemenantrieb kann die bisher ziemlich gut spürbare Anfahrschwäche mit rund 100 Nm ausgleichen, den Verbrennungsmotor unterhalb von 17 km/h abstellen und beim Bremsen oder Ausrollen rekuperieren.

Später auch als Dreizylinder-Plug-In-Hybrid

Erstmals wird der Range Rover Evoque ab Ende 2019 auch als Plug-In-Hybrid angeboten. Dessen Antrieb ist ein direkt von den Vierzylindern abgeleiteter 1,5 Liter-Dreizylinder mit 200 PS und 280 Nm, der von einem 80 kW leistenden Elektromotor an der Hinterachse unterstützt wird. Er wird von einem 11,3-kWh-Batteriepaket unter dem Laderaumboden versorgt und könnte so eine elektrische Reichweite von etwa 45 Kilometern bieten.

Ein Raumwunder war die erste Generation nicht, besonders im Fond. Dort gibt es aufgrund des um 21 Millimeter verlängerten Radstandes etwas mehr Knieraum. Wirklich groß ist das Raumangebot im Fond jedoch nicht. Dem Erfolg des Evoque dürfte das jedoch kaum einen Abbruch tun, bereits beim Vorgänger hatten über 70 Prozent der Evoque-Fahrer keine Kinder, wie uns die Marketingabteilung sagt. Das Ladevolumen wuchs um rund um zehn Prozent auf 591 Liter. Es lässt sich durch Umlegen der im Verhältnis 40:20:40 teilbaren Rückbank auf bis zu 1383 Liter erweitern.

Mit Durchblick

Zahl und Größe der Displays wuchsen, eine Ausstattung mit einem 12,3-Zoll-Bildschirm und zwei übereinander angeordneten Zehn-Zoll-Displays ist möglich, auch ein farbiges Head-Up-Display steht in der Liste. Auf Wunsch erhält der Kunde einen Bildschirm für eine Außenkamera, die den Innenspiegel ersetzen soll, falls dieser durch Passagiere oder Ladung verdeckt sein sollte. Andere Kameras machen die Motorhaube virtuell durchsichtig [3], indem die Elektronik aus ihren Bildern gewissermaßen einen Röntgenblick – etwa „durch” die Motorhaube – erzeugt, der unter anderem beim Parken helfen soll.

Das Basismodell des Range Rover Evoque mit 150 PS-Diesel, manuellem Schaltgetriebe und Frontantrieb kostet 37.350 Euro. Die stärkeren Versionen gruppieren sich um die 70.000-Euro-Marke und kosten mit entsprechender Ausstattung auch noch deutlich mehr.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/autos/artikel/Test-Land-Rover-Range-Rover-Velar-4077010.html
[2] https://www.heise.de/autos/artikel/Land-Rover-Evoque-mit-Neunstufenautomat-und-Torque-Vectoring-2048573.html
[3] https://www.heise.de/autos/artikel/Jaguar-Land-Rover-will-die-Dachsaeule-durchsichtig-machen-2499294.html