Adreßbuch für Datenreisende

URL Manager (Pro) für den Macintosh

Wissen | Hintergrund

Um sich die interessantesten Adressen auf der Reise durchs Internet zu merken, gibt es in nahezu jedem Programm ein Bookmark-Menü. Doch kaum eines ist zu einem anderen kompatibel. Warum die Adressen nicht zentral in einem Programm verwalten, das sich darauf spezialisiert hat?

WWW-URLs, ftp-Server, Newsgruppen oder EMail-Adressen - spätestens nach einigen Wochen im Internet hat sich so viel angesammelt, daß man den Überblick verliert. Merken kann man sich allenfalls einfache Adressen wie www.apple.com, aber bei komplizierten URLs (Uniform Resource Locator) gelangt man schnell an die Grenzen des menschlichen Gehirns.

Wer seine Bookmarks proprietär in jeder Internet-Client-Anwendung sammelt, hat viele Dateien auf unterschiedlichem Stand. Wo vielleicht der Browser seine Bookmarks noch exportieren kann, importiert sie womöglich das EMail-Programm schon nicht mehr. Und so mancher mußte sich von einem Browser im Betastadium die liebevoll gepflegten Adressen auf einen Schlag zerschießen lassen. Alco Bloms URL Manager macht all diesen Sorgen ein Ende.

Der prinzipielle Aufbau eines Bookmark-Dokuments ähnelt dem der Mac-Oberfläche: Man legt Ordner an, um einzelne URLs unter Oberbegriffen zusammenzufassen. Der Übersicht halber kann man die Ordner wie im Finder ein- und ausklappen. Adressen gelangen auf verschiedenen Wegen in ein Dokument. Die beschwerlichste Möglichkeit ist die direkte Eingabe, vergleichbar mit einer Namensänderung im Finder. Weitaus eleganter ist die Übernahme der aktuellen URL via Menübefehl oder Hotkey. Noch einfacher geht's per Drag & Drop aus einem Browser oder einem anderen Programm heraus auf ein URL-Dokument. Darüber hinaus stehen einige Menübefehle zur Verfügung, die das Importieren von Adressen aus Netscape-, Fetch- und Anarchie-Sammlungen sowie aus Text- und HTML-Dateien zu einem Kinderspiel machen. Ebenfalls als nützlich erweist sich das Feature 'Grab All From Web Page', das dem flinken Adressenklau mittels Netscape den Weg ebnet.

Natürlich würden all die gesammelten URLs nicht viel nützen, wenn man sie wieder in die jeweilige Internet-Applikation zurückkopieren müßte - muß man aber nicht, denn der Manager arbeitet eng mit Internet Config zusammen und übermittelt auf diese Weise den gewünschten URL per Doppelklick oder Open-Befehl an die entsprechende Helper-Applikation. Einmal gesammelte Adressen lassen sich in der registrierten Version nach Name, Label und URL sortieren; ein Find-Befehl gestattet gezieltes Suchen - bei mehreren hundert URLs unverzichtbar. Praktisch ist auch die Möglichkeit, URLs wie im Finder mit Kommentaren zu versehen oder als 'non-anonymous' zu kennzeichnen; letzteres erlaubt den Schutz via Username und Password. Eine Exportfunktion, die sowohl Textformat als auch HTML und Netscape unterstützt, und ein History-Fenster, das auf Wunsch die Adressen aller besuchten Server protokolliert, runden das Programm ab.

Der mächtigere Bruder, URL Manager Pro, verfügt über PPP-Kommandos und integriert einen Teil der Funktionalität als Shared Menus in einem Internet-Client, so daß dauerndes Umschalten zum Kopieren einzelner URLs entfällt. Vom Autor gibt es außerdem einige kostenlose Erweiterungen, zum Beispiel ein Control-Strip-Modul sowie ein Eudora-Plug-in. (se)


URL Manager 1.3v1 (urlm.hqx, Shareware, 15 US-$) sowie URL Manager Pro 1.3v3 (pro.hqx, Shareware, 25 US-$) gibt es auf http://www.url-manager.com sowie in der c't-Mailbox.

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