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Weltpremiere Land Rover Defender

Weltpremiere Land Rover Defender

Am 5,02 Meter langen Land Rover Defender gibt es auf den ersten Blick nichts Bekanntes mehr zu entdecken. Auch die Technik entspricht nun dem Standard bei den anderen Modellen von Land Rover: Rundum Einzelradaufhängung und eine selbsttragende Karosserie

Am 5,02 Meter langen Land Rover Defender der neuen Generation gibt es auf den ersten Blick nichts Bekanntes mehr zu entdecken. Man sieht einen neuen Geländewagen, der formal in die Modellfamilie von Land-Rover passt. Auch die Technik entspricht nun dem Standard bei den anderen Modellen von Land Rover: Rundum Einzelradaufhängung und eine selbsttragende Karosserie.

Das weicht von der klassischen Bauweise genauso weit ab wie die bisher gemeldeten Räder in Größen zwischen 18 und 22 Zoll. An eine wirklich geländetaugliche Bereifung mindestens mit einem 75er-Querschnitt ist damit nicht mehr zu denken, das Extremste sind momentan offenbar 225/70R18. Zur Erinnerung: Der Defender trug serienmäßig 85er. Besser ging es nicht. Aber vielleicht kommen ja später wenigstens noch 17-Zoll-Felgen.

Gemeinsamkeiten auf den zweiten Blick

Auf den zweiten Blick finden sich Gemeinsamkeiten mit dem traditionsreichen Vorgänger [1]: Auch der neue Land Rover Defender wird in zwei Karosserielängen mit zwei Radständen als 90er und 110er angeboten. Die Proportionen erinnern an den Ahnen, der 2016 eingestellt wurde. Das Ersatzrad bleibt hinten an der großen Hecktür und die zweigeteilte Lichtpositionierung der Fondleuchten sorgt dafür, dass auf Zusatzleuchten in der Stoßstange verzichtet werden kann. Eine Remiszenz ist die ausgeprägte Schulter, die das neue Modell noch massiger als ohnehin schon macht, ein liebenswertes Retro-Detail sind die kleinen Dachkantenfenster. Was man unter dem Lack nicht erkennen kann: Der Erbe des großen Namens hat, wie sein Vorgänger, eine Karosserie aus Aluminium.

Eher unpraktisch erscheint gerade bei der Version mit kurzem Radstand eine Karosseriefläche, die auf Höhe der Rückbank die Fensterfläche arg verkleinert. Zum Glück kann ist dieses Dekorelement mit Ablagen innen nur eine Option, wie eine von sieben Farben, die vier Ausstattungen, dazu Extras wie Dachzelt, Leiter, Winde oder Kühlergrill.

Das Cockpit ist komplett mit animierten Instrumenten ausgestattet, aber ebenso wie der Rest des Innenraums puristisch gestaltet. Wahlweise gibt es den Defender 110 nicht nur als Fünf- oder Siebensitzer, sondern auch mit einem zusätzlichen Notsitz zwischen Fahrer- und Beifahrersitz. Auch wenn der Defender nun zu einem vernetzten High-Tech-Auto geworden ist, der seine Updates per Funk bekommt, legen die Entwickler großen Wert darauf, dass er seine Robustheit behalten hat. Den Innenraum des 1,96 Meter hohen Fahrzeugs soll man weiterhin kärchern dürfen. Das Ladevolumen der Langversion beträgt 1075 bis 2380 Liter.

Kamera statt Innenspiegel

In die Nähe der Geländegängigkeit seines Vorgängers sollen ihn große Rampen- und Böschungswinkel bringen – hier hilft eine variable Luftfederung, seine Wattiefe von 90 Zentimetern ist besser. Übersichtlich ist der über fünf Meter lange Koloss trotzdem, denn er hört dort auf, wo der Fahrer es mit seinen Blicken vermutet. Im Antennenfuß ist eine Kamera nach hinten untergebracht – eine pfiffige Lösung, die Ihr Bild in den Innenspiegel projiziert.

Die Motorenauswahl hat nichts mit dem Dieselantrieb des Vorgängers – zuletzt aus dem Ford Transit – zu tun. So gibt es für den mindestens 2,3 Tonnen schweren Allradler mit obligatorischer Achtgang-Automatik deinen Vierzylinder-Selbstzünder mit 147 kW / 200 PS oder 177 kW / 240 PS. Mehr Leistung bieten die Ottomotoren: 221 kW / 300 PS im Vierzylinder und 294 kW / 400 PS im Reihensechszylinder mit Mildhybridtechnik, die ihn im Messzyklus sparsamer als den Vierzylinderbenziner macht.

Für später hat Land Rover Plug-In-Hybrid-Modelle angekündigt. Das Preisspektrum für den kurzen Land Rover Defender 90 beginnt bei 49.700 Euro, während der 110er bei 55.600 Euro beginnt. Für eine Wiederauflage des Ursprungsmodells scheint es immer noch einen Rest Hoffnung [2] zu geben.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/autos/artikel/Abschied-vom-Land-Rover-Defender-3053289.html
[2] https://www.heise.de/autos/artikel/Oelveredler-will-echten-Gelaendewagen-produzieren-3629283.html