SaaS-Modell erfordert Umdenken bei Softwareentwicklung

  • Beitrag vom: 12.11.2018
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Auf dem Markt für Business-Software gibt es aktuell viel Bewegung: Das Zeitalter der Lizenzprodukte, die mit einem Datenträger lokal auf Client-Rechnern installiert werden, neigt sich dem Ende zu. Langsam, aber sicher wandert diese Art von Software in eine immer kleiner werdende Marktnische. Die Ablösung in Form von Software as a Service (SaaS) ist längst omnipräsent. Als Vorreiter des SaaS-Modells profilierte sich Salesforce mit seiner Anwendung für Customer Relationship Management (CRM). Mittlerweile haben andere Schwergewichte erfolgreich nachgezogen – auch Anbieter wie Microsoft oder Adobe vertreiben ihre Software in erster Linie als Aboversion in der Cloud.

Mehr Flexibilität in der Softwareentwicklung

Für Softwareanbieter hat SaaS eindeutige Vorteile. So wird das Release-Management dadurch erleichtert, dass die ausgetestete Version einer Software lediglich auf den eigenen Cloudservern ausgerollt werden muss. Zudem entfallen die bei Lizenzprodukten erforderlichen Prozesse für Versand und je nach Modell auch für Download. Last but not least erlaubt SaaS es Softwareanbietern, auf aktuelle Marktanforderungen flexibel zu reagieren: Sie können nun ihre Software kontinuierlich weiterentwickeln, schneller auf Kundenwünsche reagieren und innovative Funktionen rascher umsetzen, ohne dafür ein nächstes Release auflegen zu müssen.

Die agile Revolution der Entwicklungsprozesse

Um von diesen Vorteilen profitieren zu können, müssen Softwarehäuser ihre Entwicklungsprozesse komplett umgestalten. An die Stelle der Versionierung von abgeschlossenen Software-Releases tritt nun Continuous Development & Continuous Integration sowie die Verknüpfung von Entwicklung und Betrieb im DevOps-Ansatz. Diese Umstellung bringt erhebliche interne Auswirkungen mit sich:

  • Agile Entwicklungsmethoden mit kurzen Zyklen und permanenten Überprüfungen wie XP (Extreme Programming) oder Scrum ersetzen herkömmliche Vorgehensweisen wie Wasserfall- oder V-Modell
  • Entwickeln und Testen sind keine getrennten Prozessphasen mehr
  • Anstelle der gewohnten Programmiersprachen wie C++ oder C# kommen HTML, Javascript & Co. zum Einsatz
  • Neue Entwicklungsumgebungen, etwa auf PaaS-Basis, werden benötigt

SaaS-Entwicklung: IT-Sicherheit und DSGVO beachten

Darüber hinaus müssen Softwareanbieter in Sachen IT-Sicherheit Vorkehrungen treffen und beispielsweise Lösungen für die Authentifizierung im Rahmen des User-Managements anbieten. Ebenso ist der Schutz vor Datenverlusten bei einer multi-tenant-fähigen Public-Cloud-Lösung mit vielen gleichzeitigen Zugriffen zu gewährleisten. Schließlich gilt es bereits bei der Softwareentwicklung die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und deren Grundsätze wie Privacy by Design und Privacy by Default im Auge zu behalten – was im Gegenzug auch Vorteile auf der Kostenseite mit sich bringt: Nachträglich Sicherheitsmaßnahmen einzuziehen ist bis zu 60-mal teurer als die direkte Berücksichtigung von Sicherheit und Datenschutz ab der ersten Zeile Code.

Partnerprogramme von Cloud-Anbietern in Erwägung ziehen

Nicht zuletzt im Hinblick auf Sicherheitsfragen kann es für Softwareanbieter eine Alternative sein, kein eigenes Cloud-Rechenzentrum aufzubauen, sondern mit einem Cloud-Provider zusammenzuarbeiten, der professionell Informationssicherheit und Datenschutz praktiziert. Einige Cloud-Provider bieten Partnerprogramme mit IaaS- und PaaS-Ressourcen an, die Softwarehäuser bei der Transformation ihres Geschäftsmodells Richtung SaaS unterstützen und auch ihr Know-how bei der Vermarktung einbringen. Hierzu gehört beispielsweise das Programm SoftwareBoost der Deutschen Telekom. Es stellt qualifizierten Softwareanbietern Startguthaben zur Verfügung für IT-Ressourcen aus der Open Telekom Cloud, der Public Cloud der Telekom. Darüber hinaus erhalten die künftigen SaaS-Anbieter bei Bedarf auch weitergehende Technologie-Beratung, etwa in Form von Webex-Konferenzen und Vor-Ort-Terminen, sowie Unterstützung bei Vertrieb und Marketing.

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