Aldi-Notebook Akoya E6424 mit schnellster Intel-GPU Update

Aldi-Notebook Akoya E6424 mit schnellster Intel-GPU

Test & Kaufberatung | Test

Das Aldi-Notebook Medion Akoya E6424 zählt zu den ersten Geräten mit Intels leistungsstärkerer integrierter Grafikeinheit Iris 550. Für 600 Euro bringt es ein IPS-Full-HD-Display sowie eine SSD plus Festplatte mit.

Weil seit Jahren in jedem Mobil-Prozessor (und davor in den meisten Notebook-Chipsätzen) integrierte Grafikeinheiten stecken, ist der Chip-Gigant Intel der weltgrößte GPU-Hersteller nach Stückzahlen. Die eingebauten GPUs reichen für das Arbeiten mit Desktop-Anwendungen, die Wiedergabe von HD- und 4K-Videos oder das Anschließen von zwei Monitoren zusätzlich zum Notebook-Display aus – mehr Grafikleistung brauchen nur Spieler.

Doch selbst bei diesen will Intel den Konkurrenten AMD und Nvidia das Feld nicht kampflos überlassen: Abseits der normalen integrierten Grafikeinheiten gibt es seit mehreren Jahren auch leistungsstärkere Varianten mit mehr Shadern, die unter dem Marketing-Namen Iris laufen. Eines der ersten Notebooks mit einer Iris-GPU der aktuellen Skylake-Generation ist das Aldi-Notebook Medion Akoya E6424 mit dem Prozessor Core i5-6267U. Aldi Nord, Aldi Suisse und Hofer (Österreich) verkaufen das Akoya E6424 ab dem 28. April für 600 Euro.

Der Full-HD-Bildschirm des Akoya mit 15,6 Zoll Diagonale ist dank IPS-Technik blickwinkelunabhängig, doch er spiegelt stark. EIne Touch-Oberfläche hat Medion nicht eingebaut. An der Verarbeitung des Vollplastikgehäuses gibt es nichts auszusetzen; Deckenaußenseite und Handballenablage imitieren Metalloberflächen. Die Tastatur bietet einen gut spürbaren Druckpunkt und nahezu dieselbe Tastengröße wie bei Desktop-Tastaturen. Das Layout ist gelungen, sogar die vier Cursor-Tasten sind gleich groß – wenngleich dadurch die 0-Taste des Ziffernblocks nicht die übliche Überbreite aufweist. Eine Tastenbeleuchtung fehlt ebenso wie separate Maustasten am Touchpad.

Das WLAN-Modul beherrscht 5 GHz und spricht 11ac, allerdings mit nur einem Datenstrom. An älteren Hotspots, die nur gemäß IEEE 802.11n funken, gibt es also bestenfalls 150 MBit/s Brutto-Datenrate; in der Praxis liegen die nutzbaren Datenraten gemäß unseren Messungen deutlich darunter. Per LAN-Kabel bekommt man Gigabit-Ethernet. Der per USB 2.0 angebundene Kartenleser bremst schnelle SDXC-Karten aus. Zum Anschluss externer Monitore stehen je eine VGA- und HDMI-Buchse bereit; 4K-Displays lassen sich über letztere nur mit 30 Hz ansteuern.

Die Vorinstallation von Windows 10 Home enthält etliche Desktop-Verknüpfungen zu verschiedensten Aldi-Diensten sowie Software-Beigaben. Da Windows auf einer 128-GByte-SSD residiert, fühlt es sich trotz der Beigaben flott an; zusätzlich ist eine 1-TByte-Platte vorhanden. Wer Daten auslagern möchte, kann sie nicht nur per USB 3.0 auf externe Sticks oder Festplatten packen, sondern auch über das optische Laufwerk auf CDs oder DVDs.

Massenspeicher, RAM-Module und WLAN-Adapter sind über eine verschraubte Bodenplatte zugänglich.
Massenspeicher, RAM-Module und WLAN-Adapter sind über eine verschraubte Bodenplatte zugänglich.

Die im Akoya E6424 intergrierte Grafikeinheit Iris 550 hat doppelt so viele Shader wie die HD 520, die in vielen anderen Skylake-Notebooks zum Einsatz kommt – ergo theoretisch die doppelte 3D-Leistung. Zusätzlich stehen 64 MByte EDRAM als L4-Cache parat, der Engpässe bei Speicherzugriffen verringern sollen. In der Praxis erreicht man dadurch ein ordentliches Plus: Im 3DMark FireStrike haben wir etwas mehr als die eineinhalbfache 3D-Leistung gegenüber der HD 520 gemessen. Damit stößt die Iris 550 in Leistungsregionen von Low-End-Zusatzchips à la GeForce 930 vor und taugt für Spiele mit einfacher 3D-Grafik wie DOTA 2 oder League of Legends. Wer sich auf eines dieser Spiele eingeschossen hat, dem ist es egal, dass die Treiberversorgung durch Intel beim Erscheinen neuer Blockbuster-Titel gegenüber AMD und vor allem Nvidia schlechter ist: Für sehr detailreiche 3D-Welten ist die Iris 550 ohnehin zu lahm.

