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23 portable MP3-CD-Spieler für unterwegs im Test

Test & Kaufberatung | Test

Vorbei sind die Zeiten, als man einen MP3-CD-Spieler nur über Insider-Adressen im Internet bestellen konnte. Die MP3-Portys haben sich inzwischen einen festen Platz in den Regalen der Elektronik-Supermärkte erobert. Jetzt dürfen sie auch im Reisegepäck nicht mehr fehlen.

Weitgehend ausgestanden sind auch die Kinderkrankheiten. Seit unserem letzten Test von MP3-CD-Spielern hat sich die Sicherheit im Umgang mit verschiedenen Bitraten und CD-Rohlingen wesentlich verbessert [1]. Auch im Bereich der Schockfestigkeit hat sich einiges getan.

Waren noch vor einem Jahr die meisten MP3-Player nicht besser ausgestattet als ein Audio-CD-Spieler, können heute beinahe alle zumindest zwischen Unterordnern wechseln. Jedoch gibt es gerade bei der Navigation noch himmelweite Unterschiede. Hier reicht das Spektrum von nur indirekt zugänglicher Ordnerwahl bis hin zur Klartextanzeige von ganzen Ordnerbäumen.

Neben 19 Playern für die normalen 12-cm-CDs testeten wir auch vier Player für Mini-CDs mit acht Zentimeter Durchmesser. Die kompakten Geräte bieten immerhin 200 Minuten MP3-Musik im praktischen Westentaschen-Format. Unter den Zwergen befindet sich ein Gerät, der Waitec Clipp, welches die kleinen Silberscheiben sogar brennen kann.

Die Audioeigenschaften der meisten Geräte ließen auch im MP3-Betrieb nichts zu wünschen übrig: Unter den vorgegebenen Messbedingungen (siehe Kasten ‘Das Testkonzept’) erzielten die Spieler an ihren Kopfhörerausgängen Dynamikwerte im Bereich zwischen 70 dB/A (Jamba MP480M und Thomson Lyra) und etwa 90 dB/A (Waitec Havin). 70 dB/A sind bei dieser Geräteklasse gerade noch tolerierbar, abso-lut okay sind Werte oberhalb 80 dB/A. Die ermittelten Werte für den Klirrfakor lagen meist weit unter einem Prozent. Lediglich der Beatman I schoss mit gleich zwei Prozent den Vogel ab. Beim Nachfolger, dem Beatman II, der uns auf den letzten Drücker noch erreichte, hat man diese Schwäche behoben. Dessen Wert lag bei akzeptablen 0,13 Prozent.

Viele Player bieten über den Testpegel von 0,25 Veff hinaus am Kopfhörerausgang Leistungsreserven bis zu 0,8 V. Die Lautstärke, die dabei im Ohrhörer entsteht, dürfte allerdings bei längerer Einwirkung zu Gesundheitsschäden an den Ohren führen. Man sollte die Lautstärke auch bei lauten Umgebungsgeräuschen stets vorsichtig dosieren. Allerdings meinen es Thomson und Philips mit ihrer Vorsicht etwas zu gut, sie erreichten nur knapp den geforderten Testpegel, der Lyra lag mit maximal 0,1 Veff sogar deutlich darunter.

Die Frequenzgänge am Ausgang überraschten nicht. Eine Abschwächung von 3 dB bei 50 Hz und 15 kHz ist durchaus normal. Erfreulich auch: Alle Decoder konnten MP3-Dateien mit Frequenzen oberhalb von 15 kHz dekodieren.

Bei besseren Playern kann man das Klangbild über einen einstellbaren Equalizer anpassen oder zumindest zwischen verschiedenen Sound-Presets wählen - einen Bassboost findet man bei fast allen Kandidaten.

Bei den beigepackten Ohr- beziehungsweise Kopfhörern sieht es nicht so gut aus: Kaum ein Hersteller legt seinem Player höherwertige Hörer bei. Die meisten Schmalzbohrer sollte man schleunigst gegen bessere austauschen. Rühmliche Ausnahmen sind hier Freecom, Philips, Thomson und Sonicblue beim SP250.

