In der Krise punkten sichere Cloud-Dienste

Andreas Fischer
Autor Andreas Th. Fischer
  • Beitrag vom 24.03.2021

Cloud Services sind schnell beschafft und halten geplagte Firmen im Geschäft. K.o.-Kriterien bei der Auswahl sind derzeit Datenschutz und Sicherheit.

Die Zeiten, als die gesamte IT in den Unternehmen noch zentral im eigenen Rechenzentrum verwaltet werden konnte, sind definitiv vorbei. Der Trend zur Cloud hat damit Schluss gemacht. Heute stehen viele der für Anwendungen oder Backups benötigten Server nicht mehr im eigenen Haus, sondern in der Regel an einem weit entfernten Ort unter der Kontrolle eines Dienstleisters. Die IT in den Unternehmen ist damit aber keineswegs einfacher, sondern komplexer geworden. Sowohl die digitale Transformation als nun auch die Corona-Pandemie haben dafür gesorgt, dass immer mehr Prozesse digitalisiert und ausgelagert werden.

IT-Verantwortliche stehen damit vor der schwierigen Aufgabe, ihre Systeme und Daten in immer komplexeren Landschaften vor Ausfällen zu schützen und gleichzeitig für eine schnelle Wiederherstellung nach sicherheitsrelevanten Vorfällen zu sorgen. Mit traditionellen Lösungen ist dies kaum zu bewerkstelligen. Ihnen fehlt es unter anderem an der Flexibilität; sie müssten sich schnell an Veränderungen anpassen und den Betrieb ebenso schnell wiederherstellen, wenn ein Datenverlust eingetreten ist. Unified Backups sollen diese Lücke schließen, indem sie nicht nur Fähigkeiten zur Datensicherung und -wiederherstellung bieten, sondern auch für den Schutz der Daten etwa vor einer Verschlüsselung durch Ransomware und zudem für Business Continuity sorgen. Dabei spielt die Cloud wiederum eine besondere Rolle, denn praktische alle Anbieter von Backup- und Sicherheitslösungen stellen diese als Dienste über (Cloud-)Plattformen bereit.

Kerntechnologie der Digitalisierung

„Die meisten Unternehmen können und wollen auf Cloud Computing nicht mehr verzichten. Cloud-Anwendungen sind nicht nur kosteneffizienter, sondern die Basis für zukunftsfähige Geschäftsmodelle“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research. Einmal im Jahr veröffentlicht der Marktforschungszweig des Bitkom im Auftrag der Unternehmensberatung KPMG den Cloud-Monitor, für den jeweils mehr als 500 Firmen in Deutschland mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt werden.

Daraus geht hervor, dass im Jahr 2019 bereits drei von vier Teilnehmern (76 Prozent) bereits Rechenleistungen aus der Cloud nutzten. Im Vorjahr waren es noch 73 Prozent. Weitere 19 Prozent planen oder diskutieren den Einstieg in die Cloud-Nutzung, nur 6 Prozent wollen auch in Zukunft darauf verzichten. „Cloud-Computing hat sich zur Kerntechnologie der Digitalisierung entwickelt“, sagt daher Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG.

Augen zu und durch die Cloud

Nur wenige Unternehmen setzen auf nur eine einzige Cloud-Lösung. Weit mehr verfolgen heute eine Multi-Cloud-Strategie, schreibt – ein Beispiel für viele – der amerikanische Softwareanbieter Flexera in seinem 2020 State of the Cloud Report. 87 Prozent nutzen demnach hybride Cloud-Umgebungen, 6 Prozent mehrere Public-Cloud-Lösungen und lediglich 7 Prozent entweder nur eine einzige Public oder Private Cloud. Bei diesen gemischten Umgebungen ist die Sicherheit der Daten von größter Bedeutung. Das zeigt sich auch an den Zahlen von Bitkom Research und KPMG: „Datenschutz und Sicherheit sind die Top-Kriterien bei der Anbieterauswahl. Wer zusätzlich eine einfache Systemintegration und Exit-Strategien vereinbart, punktet bei Cloud-Anwendern“, erklärt Pols. 88 Prozent der Befragten wünschen sich nach seinen Angaben eine transparente Sicherheitsarchitektur, 77 Prozent eine Möglichkeit, ihre Daten in der Cloud zu verschlüsseln und 65 Prozent verlangen, dass die Rechenzentren der Anbieter ausschließlich im Rechtsgebiet der Europäischen Union stehen.


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