Office 365 vs. Office 2019 – Cloud- übertrifft Desktop-Version

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Autor: Stefan Mello, Cloud Solutions Expert
  • Beitrag vom: 13.09.2018
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Microsoft hat mit Office 2019 ein Produktupdate für die lokal installierbare Variante seiner Office-Suite angekündigt. Im Vergleich zum Cloud-Service Office 365 fällt die Desktop-Version aber immer weiter zurück.

Noch im Herbst wird Office 2019 erscheinen. Dabei handelt es sich um den Nachfolger von Office 2016, in den ein Großteil der Neuerungen von Office 365 eingebaut sind. Die 2019er-Version des Büropakets ist für Anwender gedacht, die eine Einzelplatzversion mit einmalig zu bezahlender Dauerlizenz bevorzugen. Office 365 dagegen ist die Aboversion, die als Service aus der Cloud angeboten wird und gegenüber Office 2019 einige Vorteile hat.

On-Premise-Version: Office mit Einschränkungen

Der entscheidende Nachteil des Desktop-Office gegenüber der Cloud-Variante: Nutzer von Office 2019 erwerben mit der Office-Lizenz die Rechte zur Installation auf einem Endgerät und bleiben auf dem Stand des Releases. Office 365 hat dagegen eine erweiterte Benutzerlizenz und kann auf mehreren Endgeräten (Mac/PC, Laptop, Tablet und Smartphone) genutzt werden. Darüber hinaus wird es aktualisiert und erhält regelmäßig automatische Updates, sodass neue und weiterentwickelte Funktionen direkt zur Verfügung stehen. Diese Aktualisierungen sind im Abopreis inbegriffen und verursachen keine zusätzlichen Kosten für den Nutzer. Das gilt ebenso für Dienstleistungen, die Kunden von einigen Anbietern im Cloud Solution Provider (CSP)-Modell angeboten werden.

Ein weiterer Unterschied: Das klassische Software-Paket bekommt nur einige der Neuerungen mit auf den Weg, die beim Cloud-Office bereits in die Lösung integriert sind. Der Grund: Viele Funktionen basieren auf den Online-Services von Office 365. Dazu gehören zum Beispiel die Integration von E-Mail-Konten, des Online-Speichers OneDrive for Business zur zentralen Ablage von Dateien oder die Intranet-Lösung SharePoint. Diese Hilfsmittel müssen in der On-Premise-Version zusätzlich erworben und teilweise auf einem eigenen Server installiert werden. Und das sind nur einige Beispiele von vielen.

Für Anwender, die bereits jetzt auf Office 365 setzen, wäre die Desktop-Variante daher vermutlich eher ein Rückschritt. Die Preview von Office 2019 enthält neben Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Publisher und Access auch Project und Visio. Noch ist aber nicht klar, ob diese beiden Anwendungen auch in der endgültigen Version dabei sein werden. Eine weitere wichtige Einschränkung: Die Desktop-Version unterstützt weder Windows 8.x noch Windows 7 – Windows 10 ist zwingend erforderlich. Office 365 unterstützt hingegen nach wie vor auch die älteren Windows-Versionen.

Mit Stiften arbeiten und Texte übersetzen

Eine grundlegende Neuerung ist das neue Autospeichern. Die bisherige Auto-Wiederherstellen-Funktion sichert Dokumente in regelmäßigen Abständen. Bei Bedarf konnte der Nutzer den zuletzt gesicherten Stand wiederherstellen. Das neue Autospeichern sichert Änderungen automatisch und in Echtzeit, funktioniert bei der lokal installierten Variante allerdings nur, wenn Dateien auf dem Online-Speicher OneDrive gesichert sind. Office 365 bietet neben der Möglichkeit der lokalen Speicherung direkt die zentrale Ablage in OneDrive for Business und kann darüber hinaus Dateien auch auf SharePoint online speichern. Damit können Inhalte kontrolliert und anderen Mitarbeitern im Unternehmen zur Ansicht oder gemeinsamen Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden.