Doch MP3 ist nicht das einzige Kompressionsformat, das im Testfeld vertreten ist: Die Player von Kenwood, Soul und Sonicblue können auch Windows-Media-Audio-Dateien (WMA) lesen. Das Kompressionsformat aus dem Hause Microsoft fristete bisher ein Schattendasein. Über viele Jahre hatten die Redmonder die Entwicklung im Bereich Audiokompression schlichtweg verschlafen.

Doch spätestens mit WMA Version 8 hat man zur Aufholjagd gegen MP3 angesetzt. Bei WMA-Dateien verspricht Microsoft CD-Qualität schon bei einer Bitrate von 64 kBit/s - wohl etwas zu optimistisch. Im Hörtest ließen sich diese Dateien auch von wenig geübten Ohren leicht vom Original unterscheiden. Zwar klangen sie besser als bei gleicher Bitrate kodierte MP3s, doch in keinen Fall erreichte WMA bei dieser Bitrate die Qualität von 128-kBit-MP3s. Wer unbedingt 22 Stunden Musik auf eine CD bringen will und Qualitätseinbußen in Kauf nehmen kann, sollte zu WMA greifen. Bei Bitraten ab 128 kBit/s ergeben sich keine Vorteile gegenüber MP3.

Die beiden Expanium-Player von Philips können neben MP3 auch AAC-Dateien dekodieren. Aus Sicht von Philips - die an der Entwicklung von AAC beteiligt sind - eine Frage der Zukunftssicherheit. Für den Kunden mangels entsprechender Encoder-Software momentan eher Zukunftsmusik.

Eigentlich sind die MP3-Player auf Basis von 12-cm-CDs nach heutigen Maßstäben kaum noch mit gutem Gewissen als ‘tragbar’ zu bezeichnen. Im Vergleich zu anderem High-Tech-Spielzeug wie Handys sind die Player von Abmessungen und Gewicht her recht wuchtig.

Der Thomson Lyra war mit 395 Gramm das Schwergewicht im Test. Schneider und Panasonic brachten hingegen nur 276 Gramm auf die Waage. Größter Player im Test war Jambas M 120, den man auf Grund seiner Größe (15 x 15 x 3,4 cm3) wohl nur mit dem beiliegenden Tragegurt schultern kann. Demgegenüber macht sich Samsungs MCD-MP67 mit 2,5 mm platt wie eine Flunder. Auch beim Größenvergleich können die 8 cm-Spieler punkten: Der MP 480M von Jamba und Freecoms Beatmans liegen unterhalb von 11 x 11 cm2.

‘Shake it, Babe’ - und trotzdem soll der Sound niemals abreißen. Erste Voraussetzung für ungetrübten Musikgenuss in unruhigen Zeiten ist natürlich ein unempfindliches Laufwerk - der kleine Expanium von Philips erwies sich bei unseren Tests als besonders hart im Nehmen. Um die Schocksicherheit noch zu steigern, statten fast alle Hersteller ihre Geräte mit Pufferspeicher aus, der den Sound in Gang hält, falls der Laser mal ins Leere zielt. Lediglich Pines D’music läuft im Audio-Betrieb ganz ohne Sicherheitsreserve.

Bei sinkenden Speicherpreisen verwundert es kaum, dass auch bei unseren Kandidaten Pufferspeicher zunehmend großzügiger eingesetzt wird: Der brandneue Freecom Beatman II bringt es wie der Riovolt SP250 und der Havin mit 8 MByte Speicher auf 480 Sekunden Puffer im MP3-Betrieb.

