Analyse: Photoshop jetzt als Webanwendung verfügbar

Adobe bringt Photoshop und Illustrator ins Web. Möglich machen das moderne Webschnittstellen wie Service Worker, Web Components und WebAssembly. Noch ist der Funktionsumfang gering, doch dabei soll es nicht bleiben.

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Von
  • Christian Liebel

Adobe stellt Photoshop und Illustrator als Webanwendungen zur Verfügung. Die plattformübergreifend ausführbaren Web-Apps haben aktuell noch den Status einer Betasoftware. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Photoshop und Illustrator kommen ins Web. Das kündigte der Branchenführer Adobe am Dienstagabend auf seiner hauseigenen Konferenz Adobe MAX an. Es ist das Ergebnis einer jahrelangen Kooperation mit Google. Das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop ist für Creative-Cloud-Abonnenten ab sofort verfügbar, die Vektorgrafiksoftware Illustrator durchläuft zunächst noch ein geschlossenes Beta-Programm. Interessierte können eine Einladung hierfür anfordern.

Einfache Operationen lassen sich direkt im Browser ausführen, etwa das Schnellauswahlwerkzeug

(Bild: Jan Antonin Kolar, unsplash.com)

In Photoshop geht es im ersten Schritt darum, Photoshop-Cloud-Dokumente (*.psdc) aus der Creative Cloud anzuzeigen, zu kommentieren und geringfügige Bearbeitungen vornehmen zu können. Dazu müssen Anwender die Creative Cloud öffnen, ein Cloud-Dokument auswählen und dann die Schaltfläche "Open in Photoshop on the web beta" auswählen. Unterstützt werden unter anderem das Schnellauswahltool, das Pinselwerkzeug, der Radierer oder das Füllen-Tool. Bei diesem Funktionsumfang soll es jedoch nicht bleiben, weitere Features seien geplant.

Im Gegensatz zum nativen Photoshop müssen nicht erst mehrere hundert Megabyte heruntergeladen werden, sondern nur rund 20 MByte. Die Quelldateien werden mithilfe eines Service Workers offline zwischengespeichert, sodass beim erneuten Aufrufen nur noch rund 150 Kilobyte übertragen werden müssen.

Die Anwendungen setzen mit Lit entwickelte Web Components für ihre Benutzeroberfläche ein: Adobe gibt mit Spectrum ein eigenes, auf Web Components basierendes Design System heraus. Darüber hinaus setzt Adobe auf WebAssembly, einen Bytecode für das Web. Im Gegensatz zu JavaScript muss WebAssembly nicht erst geparst und interpretiert werden, sondern lässt sich direkt auf der virtuellen Maschine des Browsers ausführen. Adobe nutzt diesen Ansatz, um in C++ geschriebenen Code ins Web zu bringen. Auch Project Fugu ist an Bord: Mit der File System Access API können Anwender weiterhin Bilder vom eigenen Computer öffnen und und direkt bearbeiten.

Mit Adobe Photoshop und Illustrator gesellen sich weitere Produktivitätsanwendungen zum ständig wachsenden Kreis der plattformübergreifend einsetzbaren Browser-Apps. Erst vor wenigen Tagen gab Microsoft seinen Code-Editor Visual Studio Code als Webanwendung heraus.

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