Goldkurs

Vorstellung: Yamaha MT-09 SP

Was macht ein Hersteller, wenn der Verkauf bei einem Modell langsam schwächelt? Yamaha rüstet die erfolgreiche MT-09 mit einem teuren Fahrwerk und einer Sonderlackierung nach. Der Dreizylindermotor bleibt unangetastet, allein schon, weil es an ihm kaum etwas zu verbessern gibt

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Was macht ein Motorradhersteller, wenn ein erfolgreiches Modell im Absatz langsam schwächelt, aber kein Nachfolger in Sicht ist? Er schärft es mit ein paar teuren Komponenten nach. Im Falle der Yamaha MT-09 bekommt eine solche Variante das Anhängsel SP für „Special“ und glänzt mit Sonderlackierung, golden eloxierter Gabel und Federbein-Ausgleichsbehälter.

Die MT-09 war auf Anhieb ein Bestseller, was zum einen am famosen Dreizylindermotor, zum anderen am günstigen Preis lag. Seit dem Verkaufsstart 2013 konnte Yamaha bis Ende 2017 exakt 37.810 MT-09 weltweit losschlagen. Im vergangenen Jahr bekam sie eine Überarbeitung, die Optik wurde der großen Schwester MT-10 angepasst. Auf dem deutschen Markt griffen die Käufer aber nur zögerlich zu, nur noch 1414 Stück der MT-09 wurden verkauft, zwei Jahre zuvor waren es noch 2223. Über das Design der MT-09 lässt sich streiten, nicht jeder steht auf den Insekten-Look des Scheinwerfers. Dafür besticht der Drilling immer noch mit seidenweichem Motorlauf, linearem Durchzug und gut ausbalanciertem Handling.

Federbein bislang zu weich

Schwächen leistete sich das Naked Bike nur wenige, eine davon war aber von Beginn an das weiche Federbein. Es war auf Komfort ausgelegt und erfüllte diesen Anspruch auch einwandfrei. Bei rasanter Fahrweise brachte die weiche Feder aber in Schräglage – vor allem bei Wellen und Löchern im Asphalt – schon mal Unruhe ins Fahrwerk. Yamaha verbaute nun an der MT-09 SP das in manchen Länder auch bislang schon im hauseigenen Zubehör erhältlichen STX 46 YA535-Federbein des schwedischen Herstellers Öhlins, passte aber die Federrate exakt den Bedürfnissen der MT-09 an. Die Vorspannung des Federbeins lässt sich mit einem praktischen Drehknopf unterhalb der Sitzbank verstellen, etwa wenn die Sozia hinten Platz nimmt oder Gepäck transportiert werden soll. Der Einsatz von Werkzeug ist dafür nicht nötig, was Zeit erspart.

Sensiblere Kayaba-Gabel

Natürlich musste auch die Vorderhand aufgewertet werden. An der Kayaba-Upside-Down-Gabel kann nun in beiden Holmen die Zug- und Druckstufe eingestellt werden, bei der Basis-MT-09 sind die Stufen separat untergebracht. Die Maßnahme soll die Sensibilität im Ansprechverhalten erhöhen. Beide Federelemente verfügen nun über eine straffere Grundauslegung mit einer progressiveren Federkennlinie. Keine Frage, dass die Maßnahmen das Fahrverhalten der Serien-MT-09 deutlich verbessern wird. Damit auch ja keiner übersieht, was für ein hochwertiges Fahrwerk hier arbeitet, sind die Gabelholme und der Ausgleichsbehälter des Federbeins golden eloxiert.

Gar nicht so dunkel

Auch wenn Yamaha für seine MT-Baureihe das Motto „The dark side of Japan“ gewählt hat, kommt die MT-09 SP nicht sehr dunkel in „Silver Blu Carbon“ daher, inklusive blau lackierter Felgen. Warum bei „Blu“ das „e“ entfiel, weiß nur Yamaha. Die Lackierung ist erfreulich hochwertig, die blauen Metallic-Streifen auf dem Tank sind im Wassertransferdruck aufgetragen und nicht etwa nur aufgeklebt. Dafür sind der Lenker und die Handhebel nun schwarz statt silbern. Die MT-09 SP leuchtet mittels zweier LED-Scheinwerfer die Finsternis aus.