Die neue Übersetzungsfunktion ist in allen Versionen integriert. Dabei lässt sich ein markierter Text in alle vom Bing-Übersetzer erkannten Sprachen übertragen. Mit Word lassen sich sogar ganze Dokumente übersetzen. Darüber hinaus hat Microsoft die intelligente Suche verbessert: Die Funktion schlägt ein markiertes Wort in unterschiedlichen Internetquellen nach, beispielsweise in der Online-Enzyklopädie Wikipedia.

Neu: Freihandfunktion und Querverweise

Stiftbedienung und Handschrifteingabe werden schon länger von Office unterstützt. Für die Neuauflage plant Microsoft, zusätzliche Funktionen zu integrieren. Besonders interessant ist die sogenannte Wiedergabe in Freihand: Bei dieser Funktion zeichnet die Anwendung alle Freihandzeichnungen auf und gibt sie anschließend in der Reihenfolge der Eingabe wieder. Damit können Nutzer beispielsweise eine animierte Präsentation gestalten.

Bei Word gibt es künftig außerdem eine Recherchefunktion, die eine thematische Suche startet. Sie entdeckt Querverweise zu dem gewünschten Stichwort. Dabei lassen sich die gefundenen Quellen direkt im Oxford-Stil als Referenz in den Text einfügen und mit einem Eintrag in einem automatisch erzeugten Literaturverzeichnis auflösen. Lediglich die Zitate müssen Nutzer noch von Hand kopieren. Das Referenzmaterial entstammt dem neuen Dienst Microsoft Academic Search, der nur vertrauenswürdige Quellen enthalten soll.

Diktieren für Textprofis und weitere Detailverbesserungen

Eine praktische Neuerung für Word-Nutzer: Die bisherige Art und Weise der Rechtschreibprüfung wird geändert. Word bietet jetzt einen eigenen Editor, der beim Überprüfen eines Dokuments eingeblendet wird. Dort wird zunächst eine Übersicht der gefundenen Fehler angezeigt, die sich anschließend einzeln im Editor korrigieren lassen.

Ebenfalls praktisch für Textprofis ist die neue Diktierfunktion für Word. Sie basiert auf dem Sprachassistenten Cortana und hat eine recht hohe Erkennungsgenauigkeit. Darüber hinaus hat Microsoft für die Office-Anwendung zahlreiche Detailverbesserungen angekündigt: PowerPoint-Nutzer haben etwa an dem neuen Schnellstarter ihre Freude. Er unterstützt Nutzer dabei, Ideen für Präsentationen zu entwickeln. Zudem gibt es für interaktive Präsentationen neue Funktionen für Zooming und Morphing. Objekte lasen sich außerdem jetzt auch mit dem Stift per Touchscreen bewegen.

In Excel gibt es einen neuen Diagrammtyp: das Trichterdiagramm. Hierbei handelt es sich um ein Balkendiagramm, bei dem die Balken nach unten hin immer schmaler werden. Zudem sind Kartendiagramme verbessert worden, es gibt neue Excel-Funktionen und einen Datenexport zu Power BI, den Business Analytics-Tools von Microsoft.

Fazit: Office, Service und Support aus seiner Hand

Die Cloud-Variante Office 365 bietet Nutzern mehr Funktionen, mobilen Zugriff auf Inhalte und Collaboration-Tools durch die Verknüpfung mit Online-Diensten. Durch kostenfreie Updates arbeiten Nutzer immer mit dem neuesten Stand der Anwendungen. Unternehmen, die auf die Vorteile der Cloud-Version nicht verzichten möchten, können Office 365 mit einem deutschsprachigen Rundum-Service für Geschäftskunden auch bequem direkt über das Internet beziehen.

Einige Partner von Microsoft-Lösungen im Cloud Solution Provider (CSP) Programm bieten ihren Kunden über das reine Office hinaus umfangreiche Service- und Support-Angebote. So hat etwa die Telekom ein eigenes Team aus Cloud-Experten mit Microsoft-Zertifizierung aufgebaut. Geschäftskunden steht im laufenden Betrieb im Unternehmen ein kostenloser 24/7-Support zur Verfügung. Auf Wunsch unterstützt der Dienstleister Unternehmen bei der Einrichtung der neuen Lösung sowie der Migration bereits vorhandener Daten.

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