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AMD Epyc: Die ersten Server-Mainboards von Supermicro und Tyan

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Nach dem Start des AMD Epyc kommen nun die ersten passenden Mainboards mit einer oder zwei "SP3"-Fassungen.

Gestern hat AMD den Serverprozessor Epyc mit dem 32-Kern-Flaggschiff AMD Epyc 7601 [1] offiziell vom Stapel gelassen. Nun folgen die dazu passenden Serverboards mit einer oder zwei Fassungen vom Typ SP3, die 4094 Federkontakte für das "Land Grid Array"-(LGA-)Gehäuse des Epyc hat.

Supermicro und Tyan verkaufen diese Serverboards auch schon eingebaut in Server-Barebones, die man noch mit Prozessoren, RAM, SSDs/Festplatten und PCIe-Karten bestücken muss. Solche Barebones sind die Basis für Server kleinerer Anbieter, die sich nicht wie die Marktführer HPE, Dell/EMC, Lenovo, Inspur, Huawei, Cisco oder Fujitsu die Entwicklung eigener Mainboards leisten.

Supermicro kündigt das Dual-Socket-Mainboard H11DSi [2] und die Variante H11DSi-NT an; letztere ist mit dem 10GBase-T-Adapter Intel X550 bestückt, der zwei 10GbE-Ports bereitstellt. Die Board-Version ohne "-NT" komtm mit Gigabit Ethernet. Das H11DSi passt sowohl in Rack-Chassis als auch in klassische Tower-Gehäuse. Zwei OCuLink [3]-x4-Buchsen stehen für Kabel zur NVMe-Backplane bereit.

Server-Mainboards für AMD Epyc (0 Bilder) [4]

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Für flache Rack-Server mit 1 oder 2 Höheneinheiten (1 HE/2 HE) ist das Supermicro H11DSU-iN [6] gedacht, welches Supermicro auch in den Barebones A+ Server AS-1023US-TR4 [7], AS-1023US-TN10RT, AS-1123US-TR4, AS-2023US-TR4 und AS-2123US-TN24R25 einsetzt. Hier gibt es verschiedene Ausstattungsvarianten mit 10 Gigabit Ethernet (10GbE), 25 Gigabit Ethernet (25GbE) und Backplanes für PCIe-NVMe-SSDs in den Bauformen U.2 – für Hot-Swap-taugliche Backplanes – und M.2, letztere eher zum Booten des Betriebssystems oder als Cache. Das H11DSU-iN hatte AMD auch für erste SPEC-Benchmarks verwendet.

Später soll von Supermicro noch das Single-Socket-Board H11SSL-i mit den Varianten H11SSL-C und H11SSL-NC kommen. Darauf stehen bis zu 16 SATA-6G-Ports bereit sowie sechs PCIe-Slots (3 × PCIe 3.0 x16, 3 × PCIe 3.0 x8) und ein SAS3008-Chip für acht SAS-Disks.

Tyan – Server-Tochter des Auftragsfertigers Mitac – stellt erst einmal nur das Single-Socket-Mainboard Tyan S8026 vor, das auch im Barebone Tyan TN70A-B8026 [8] steckt. Der 2 HE hohe Barebone ist vor allem für Storage-Systeme gedacht, denn seine Backplane ist für 24 NVMe-SSDs im U.2-Format ausgelegt. Für die 64 PCIe-3.0-Lanes zu den SSDs sind dank der 128 PCIe-Lanes im Epyc keine Switches nötig. Die Verbindung zwischen Mainboard und Backplane erfolgt über OCuLink-x8-Kabel, dafür stehen acht OCuLink-(SFF-8611-)Buchsen bereit.

Fassung LGA4094 AMD Socket SP3
LGA4094-Fassung AMD Socket SP3 (Bild: Supermicro)

Die restlichen 64 PCIe-Lanes verteilt Tyan auf zwei PCIe-x24-Slots für Mezzanine-Karten nach OCP-Standard (Open Compute Project) sowie auf M.2-Slots und Ethernet-Adapter.

Beim genaueren Blick auf die SP3-Fassung fällt auf, dass der Epyc in seiner großen LGA4094-Fassung mit drei Schrauben befestigt wird, die den Prozessor mit einem Rahmen auf die Kontaktfedern pressen.


URL dieses Artikels:
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/AMD-Epyc-legt-los-3748615.html
[2] https://www.supermicro.nl/Aplus/motherboard/EPYC7000/H11DSi.cfm
[3] https://www.heise.de/meldung/PCI-Industrievereinigung-attackiert-zum-Jubilaeum-Thunderbolt-1637546.html
[4] https://www.heise.de/ct/bilderstrecke/bilderstrecke_3751126.html?back=3750868
[5] https://www.heise.de/ct/bilderstrecke/bilderstrecke_3751126.html?back=3750868
[6] https://www.supermicro.nl/Aplus/motherboard/EPYC7000/H11DSU-iN.cfm
[7] https://www.supermicro.nl/Aplus/system/1U/1023/AS-1023US-TR4.cfm
[8] http://www.tyan.com/Barebones_TN70AB8026_B8026T70AV16E8HR