Doch wird der Puffer meist weniger zur Schocksicherung als zur Energieersparnis eingesetzt: So liest zum Beispiel der Grundig Mystixx seinen 200-Sekunden-Speicher voll und stoppt dann das CD-Laufwerk, um Strom zu sparen. Erst wenn der Speicher kaum noch Musik enthält, beginnt die Scheibe erneut zu rotieren. Das verlängert zwar die Laufzeit, für den optimalen Ausfallschutz müsste das Gerät jedoch eher versuchen, den Puffer ständig voll zu halten, um für zukünftige Leseausfälle gewappnet zu sein.

Andere Player wie der ID3 Superstar verfolgen diese Strategie der maximalen Pufferbestückung - allerdings auf Kosten der Laufzeit. Wünschenswert wäre hier eine Wahlmöglichkeit zwischen Energiesparen für den Hausgebrauch und maximaler Schocksicherheit beim Joggen.

Mobil ist man immer nur so lange, wie die Batterien halten. Auf 22 Stunden brachte es der Kenwood bei unserem Laufzeittest, war dabei allerdings durch ein anschraubbares Extra-Batteriefach gedopt. Doch auch mit der Standardbestückung von zwei AA-Batterien lieferten Souls DMP-01 und der baugleiche Riovolt SP90 erfreuliche 15,5 Stunden MP3-Vergnügen.

Auffallend viele Player werden inzwischen mit NiMH-Akkus ausgeliefert, die man bequem im Gerät laden kann. Doch hier ist Vorsicht geboten: Ihre volle Kapazität und die maximale Lebenserwartung erreichen Akkus dieses Typs nur, wenn sie sorgsam behandelt werden. Defekte Akkus durch falsche Ladespannung, zu lange Ladezeiten und häufige Teilentladung führen dazu, dass so mancher nach der ersten Akku-Euphorie wieder zu Batterien greift.

Ein guter MP3-CD-Porty sollte dieses durch ein integriertes Akkumanagement verhindern. Ladezeitbeschränkung, Überhitzungsschutz und Entladefunktion: Nur der Expanium 501 und der Riovolt SP250 gehen derart sorgsam mit Akkus um. Bei manch anderen Geräten muss man sich schon den Wecker stellen, um rechtzeitig den Stecker zu ziehen.

Richtig brenzlig wird es, wenn die Ladefunktion auch bei normalen Batterien zuschlägt: Die meisten Hersteller versuchen dies durch eine separate Ladezunge für Akkus zu verhindern. Die Akkus müssen dann um den Minuspol herum isoliert werden, um Kontakt zu bekommen. Anders bei Jamba MP 120 und Pine D’music: Hier werden die Akkus über die normalen Kontaktzungen aufgeladen. Mit Batterien droht dabei akute Überhitzungs- und Auslaufgefahr gefolgt vom jähen Gerätetod. Der englische Warnhinweis im Batteriefach des MP 120 oder gar nur ein Hinweis in der Dokumentation des D’music reichen nicht aus.

Alle Player im Test lassen sich alternativ auch an der Steckdose betreiben. Lediglich Sonicblue sparte beim Lieferumfang des SP90 am dafür notwendigen Netzteil.

Nach der Faustregel ‘ein MByte pro Minute’ passen auf eine 800 MByte große CD über dreizehn Stunden Musik. Um diese Musikfülle unter Kontrolle zu bekommen, bieten sich verschiedene Wege an. Viele Geräte knüpfen an die sinnvolle Aufteilung ‘ein Dateiordner pro umgewandelter CD’ an und bieten separate Tasten, um von einem Album zum nächsten zu springen.

Bei anderen dienen hierzu die Skip-Tasten, mit denen man normalerweise von Track zu Track springen kann. Diese muss man dann jedoch erst durch Drücken einer zusätzlichen Taste vom Track- in den Ordnermodus umschalten. Danach befördern einen die Skip-Tasten zum nächsten Ordner.

Besonders Player, die nur mit einem Zahlendisplay ausgestattet sind, sollten den direkten Ordnersprung beherrschen - ansonsten wird das Durchforsten einer CD zum Blindflug. Besser ist es natürlich, wenn man über ein Textdisplay noch zusätzliche Informationen zum jeweils ausgewählten Titel bekommt. Die MP3-Gemeinde geht beim Hinterlegen von Track-Infos unterschiedliche Wege: Entweder enthält schon der Dateiname Informationen wie Titel, Interpret und Album oder diese sind als ID3-Tag in der MP3-Datei enthalten.

