„Insbesondere für Mittelständler vereinfacht sich vieles“

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Autor: Nils Klute, IT Journalist
  • Beitrag vom: 24.08.2018

Für wen eignet sich die neue Customer-Experience-Lösung SAP C/4HANA? Und was ist bei der Migration zu beachten? Telekom-Experte Steffen Klinzmann gibt Antworten.

Herr Klinzmann, welche Vorteile können Anwender von C/4HANA erwarten?

Zunächst vereinfacht sich für Anwender vieles, denn mit C/4HANA integriert SAP ihre zahlreichen Anwendungen für Marketing, Vertrieb und Kundenmanagement unter einem Dach. Die HANA-Technologie ermöglicht es den SAP-Anwendungen dabei, in Echtzeit auf eine gemeinsame Datenbasis zuzugreifen. Das macht diese neue Customer-Experience-Lösung von SAP deutlich leistungsfähiger. Ein Beispiel: Wenn Sie zu jedem Zeitpunkt wissen, wo sich eine Kundenlieferung genau befindet, können Sie natürlich viel präziser mit diesem Kunden kommunizieren. Ein weiterer Vorteil ist die Modularität, die mit der S/4HANA-Technologie einhergeht: Sie haben es nicht mehr wie bisher mit eigenständigen Einzelsystemen für den Kundendialog, Marketingaktionen oder dem Beschwerdemanagement zu tun. Nun können Unternehmen sich jene Komponenten und Funktionen auswählen, die sie benötigen, und sicher sein, dass diese in das Gesamtsystem eingebettet sind.

Ist die neue SAP-Lösung auch für den Mittelstand geeignet?

Insbesondere für mittelständische Unternehmen vereinfacht sich vieles. Ein Mittelständler bekommt nun eine umfangreiche und integrierte Suite an die Hand und muss sich nicht mehr mit der Implementierung einzelner Systeme herumschlagen – zumal er sämtliche Services bequem, kostengünstig und sicher aus der Cloud beziehen kann. End-to-end-Prozesse im E-Commerce lassen sich so viel einfacher und günstiger aufbauen als bisher. Das ist gerade für den Mittelstand eine wichtige Botschaft, da das Kundenmanagement immer mehr über Erfolg und Misserfolg im Wettbewerb entscheidet. Dass der CRM-Markt mit Blick auf die Größe den ERP-Markt gerade überholt, unterstreicht dies deutlich.

Wird C/4HANA als System, das viele Einzelanwendungen integriert, gerade für mittelgroße und kleinere Unternehmen nicht zu mächtig?

Im Gegenteil. SAP konsolidiert mit C/4 ihr Angebot für Ihre Customer-Experience. So kann sich der Kunde genau jene Angebote und Funktionen heraussuchen, die er benötigt. Kurz: Der Kunde wird nicht mehr mit einem großen, aber zum Teil auch heterogenen Angebot überfrachtet. Und mindestens genauso wichtig ist es, dass er diese Funktionen wegen ihrer Modularität nicht mehr aufwändig integrieren und anpassen muss.

Für wen wird C/4HANA überhaupt zur Verfügung stehen? Benötigt ein Unternehmen auch das ERP-System von SAP, um die neuen E-Commerce-Funktionen nutzen zu können?

Das ist natürlich von Vorteil, doch prinzipiell kann auch ein Unternehmen C/4HANA nutzen, wenn es ein anderes ERP-System als das von SAP einsetzt. In bestimmten Branchen geht es ohne Schnittstellen zu SAP gar nicht. In der Regel ist es natürlich weniger komplex und kostengünstiger, diese unterschiedlichen Welten nicht miteinander zu vermischen. Doch im Einzelfall kann das anders aussehen. Wir führen mit unseren Kunden deshalb immer eine individuelle Bestandsaufnahme durch.

Auch bei Kunden, die SAP bereits einsetzen, müssen diese erst einmal schauen, wo sie sich in Sachen S/4HANA-Technologie aktuell befinden. Wichtig ist vor allem zu definieren, wie das Geschäftsmodell eines Unternehmens aussieht und weiterentwickelt werden soll. Das ist immer der erste Schritt: eine Roadmap zu zeichnen, die den weiteren Weg in Sachen SAP beschreibt. Die Telekom tritt schließlich nicht als bloßer SAP-Reseller auf, sondern wir beraten natürlich auch. So stellen wir häufig fest, dass es für Kunden von großem Vorteil ist, wenn sie nicht nur die Anwendungen, sondern den gesamten IT-Betrieb in der Cloud betreiben. So sparen sie Kosten, schonen ihre Mitarbeiterressourcen und verfügen dennoch über die Fachkräfte mit dem notwendigen Technologie-Know-how.

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