Aldi-Notebook Medion Erazer P7644 im Test Update

Aldi-Notebook Medion Erazer P7644

Test & Kaufberatung | Kurztest

Bild: Medion

Wer bei Notebooks vom Lebensmitteldiscounter nur an besonders günstige Geräte denkt, muss umlernen: Ab dem 21.12.2015 gibt es bei Aldi Süd einen 17-Zöller für 900 Euro, der sich dank Mittelklasse-Grafikchip auch für Spieler eignet.

Kurz vor den Feiertagen richtet sich Aldi Süd mit einem 17-Zoll-Notebook an Spieler: Im Erazer P7644 (MD99650) steht dem Core-i7-Doppelkern aus Intels aktueller CPU-Generation Skylake der Mittelklasse-Grafikchip Nvidia GeForce GTX 950M zur Seite. Letzterer liefert genügend Leistung, um aktuelle 3D-Spiele in der Full-HD-Auflösung des Bildschirms flüssig darzustellen – wenngleich man die Detail- und Effektregler nicht aufs Maximum aufdrehen kann. Für einen 17-Zöller mit Gaming-Ambitionen sind die gewählten Komponenten aber eher mau: Üblicherweise findet man dort Vierkern-CPUs und High-End-GPUs vor; Dell verwendet dieselben Chips im deutlich kompakteren Alienware 13.

Der mattierte Full-HD-Bildschirm des wie üblich von Medion stammenden Notebooks leuchtet mit bis zu 270 cd/m2 und hat IPS-typisch keine nennenswerte Blickwinkelabhängigkeit. Auch die restliche Ausstattung kann sich sehen lassen – und zwar sowohl hinsichtlich der Ausrichtung als auch des Preises von 900 Euro. 8 GByte Arbeitsspeicher reichen für Spiele aus, deren Ladezeiten dank einer 256-GByte-SSD gering ausfallen. Größere Datenmengen können auf einer zusätzlich vorhandenen 1-TByte-Festplatte gelagert werden. Die Verbindung zu Netzwerken erfolgt kabelgebunden per Gigabit-Port oder drahtlos per 11ac-WLAN (maximal 867 MBit/s brutto).

Eine USB-3.1-Buchse im neuen Typ-C-Format liefert SuperSpeed+-Transferraten (10 GBit/s), die von einem Zusatz-Controller von ASMedia bereitgestellt werden. Auf weitere Nutzungsmöglichkeiten wie DisplayPort oder ThunderBolt 3, die die Typ-C-Buchsen anderer Notebooks alternativ bieten, muss man beim P7644 verzichten. Drei weitere USB-Buchsen sind im herkömmlichen Typ-A-Format gehalten. Eine davon spricht USB 3.0 (5 GBit/s), die beiden anderen nur USB 2.0 (480 MBit/s). Zum Anschluss externer Monitore stehen je eine HDMI- und VGA-Buchse bereit.

Das Gehäuse-Design fällt für ein Gaming-Notebook recht dezent aus. (Bild: Medion)

Die normalgroßen Tasten überzeugen mit ausreichend Hub und gut spürbarem Druckpunkt; selbst bei größerem Druck biegt sich die Tastatur nicht durch. Ziffern- und Cursor-Block wurden nicht gestaucht. Das Touchpad unterstützt Gesten mit bis zu drei Fingern, bietet aber keine separaten Maustasten – nicht nur Spieler werden deshalb wohl eine externe Maus anschließen.

Selbst bei geringen Systemlast rauscht der Lüfter mit 0,3 Sone immer leise hörbar. Unter anhaltender Rechenlast auf CPU und GPU dreht er auf akzeptable 1,0 Sone auf. Zur Wartung erreicht man ihn nach Abschrauben der Bodenplatte. Aufrüstwillige finden dort alle wechselbaren Komponenten (2,5-Zoll-Festplatte, M.2-WLAN, M.2-SSD); einer der beiden RAM-Slots ist ab Werk unbestückt.

Medion fixiert auch den Akku am hinteren Geräteende mit Schrauben. Im c't-Labor hielt er bestenfalls fünf Stunden durch. Haben CPU und GPU viel zu tun, muss das P7644 schon nach eineinhalb Stunden wieder ans Netzteil.

In Medions Webshop findet man eine sehr ähnliche Ausstattungsvariante desselben Notebook-Barebones unter der Bezeichung Erazer P7643 (MD99464), die man auch abseits der Aldi-Aktion kaufen kann. Dessen Preis-Leistungs-Verhältnis ist allerdings spürbar schlechter: Es kostet mehr (1050 statt 900 Euro), obwohl die SSD knapper bemessen ist (128 statt 256 GByte), die Akkulaufzeit rund ein Drittel geringer ausfällt (4- statt 6-Zellen-Akku) und der Garantiezeitraum nur zwei statt wie bei Aldi drei Jahre beträgt. Die Limitierungen bei Akku und Garantie betreffen auch die anderen P7643-Modelle von Medion, die zwischen 950 und 1150 Euro kosten.

[Update 28.11.2016: Medion und Aldi legen das Erazer P7644 im Dezember 2016 unter dem Namen Erazer P7648 neu auf. Im P7648 stecken 16 statt 8 GByte Arbeitsspeicher und der Doppelkern-Prozessor Core i7-7500U aus der siebten Core-i-Generation (Kaby Lake), der eine etwas höhere Rechenleistung als der Core i7-6500U des Vorgängers liefert. Die Laufzeit des P7648 beträgt bis zu 6,5 Stunden. An allen anderen Aspekten hat sich nicht geändert.] (mue)

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