Das Display als Flaschenhals: Stellt es nur Ziffern dar, muss man sich schon vorher mit der MP3-CD auskennen (Roadstar).
Kombinierte Displays können Ziffern und Zeichen darstellen - hier gibt es ID3-Tags oder Dateinamen zu sehen (ID3 Superstar).
Den besten Überblick hat man mit grafischen Displays (Riovolt SP250).

In der Version zwei (ID3v2) können die Tags neben den in ID3v1 enthaltenen Basisinformationen weitere Details zum Stück bis hin zum Liedtext, Erscheinungsjahr oder Coverart enthalten. Wer seine MP3-Sammlung sorgfältig mit Tags versehen hat, sollte die ID3-Unterstützung der Geräte im Auge behalten.

Sind die Track-Infos nach dem Muster ‘Album-Künstler-Titel.mp3’ im Dateinamen hinterlegt, stellt das von den Playern lesbare Dateisystem den Flaschenhals dar. Beim Joliet-Format darf der Dateiname immerhin 60 Zeichen lang sein und Sonderzeichen enthalten. Der Lifetec-Player liest zwar Joliet, stellt jedoch nur die elf ersten Zeichen auf dem Display dar - steht der Interpret am Dateinamensanfang, ist die Unterscheidung von Songs nur bei ‘kurznamigen’ Künstlern möglich. Bei ISO Level 2 darf der Dateiname nur 32 Zeichen lang sein. Player mit Textdisplay, die nur die alte DOS-Konvention ‘8+3’ (ISO Level I) unterstützen, befanden sich nicht mehr im Test.

Bei besseren Playern, wie Riovolts SP250 oder Waitecs Havin, kann man die Titelinformationen für die Navigation nutzen. So lassen sich zum Beispiel alle Stücke eines Künstlers wählen. Beide Player können dabei zahlreiche Informationen auf ihrem vollgrafischen Display gut lesbar darstellen. Selbst der Verzeichnisbaum einer MP3-CD lässt sich so wie in einem Dateimanager überblicken.

Will man eine eigene Abspielreihenfolge festlegen, ist bei den meisten Playern viel Handarbeit nötig. Der Aufwand lohnt sich kaum, zumal fast alle Geräte nach dem Ausschalten die mühsam ertippten Progrämmchen vergessen. Richtig komfortabel ist die Programmierung des DMP-01 und des SP250: Beide unterstützen Abspiellisten im m3u-Format, die man bequem am Computer zusammenklicken und mit auf die CD brennen kann. So lässt sich der Musikbestand einer CD schon am PC mit verschiedenen Playlists verzieren: Eine Zusammenstellung für die Zugfahrt, eine für die Hängematte, eine zum Abreagieren ...

MP3-fähige CD-Spieler müssen mit unterschiedlichsten CD-Formaten klarkommen: Bei den CD-R-Medien zeigten sich die Testkandidaten generell lesefreudig - wenn man bei den gängigen Größen von 650 oder 700 MByte blieb. Die Player von Roadstar und Lik Sang hatten Probleme beim Abspielen von 800-MByte-Rohlingen, die von der Annahmeverweigerung bis zum Absturz reichten. Mit den wiederbeschreibbaren CD-RW-Medien (650 und 700 MByte) gab es ebenfalls wenig Probleme.

