ZDF frontal 21: Hohe Stickoxid-Werte im Wirklichkeitstest

Drei dubiose Diesel

Drei Diesel, ein VW Passat 2.0 TDI Variant mit dem Motor EA189 inklusive der zugegebenen Prüfstands-Erkennung, ein BMW 320d touring und ein Mercedes C200T CDI verhalten sich auffällig ähnlich: Im Labor normgerecht, auf der Straße unter gleichen Bedingungen mit explodierenden NOx-Emissionen

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  • Christoph M. Schwarzer
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Berlin / Bern, 16. Dezember 2015 – Wie gut, dass wir vergleichen können! Das sagte sich das Rechercheteam des Magazins ZDF frontal 21. Die Redakteure besorgten drei Gebrauchtwagen mit Dieselmotor: einen VW Passat 2.0 TDI Variant, ausgerüstet mit dem EA189 inklusive der vom Hersteller eingeräumten Prüfstandserkennungs-Software. Dazu einen BMW 320d touring und einen Mercedes C200T CDI.

Das Vorhaben von ZDF frontal 21: Die drei deutschen Diesel-Pkw sollten auf einem Laborprüfstand zeigen, ob sie die gesetzlichen Grenzwerte bei den gesundheitsschädlichen Stickoxid-Emissionen einhalten. Im Anschluss, so der Plan, sollte der gleiche Zyklus – der gewöhnliche NEFZ – auf einer öffentlichen Straße nachgefahren werden, wobei die Emissionen mit einem PEMS (portable emissions measurement system) erhoben werden sollten.

Eine Idee, deren Umsetzung ausgesprochen schwierig war: In Deutschland fand sich keine Organisation, die zu einer unabhängigen Messung bereit war. So wichen die Akteure in die Schweiz aus, nach Bern an die Abgasprüfstelle der Fachhochschule. Die detaillierten Ergebnisse liegen heise Autos vor und können hier eingesehen werden.

Auf dem Prüfstand werden alle Vorgaben eingehalten

Wie erwartet hielten alle drei Diesel-Pkw die Grenzwerte für die Stickoxidemissionen auf dem Laborprüfstand im NEFZ ein. Die Prüflinge waren nach Euro 5 zertifiziert, mussten also 180 mg/km unterschreiten. Und das taten sie erfolgreich: Der Volkswagen kam auf 127 mg/km; der BMW und der Mercedes emittierten jeweils 154 mg/km.

Ebenfalls gemessen wurden die CO2-Emissionen – dazu später mehr.

Die Rahmenbedingungen des Tests sind wichtig zum Verständnis: So wurde der NEFZ in der Definition „kalt“ gemessen. Das bedeutet, dass die Motoren und der Abgasstrang nicht warm gelaufen waren. Allerdings darf der NEFZ „kalt“ nicht mit einem Start an einem frostigen Wintermorgen verwechselt werden. Es herrschten über 25 Grad in den Laborgaragen, und dort standen die Fahrzeuge über Nacht, was im Jargon Vorkonditionierung heißt und den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Anschließend haben die gleichen Fahrer in den gleichen Autos vom Computer kontrolliert den gleichen Zyklus gefahren – nur eben außerhalb des Labors.