Intel gesteht Core-i-Prozessoren mit Iris-550-Grafik eine höhere TDP (Thermal Design Power) zu – sie beträgt 28 Watt statt den sonst bei U-Modellen üblichen 15 Watt. Dieses Abwärme-Budget ist allerdings nicht exklusiv für die Grafikeinheit reserviert: Auch die CPU-Kerne dürfen es ausschöpfen, weshalb Intel beim i5-6267U eine hohe nominelle Taktfrequenz von 2,9 GHz vorsieht. Bei längeren Berechnungen wie der Batch-Verarbeitung von RAW-Bildern, in denen die CPU nicht dauerhaft in den noch höheren Turbo-Frequenzen verweilen kann, bricht die Performance also nicht so stark ein wie bei 15-Watt-Modellen. Benchmarks untermauern das. Im Cinebench schafft der Core i5-6267U (28 Watt) deutlich höhere Ergebnisse als der Core i7-6500U (15 Watt) mit 2,5 GHz Nominaltakt.

Im Medion Akoya E6424 arbeitet der Core i5-6267U. Der SoC-Prozessor versammelt gleich drei Silizium-Dice auf seiner Trägerplatine, nämlich den Prozessor (Mitte), den bei Iris-Varianten obligatorischen L4-Cache (rechts) sowie den Chipsatz (links).
Im Medion Akoya E6424 arbeitet der Core i5-6267U. Der SoC-Prozessor versammelt gleich drei Silizium-Dice auf seiner Trägerplatine, nämlich den Prozessor (Mitte), den bei Iris-Varianten obligatorischen L4-Cache (rechts) sowie den Chipsatz (links).

Die höhere TDP impliziert grundsätzlich keinen höheren Stromverbrauch, weil sich alle modernen CPUs zum Stromsparen heruntertakten. Im Medion-Gerät stimmt allerdings genau hier etwas nicht: Selbst ohne Rechenlast lief der Prozessor nie mit weniger als 1,3 GHz. Im Test schwankte der Takt beim Nichtstun in der Regel sogar zwischen 1,4 und 1,7 GHz, statt auf unter 1 GHz abzufallen – und schon bei wenigen Prozenten CPU-Last ging der Takt auf über 2 GHz hoch.

Dass die CPU im Akoya E6424 nicht die tiefstmöglichen Schlafzustände einnimmt, hat gleich zwei unschöne Nebeneffekte. So schaltet sich der Lüfter nie vollständig ab, sondern läuft immer leise hörbar mit (0,2 Sone), sobald das Notebook warmgelaufen ist. Unter Volllast bleibt der Lärmpegel hingegen im erträglichen Rahmen (0,7 Sone). Und im Akkubetrieb haben wir bestenfalls rund vier Stunden Laufzeit gemessen, was umgerechnet einem Verbrauch von über 10 Watt entspricht. Angemessen wäre etwa die Hälfte an Verbrauch (respektive das Doppelte an Laufzeit); gut gemachte mobile Core-i- und Core-m-Systeme schaffen sogar unter 4 Watt.

Auf das Problem angesprochen schickte uns Medion die neuere BIOS-Version 218 zu, doch am Taktverhalten änderte sich dadurch nichts. Gegenüber der beim Testgerät ab Werk aufgespielten Version 214 verbesserte sich allerdings die CPU-Performance, die anfangs zu niedrig war. Bei Aldi verkaufte Geräte werden laut Medion mindestens mit Version 217 ausgeliefert; Updates auf neuere BIOS-Versionen soll es ab Verkaufsstart auf Medions Support-Webseite geben.

Möglicherweise hängt das mangelhafte Stromsparen mit der neuen Iris-Grafik zusammen, denn bei abgeschaltetem Display zeigte sich am Leistungsmessgerät, dass das E6424 dann so genügsam war, wie man es von anderen Skylake-Geräten kennt. Ein Treiber-Update auf die bei Redaktionsschluss aktuellsten Intel-Treiber (20.19.15.4380) brachte keine Besserung.

