Cloud und KI transformieren Video-Produktion für Unternehmen

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Autor: Nina Koch
  • Beitrag vom: 08.03.2019
  • Views: 21.040

Sales-Videos, Marketing-Videos, HR-Videos, Tutorial-Videos… – für den steigenden Bedarf an Video im Unternehmen sind klassische Filmproduktionen nicht mehr die richtige Lösung. Wie Unternehmen die gesamte Videoproduktion und -distribution automatisieren, zeigt das Berliner Unternehmen Native Studios mit CREACE, einer Cloud-basierten Technologie für „User Generated Video“.

Die Bedeutung von Video ist insbesondere für Unternehmen unumstritten, sei es für die Ersteinrichtung von Maschinen und Anlagen oder für den kontinuierlichen Austausch zwischen Hersteller und Produktionsanlage. Das altbekannte Handbuch hat ausgedient, heute wird der Support mittels Videos vom Kunden nicht nur erwartet, sondern auch vom Key Account Management gewünscht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Bewegtbild Sachverhalte schneller und effektiver vermittelt als Text und Bild allein.

Stellt sich die Frage, wer diese Videos erstellt. Die Tatsache, dass es um die Vermittlung von (Fach-)Wissen geht, erfordert die Mitarbeit des geschulten Personals aus Produktentwicklung und Vertrieb. Warum also nicht den Mitarbeiter selbst das Video machen lassen? Mit dem „User Generated Video“ von Native Studios ist diese Option gar nicht so abwegig: Anders als herkömmliche Schnittprogramme und -Apps setzt Native Studios bereits bei der Erstellung des Videos an. Denn hier steht traditionell die größte Hürde, da die meisten Menschen eben keine Erfahrung im Dreh von Videos haben.

Gesteuerter Aufnahmeprozess

Die Video-App CREACE (Standardprodukt oder individuelles Whitelabel) gibt die erforderliche Unterstützung, um in einer begrenzten Zeit die richtige Information unterzubringen. In der App findet der User eine Auswahl von Videotemplates, die in der Cloud gehostet sind. Diese Templates steuern zunächst den Aufnahmeprozess, indem der User auf seinem Screen konkrete Anweisungen bekommt, was mit der Kamera aufgenommen werden soll. Die Anweisungen bestehen immer aus einer inhaltlichen Komponente und einer Zeitvorgabe. So kann sich der User voll auf seinen Text konzentrieren, während alles andere vorgegeben ist.

Ist der User am Ende des Templates angelangt, braucht nur noch ein Button gedrückt zu werden und ab dann geht alles vollautomatisch: Die Usertakes werden in die Cloud hochgeladen, wo ein Dataservice erkennt, welches Template genutzt wurde und das Video auf dieser Basis bearbeitet – mit Schnittmontagen, Colorgrading, Soundcomposing, Intro, Breaks, Outro usw. Alles wie am echten Schnittplatz, nur eben automatisch. So entsteht in wenigen Minuten ein fertiges Video, das in die App zurückgespielt wird und dort zum Sharing zur Verfügung steht.

Das alles legt Native Studios vorher gemeinsam mit seinen Kunden fest. Sie entwickeln die Template-Struktur und entscheiden, wie viele Takes benötigt werden und wie lang diese jeweils sind. Mit dem CI-Input des Kunden entwickelt das Unternehmen die individuelle grafische Verpackung des Videos. Das Gleiche gilt für das Sharing: Ob per E-Mail, Messenger, API – gemeinsam mit den Kunden wird festgelegt, wo das Video landet und ob ein manueller Freigabeprozess notwendig ist.

Instant Video dank Cloud

Um diesen Grad der Automatisierung erreichen zu können, hat Native Studios zusammen mit Microsoft eine Infrastruktur in der Azure Cloud geschaffen, die schnelle und skalierbare Rendering-Prozesse erlaubt. Aufgrund dieser Rechenpower kann ein Uservideo mit 90 Sekunden Länge in weniger als 1 Minute fertigstellt werden. So wird „Instant Video“ möglich.

Auf Basis der geschaffenen Infrastruktur in der Azure Cloud werden nach und nach weitere Features wie beispielsweise der Video Indexer integriert. KI kann Video stark aufwerten. Entlang der Bedürfnisse der Kunden werden die erforderlichen Funktionen identifiziert und in den Workflow integriert. So wird mithilfe der Automatic Speech Recognition (ASR) in Kürze aus gesprochenem Text im Video ein Transkript erstellt. Dieses Transkript erlaubt es, automatisch Untertitel in die Uservideos zu integrieren und diese auch in mehreren Sprachen auszugeben. Das hilft insbesondere global agierenden Unternehmen beim Aufbau ihres Videoinventars und erweitert den Personenkreis derer, die Videos erstellen.

Machine Learning optimiert Service

Um optimale Ergebnisse mit dem Video Indexer zu erhalten, setzt Native Studios außerdem auf die Microsoft-Dienste für Machine Learning. So werden mit dem Cognitive Toolkit eigene Sprachmodelle für Unternehmen oder ganze Branchen trainiert, wie beispielsweise Maschinenbau, Tourismus, Immobilien u.a. Auch Dialekte können trainiert werden, was nicht nur für die deutsche Sprache eine große Relevanz hat.

Ein weiteres Projekt sind Videohosting und Videodistribution – intern und extern. Dafür arbeitet Native Studios mit dem Team von Microsoft Stream zusammen. Bis Jahresende soll mit der API von Native Studios das direkte Teilen von in der App erstellten Videos im unternehmenseigenen Kanal bei Microsoft Stream möglich werden. Mit dieser Integration können Unternehmen von Native Studios zukünftig einen nahtlosen Workflow von der Videoerstellung über das Video Content Management bis zum Publishing aus einer Hand bekommen. Möglich wird diese tiefe Integration der diversen Azure-Komponenten durch die Services von Microsoft sowie durch die Tatsache, dass Native Studios auf der einmal angelegten Architektur aufbaut.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Der Video-Service von Native Studios wird aktuell für verschiedene Anwendungsbereiche in Unternehmen eingesetzt:

  • Sales/Marketing
  • Tutorials/E-Learning
  • Recruiting
  • Employer Branding
  • Event-Promotion
  • Produkttests/Produktempfehlungen
  • Öffentlichkeitsarbeit/PR
  • Fan Engagement
  • Influencer Marketing

Unternehmen profitieren von einer flexiblen Infrastruktur, die auf individuelle Bedürfnisse adaptierbar und skalierbar ist, bis hin zur Installation aller Services auf einer eigenen Azure-Instanz beim Kunden. Damit stehen Unternehmen alle Möglichkeiten für ihre Video-Transformation offen.

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