Doch auch auf einem 650-MByte-CD-R-Rohling können verschiedene Stolperfallen lauern. Wer zum Beispiel seine Rohlinge stückchenweise brennt, produziert Multisession-CDs. Der Lifetec LT4403 und Mediencoms M-201 konnten jeweils nur die erste Session einer solchen CD lesen. Mit Hybridformaten, die sowohl eine Audio- als auch eine Datenspur enthalten (Mixed-Mode- oder Enhanced-CD), gingen die Laufwerke recht unterschiedlich um. Die verbreiteten Enhanced-CDs (Audio mit zusätzlicher Datenspur für den PC) konnten bis auf den ID3 Superstar von Lik Sang alle Kandidaten lesen. Auf Mixed-Mode-CDs, bei denen zuerst ein Da-ten-, danach ein CD-DA-Track gebrannt wird, reagierten die Geräte recht unterschiedlich: Ein Teil gab nur den MP3-Datentrack, der andere die Audiospur wieder. Nur die beiden Player von Sonicblue, SP90 und SP250, sowie der DMP-01 von Soul stellten den gesamten CD-Inhalt dar. Beim Expanium 501 konnte man manuell zwischen den beiden Session wechseln.

Mit ihrer MP3-Funktion könnten die Geräte eigentlich auch dem CD-Spieler an der heimischen Stereoanlage Konkurrenz machen. Viele Player bieten hierfür zumindest einen separaten Line-Ausgang. Doch zur Wohnzimmertauglichkeit fehlt noch einiges: Zum einen zeigen die Strom- und Audioverbindungen bei den meisten Kandidaten unschön in alle Himmelsrichtungen. Zum anderen vermisst man ein absolutes Muss im Wohnzimmer: die Fernbedienung.

Zwar werden zwölf unserer Kandidaten mit einer Kabelfernbedienung ausgeliefert, dem in bester Fernsehentfernung befindlichen Konsumenten nutzt dies allerdings wenig. Eine Dockingstation mit Ladefunktion und Infrarotempfänger könnte hier Abhilfe schaffen - vielleicht beim nächsten Test. (pen)

[1] Peter Nonhoff-Arps, Marathonläufer, Zwölf mobile und ein stationärer MP3-CD-Spieler im Hörtest, c't 9/01, S. 112 ff.

Da der Besitzer eines MP3-CD-Spielers seine Musikscheiben selbst herstellen muss und es für die Erstellung solcher CDs keine strengen Richtlinien wie das Redbook bei Digital-Audio-CDs gibt, müssen die Player eine Unmenge von unterschiedlichen Medien und Formaten beherrschen: Verschiedene Rohlinge (CD-R, CD-RW unterschiedlicher Hersteller, Größen und Kapazitäten), Brennverfahren (Single- oder Multisession, offen oder abgeschlossen), Dateisysteme (ISO Level 1, ISO Level 2, Joliet), Audioformate (CD-Audio, AAC, MP3, WMA), Bitraten (8 kBit/s ... 320 kBit/s, variable Bitraten), Sampling-Frequenzen (22 kHz, 44,1 kHz, 48 kHz in Mono oder Stereo), Zusatzinformationen (CD-Text, ID3-Tag V1/V2, Playlisten), Dateiordnungsprinzipien.

Zudem interessierte uns, wie lange die Pause ist, die die Player beim Abspielen von MP3 zwischen zwei Tracks einlegen (besonders störend bei Live-CDs), sowie die Dauer vom Einschalten des Spielers bis zum Erklingen des ersten Tons für unterschiedlich strukturierte CDs. Zur Ermittlung der CD-Ladezeiten benutzten wir zwei mit identischen MP3-Dateien gefüllte CDs. Bei der ersten lagen die Dateien wohl geordnet auf dem Datenträger. Die zweite enthielt dieselben Dateien und Ordner, nur lagen hier die einzelnen Dateien wahllos verstreut auf der Silberscheibe, sodass sich die Player die Dateiinformationen beim Laden erst mühsam zusammensuchen mussten. Sicherlich ist eine solche Scheibe ein Extremfall und wird in der Praxis kaum vorkommen, jedoch schreibt kaum ein Brennprogramm die Dateien tatsächlich automatisch in numerischer Reihenfolge auf einen Rohling. In der Tabelle stehen jeweils die Ladezeiten für beide CDs.