Medion setzt den Core i5-6267U samt Iris-550-Grafik im Aldi-Notebook Akoya E6424 in einer sinnvollen Konfiguration in Szene, doch dem Notebook fehlt der Feinschliff. Am mangelhaften Stromsparverhalten der CPU könnte sich durch ein künftiges BIOS- oder Treiber-Update noch etwas ändern, am Spiegel-Display hingegen nicht. (mue)

Medion Akoya E6424: Daten und Testergebnisse
getestete Konfiguration MD99850
Lieferumfang Windows 10 Home 64 Bit, Cyberlink Media Suite, Cyberlink YouCam 6, Netzteil
Schnittstellen (V = vorne, H = hinten, L = links, R = rechts, U = unten)
VGA / DVI / HDMI / DisplayPort / Kamera L / – / L / – / ja
USB 2.0 / USB 3.0 / USB 3.1 / LAN 2 × R / 2 × L / – / L
Kartenleser / Strom / Docking-Anschluss V (SD) / L / –
<B>Ausstattung<B>
Display AUO B156HAN03.0: 15,6 Zoll / 39,6 cm, 1920 × 1080, 16:9, 141 dpi, 32 ... 258 cd/m², spiegelnd
Prozessor Intel Core i5-6267U (2 Kerne mit HT)
Prozessor-Cache 2 × 256 KByte L2-, 4 MByte L3-, 64 MByte L4-Cache
Prozessor-Taktrate 2,9 GHz (3,3 GHz bei einem Thread)
Hauptspeicher 6 GByte PC3-12800
Chipsatz / mit Hybridgrafik / Frontside-Bus Intel Skylake-U / – / –
Grafikchip (Speicher) int.: Intel Iris 550 (vom Hauptspeicher)
Sound HDA: Realtek ALC269
LAN PCIe: Realtek (GBit)
WLAN / 5 GHz / MU-MIMO PCIe: Intel Dual Band Wireless-AC 3165 (a/b/g/n-150/ac-433) / ja / –
Bluetooth / Stack USB: Intel 4.2 / Microsoft
Touchpad (Gesten) SMB: Elan (max. 3 Finger)
TPM / Fingerabdruckleser TPM 2.0 / –
Massenspeicher SSD + Festplatte: Phison PS3109-S9 + Toshiba MQ (128 + 1000 GByte)
optisches Laufwerk HL-DT-ST GUD0N (DVD-Multi)
Stromversorgung, Maße, Gewicht
Akku / wechselbar / Ladestandsanzeige 44 Wh Lithium-Ionen / – / –
Netzteil 65 W, 347 g, 12,3 cm × 5,1 cm × 3,2 cm, Kleingerätestecker
Gewicht 2,28 kg
Größe / Dicke mit Füßen 38 cm × 26,8 cm / 2,8 ... 2,9 cm
Tastaturhöhe / Tastenraster 2 cm / 18,5 mm × 18,5 mm
Leistungsaufnahme
Suspend / ausgeschaltet 0,6 W / 0,4 W
ohne Last: Display aus / 100 cd/m<+>2<+> / max. Helligkeit 4,8 W / 12,2 W / 14,2 W
CPU-Last / Video / 3D-Spiele (max. Helligkeit) 38,1 W / 18,2 W / 39,9 W
max. Leistungsaufnahme / Netzteil-Powerfactor 65,8 W / 0,6
Laufzeit, Geräusch, Benchmarks
Laufzeit Idle (100 cd/m²) / WLAN (200 cd/m²) 4,1 h (10,7 W) / 3,1 h (14,1 W)
Laufzeit Video / 3D (max. Helligkeit) 3,3 h (13,4 W) / 1,2 h (36,8 W)
Ladezeit / Laufzeit nach 1h Laden 1,8 h / 2,2 h
Geräusch ohne / mit Rechenlast 0,2 Sone / 0,7 Sone
Massenspeicher lesen / schreiben 431,2 / 143,5 MByte/s
IOPS (4K) lesen / schreiben 32678 / 19579
Leserate Speicherkarte (SD / xD / MS) 27,4 MByte/s / – / –
WLAN 802.11n 5 GHz / 2,4 GHz (20m) 17,3 / 7,1 MByte/s
Qualität Audioausgang / Dynamikumfang ++ / -95,2 dB(A)
CineBench R11.5 Rendering 32 / 64 Bit (n CPU) 3,49 / 3,73
CoreMark Single-/Multi-Core / GLBench 16334 / 44980 / 816 fps
3DMark (Ice Storm / Cloud Gate / Sky Diver / Fire Strike) 88917 / 7709 / 5671 / 1313
Preis und Garantie
Straßenpreis Testkonfiguration 600 €
Garantie 3 Jahre
++ sehr gut + gut ± zufriedenstellend - schlecht -- sehr schlecht

Pünktlich zum Verkaufstart hat Medion die neue BIOS-Version 220 auf seiner Support-Webseite zum Download bereitgestellt. Obwohl der CPU-Takt weiterhin nicht unter die 1-GHz-Marke abfällt, stimmt jetzt der Stromverbrauch: In einer Nachmessung hat das Akoya E6424 über achteinhalb Stunden Laufzeit (Idle, 100 cd/m²) erzielt.

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