Cloud-Gaming: Spielen as a Service

  • Beitrag vom: 15.10.2019

„Games“ sind schon lange kein Kinderspiel mehr. Konsolen-, Computer-, Mobile Games sind in der Gesellschaft verankert. Die nächste Welle: Cloud-Gaming.

Seit der Markteinführung des Nintendo-Entertainment-Systems im Jahr 1985 hat sich bei Computerspielen („Games“) einiges getan. Die Generation, die im Zeitraum der frühen 1980er- bis zu den späten 1990er-Jahren aufgewachsen ist, also die Generation Y bzw. die „Millennials“, die ihre Kindheit damit verbracht haben, Spiele zu spielen, frönt ihrem Hobby weiterhin im Erwachsenenalter. Für die jüngeren Generationen ist „das Spielen“ auf mobilen Geräten, Konsolen oder am PC eine Selbstverständlichkeit. Auch das vernetzte Spielen ist schon lange Realität. Allein im PlayStation Network von Sony sind im Monat über 94 Millionen aktive Nutzer unterwegs. Multi Device Streaming sorgt bereits heute bei der PS4 für über 71 Millionen Gameplay-Stunden. Kurzum: Onlinespiele haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Wachstumstreiber entwickelt. Miteinander verflochtene Einzelspielerumgebungen, Multiplayer-Spiele und virtuelle Massen-Multiplayer-Welten sind etabliert. Die technologischen Grundlagen sind alle geschaffen. Seien es die Front-End-Komponenten der Spielearchitektur oder die Backend-Plattformsysteme. Publisher und Entwickler können schon lange Projekte und Kapazitätsplanungen über die Cloud realisieren.

Doch das ist alles erst der Anfang. Der kommende große Trend ist Cloud-Gaming.

Cloud-Gaming

Die Landschaft des Cloud-Computings hat sich in den vergangenen zehn Jahren stark verändert. Neue Anbieter. Neue Architekturen. Neue Managementmodelle. Was gleichgeblieben ist: der Dreiklang der Cloud-Ökonomie: IaaS, PaaS, SaaS. Und gerade der Bereich SaaS – der „as a Service“-Markt treibt die Cloud. Eine „neue“ Prägung, eine neue Variante des Cloud-Universums, ist „Gaming as a Service“ oder auch „Gaming on demand“, ist Cloud-Gaming.

Cloud-Gaming-Dienste ermöglichen es Nutzern, digitale Spiele auf quasi beliebigen, mit dem Internet verbundenen Geräten zu spielen, ohne eine Kopie des Spiels, also ohne physische Softwarepakete oder Downloads, besitzen oder installieren zu müssen. Das Geschäftsmodell – der Service – „Cloud-Gaming“ umgeht die Anforderung, zusätzliche Gaming-Hardware-Geräte zu kaufen und ermöglicht es den Nutzern, verschiedene ressourcenintensive Spiele unabhängig von den Spezifikationen ihrer technischen Geräte zu spielen. Der zugrunde liegende Streaming-Mechanismus verbraucht große Mengen an Bandbreite und erfordert eine stabile Internetverbindung über die gesamte Dauer des Spiels. Das kommerzielle Potenzial dieser Dienste ist beträchtlich: Eine große Gruppe neuer Spieler kann adressiert werden. Konsolen werden ergänzt; eher in Einzelfällen obsolet. Die Dienste werden regelmäßig auf drei Wegen monetarisiert: Abogebühren, Werbung und Verwertung der Nutzerdaten.

Warum gerade jetzt?

Die technischen Barrieren für Cloud-Gaming-Dienste nehmen ab. Allerdings, und das darf nicht unterschlagen werden, stellt die Lizenzierung von Premiuminhalten, den „AAA-Games“, für die Cloud-Gaming-Provider eine Herausforderung dar. Ferner ändert sich das Ökosystem. Herkömmliche Vertriebswege über den Handel fallen weg. Auch gründen oder kaufen die Cloud-Gaming-Provider eigene Softwarestudios und entwickeln die Spiele selbst. So bekommen die Anbieter einen größeren Teil der Wertschöpfung, sind flexibler beim Abgreifen von Daten und In-Game-Verkäufen. Die Provider erhalten aber auch Alleinstellungsmerkmale für ihren Service.

Der Markt für Cloud-Gaming entwickelt sich

Die Marktforscher von Global Market Insights gehen davon aus, dass der globale Cloud-Gaming-Markt von seinem derzeitigen Volumen von etwas mehr als einer Milliarde Dollar bis 2025 auf über acht Milliarden Dollar wachsen wird. Dabei soll der Markt für File-Streaming jährlich um durchschnittlich 25 Prozent wachsen. Der B2B-Cloud-Gaming-Markt soll in der gleichen Zeit um über 40 Prozent pro Jahr wachsen. Insbesondere die Telcos konzentrieren sich darauf, mit ihren bestehenden Investitionen in Glasfaser und (neue) 5G-Netze durch die Zusammenarbeit mit Cloud-Gaming-Plattformunternehmen zusätzliche Umsätze zu generieren. In-Network-(Edge)-Data-Center, die so konzipiert sind, dass Rechenleistung, Speicher und Netzwerk ideal bereitgestellt werden, sind eine Grundlage für erfolgreiche Cloud-Gaming-Dienste.

5G als Treiber des Cloud-Gaming

Eng mit Cloud-Gaming verbunden ist 5G. 5G wird neue Anwendungen und Einsatzszenarien ermöglichen. Warum? Weil bei Cloud-Gaming große Datenströme mit geringerer Verzögerung einhergehen, durch eine zugrunde liegende Mobilität neue Spielszenarien ermöglicht werden und 5G die Grundlage für die Cloud AR/VR-Streaming-Technologie ist. Was wiederum vollkommen neue Möglichkeiten für das Gameplay bietet.

Grundlage für Cloud-Gaming

Grundlage für Cloud-Gaming ist neben der Netzwerkinfrastruktur besonders das Data-Center-Netzwerk. Hierzu zählen einerseits die geografische Größe und gleichzeitig eine „räumliche Nähe“ zu den Telco-Carriern, zu den Netzwerkbetreibern. Der Erfolg eines Cloud-Gaming-Dienstes ist abhängig von Carrier-Neutralität und gleichzeitiger Carrier-naher Colocation. Die Zusammenlegung der IT-Infrastruktur in unmittelbarer Nähe zu den Carriern/Netzwerkbetreibern ermöglicht es Cloud-Gaming-Providern, Geschwindigkeit und Stabilität zu gewährleisten. Das wiederum ermöglicht es ihnen, die Leistung zu optimieren, die niedrige Latenz zu halten und die Elastizität zu gewährleisten, um einem etwaigen plötzlichen Anstieg der Benutzerzahlen standzuhalten.

Auf der anderen Seite die Architektur. Analysefunktionen sind genauso zu beachten wie Administration, Skalierung und Schemaänderungen in den Spielen.

 

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