Ärger mit Elster: Liebes Finanzamt!

Ärger mit Elster: Liebes Finanzamt!

@ctmagazin | Editorial

Im vergangenen Jahr habe ich mich breitschlagen lassen, die Lohnsteuererklärung anstatt mit ElsterFormular mit Elster online abzugeben.

Im vergangenen Jahr habe ich mich breitschlagen lassen, die Lohnsteuererklärung anstatt wie bisher mit ElsterFormular mit Elster online abzugeben. Versprochen war, dass eine Datenübernahme im Folgejahr möglich sein würde.

Nun musste ich leider feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Weder habe ich nun eine Datei, aus der ich die Daten wieder in ElsterFormular übernehmen könnte, noch besteht die Möglichkeit, dies in Elster online zu tun. Der Grund ist mir nicht nachvollziehbar. Auch kann ich die Daten aus unseren elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen nicht übernehmen.

Es verhielt sich 2018 wie folgt: Wir haben wie im Vorjahr die dem Finanzamt von unseren Arbeitgebern übermittelten Einnahmen erzielt. Diesen Daten sind auch unsere Vorsorgeaufwendungen zu entnehmen. Unsere Kinder haben das ganze Jahr bei uns gewohnt, keine eigenen Einnahmen gehabt und wir haben das gesetzliche Kindergeld für beide bezogen. Anhand dieser Angaben und den Ihnen vorliegenden Daten müsste die Steuer für 2018 bereits festsetzbar sein.

Ich würde die Erklärung ja gern elektronisch abgeben, aber wie geschildert ist dies mangels Datenübernahmemöglichkeit und mangels Zugriffs auf die elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen nicht möglich. Supportanfragen bei Elster haben nur ergeben, dass ich mich an das liebe Finanzamt wenden soll. Die Beantragung einer Fristverlängerung war über Elster online in Niedersachsen auch nicht möglich. Eine De-Mail-Adresse, über die gemäß Abgabenordnung schriftliche Anträge gestellt werden könnten, hat das liebe Finanzamt auch nicht.

Es ist zum Heulen, dass es immer noch nicht möglich sein soll, einen einfachen Steuerfall wie den unseren mit ein paar Mausklicks zu erledigen. Ich habe dafür eigens einen elektronischen Personalausweis nebst dazugehöriger Technik. Ich habe einen De-Mail-Account und so weiter. Aber die Ämter schaffen es nicht, diese mit Steuergeldern entwickelten Techniken auch zu nutzen. Wirklich zum Heulen.

Mit freundlichen Grüßen

Tim Gerber, Gekürzte Fassung einer E-Mail des Autors an sein zuständiges Finanzamt, die bei Redaktionsschluss schon acht Tage einer Antwort harrte. (tig)


Dieser Beitrag stammt aus c't 19/2019.

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