Um herauszufinden, welche Situationen die Player meistern und wo die Schwachstellen liegen, malträtierten wir jeden einzelnen Kandidaten mit einem Set von etwa 25 CDs.

Die elektrischen Messungen am Ausgang der MP3-CD-Spieler wurden mittels eines Frequenz-Sweeps (20 Hz bis 20 kHz) sowie eines 1-kHz-Signals mit unterschiedlichen Pegeln durchgeführt. Als Grundlage dienten WAV-Dateien der beiden Signale, die wir mit dem Frauenhofer-Encoder (mp3Producer professional V2.1.47) und einer Bitrate von 128 KBit/s in die entsprechenden MP3-Files überführten.

Um möglichst realitätsnahe und für alle Player gleiche Bedingungen zu schaffen, belasteten wir die Ausgänge der Spieler mit 30-[OMEGA]-Ausgangswiderständen. Das entspricht in etwa dem Durchschnittswert der beiliegenden Ohr- beziehungsweise Kopfhörer. Zur Bestimmung von Frequenzverlauf, Klirrfaktor und Dynamik stellten wir den Pegel am Kopfhörerausgang auf eine Spannung von 0,25 Veff entsprechend -10 dBµ ein. Bei diesem Wert erzielt man an einem guten, niederohmigen Kopf-/Ohrhörer eine hohe, aber noch nicht unangenehme Lautstärke. Das Signal wurde mittels Audioanalyzer UPL von Rhode & Schwarz gemessen. Dieses praxisnähere Messverfahren unterscheidet sich von dem bisherigen, bei dem wir Frequenzgang, Dynamik und Klirrfaktor bei gerätespezifischen Pegeln gemessen haben (3 dB unter dem Pegel, bei dem ein Prozent Klirr auftrat). Die Messergebnisse sind also nicht mehr mit denen vergangener Tests vergleichbar.

Die klangbestimmenden Elemente der tragbaren MP3-CD-Spieler sind jedoch nicht die Player, sondern eindeutig die beigefügten Ohr- oder Kopfhörer. Wir testeten deren Frequenzgänge jeweils zusammen mit den zugehörigen Playern, um eventuelle Klang- oder Impedanz-Anpassungen für das Zusammenspiel von Player und Hörer mit zu berücksichtigen.

Die Hörer wurden an einem Kunstkopf (Head and Torso Simulator 4128) von Brüel & Kjær gemessen, den uns das Messlabor der Firma Sennheiser freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Das Signal gelangte über einen Vorverstärker (Microphone PowerSupply, Brüel & Kjær Type 2801) zum Audioanalyzer UPL. Als Testsignal benutzten wir denselben Frequenz-Sweep wie bei den elektrischen Messungen.

Falls notwendig, wurden die Ohrhörer mit Schaumstoffpölsterchen versehen. Damit lässt sich bei einigen Modellen der Frequenzgang von vornherein ebenmäßiger halten, da durch diese Maßnahme weniger Resonanzen auftreten, die aufgrund von ‘undichten’ Stellen beziehungsweise Luftschlitzen zwischen Proband und Kunstohr entstehen. Eine leichte Dämpfung hoher Frequenzen, die durch die Ohrpolster hervorgerufen wird, nahmen wir dabei bewusst in Kauf.

Darüber hinaus führten wir mit den Playern ausgiebige Hörtests sowohl mit den beigefügten Ohr- beziehungsweise Kopfhörern als auch zu Vergleichszwecken mit einem Koss portaPro durch.

Die Laufzeiten ermittelten wir in einem Dauertest, während dessen der Spieler immer wieder dasselbe Musikstück abspielte. Wir fütterten alle Player mit derselben Sorte von Alkaline-Batterien oder - falls im Lieferumfang enthalten - mit den beigefügten Akkus. Die Zeit wurde gestoppt, wenn sich der Kandidat entweder selbst abschaltete oder der Ausgangspegel unter einen bestimmten Wert rutschte.

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