Aldi-Notebook mit Broadwell-CPU im Kurztest Update

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Aldi Nord verkauft ab dem 29.1. Medions 17-Zoll-Notebook Akoya E7416, in dem ein Prozessor der frisch vorgestellten fünften Core-i-Generation arbeitet. Wir haben das Gerät schon jetzt im Labor getestet.

Medion Akoya E7416

Das Akoya E7416 ist das erste Notebook im c't-Labor, in dem ein Core-i-Prozessor der fünften Generation (Broadwell) zum Einsatz kommt – entsprechend gespannt waren wir auf die Leistungswerte des Core i5-5200U (2,2 GHz, mit Turbo bis 2,7 GHz). Er schafft im CineBench R15 259 Punkte. Das ist erwartungsgemäß etwas mehr als der direkte Vorgänger i5-4200U (231 Punkte), aber kein Riesenschritt: Der i7-4600U aus der Haswell-Generation lieferte bereits 276 Punkte.

Im Akoya E7416 steckt ein Core i5 der fünften Generation.

Ähnlich sieht es bei der integrierten Grafik namens HD 5500 aus: Mit rund 44 000 Punkten im 3DMark IceStorm liegt sie vor der HD-4400-Einheit des i5-4200U (38 000 Punkte), aber hinter der ebenfalls HD 4400 getauften GPU des i7-4600U (50 000 Punkte). Für 3D-Grafik jenseits der Sims-Spiele oder Google Earth reicht es weiterhin nicht, denn mit detailreichen Spielwelten aktueller Blockbuster-Spiele ist die Grafikeinheit überfordert. Immerhin: Da der i5-5200U laut offizieller Intel-Preisliste genau so viel kostet wie der bisherige i5-4200U, bekommt man jetzt etwas mehr Leistung fürs gleiche Geld.

Der Vier-Zellen-Akku (43 Wh) des Medion-Notebooks hält bei 200 cd/m2 Bildschirmhelligkeit und geringer CPU-Last gut sechs Stunden durch. Der Verbrauch von umgerechnet rund sieben Watt ist für einen 17-Zöller mehr als ordentlich, stellt doch der Bildschirm den größten Verbraucher dar. Zum Vergleich: Gleich große Notebooks mit deutlich lahmeren Atom-Pentiums sind nicht sparsamer. Die von Intel versprochenen Stromspartricks rund um die neue 14-nm-Fertigung funktionieren also.

Laut Verpackungsaufdruck ist der Akku fest eingebaut und kann nicht selbst ausgetauscht werden. Einen fest im Gehäuse verklebten Stromspender gibt es dennoch nicht: Der abnehmbare Akku steckt am hinteren Rand – er ist lediglich mit zwei Schrauben statt dem früher üblichen Riegel fixiert.

Der Lüfter läuft auch bei CPU-Leerlauf konstant mit hörbaren 0,2 Sone. Das fällt in ruhigen Umgebungen störend auf. Unter Rechenlast bleibt der Lärm mit bis zu 0,7 Sone im angemessenen Rahmen. Angesichts der stromsparenden CPU und des großen Gehäuse-Volumens haben wir allerdings bessere Werte erwartet – da merkt man dann halt doch den geringen Notebook-Preis.

Intels WLAN-Modul mit dem sperrigen Namen Dual Band Wireless-AC 3160 funkt im 2,4- wie auch 5-GHz-Band, in letzterem sogar nach IEEE 802.11ac. Weil das Modul aber nur einen Stream unterstützt, benötigt man zwingend einen 11ac-Router, um hohe Datenraten von bis zu 433 MBit/s zu erreichen: Mit einem der weitverbreiteten 11n-Router sind bestenfalls 150 MBit/s drin. Auf der c't-Messstrecke über 20 Meter haben wir rund 122 MBit/s alias 15 MByte/s Nettodatendurchsatz an einer 11ac-Gegenstelle gemessen.

Die Schnittstellen sitzen im vorderen Bereich der beiden Seiten. Für USB-Sticks und andere Peripherie, die man gelegentlich anschließt, ist das praktisch. Allerdings müssen auch Netzwerk- oder Monitorkabel (wahlweise VGA oder HDMI) dort eingesteckt werden – die Strippen nehmen dann viel Platz auf dem Schreibtisch ein. Der Kartenleser ist per USB 2.0 angebunden, kann schnelle SDXC-Kärtchen also nicht ausreizen.

Medion Akoya E7416 (7 Bilder)

Medions 17-Zoll-Notebook Akoya E7416


Trotz der üppigen Gehäuseabmessungen liegt die Tastatur nicht im normalen 19-Millimeter-Raster vor, sondern wird etwas gequetscht (18,5 Millimeter). Die Tasten des Ziffernblocks sind noch schmaler – wer von Desktop-Tastaturen kommt, muss sich erst eingewöhnen. Der Anschlag ist grundsätzlich gut spürbar. Bei unserem Testgerät war die Tastatur in der Mitte allerdings etwas hochgebogen, was das Tippgefühl verwässerte und bei jedem Tastendruck ein lautes Klappern verursachte.

Der Bildschirm ist angenehm matt und mit knapp 250 cd/m2 ausreichend hell. Im Akkubetrieb bleiben davon ab Werk rund 200 cd/m2 übrig. Wer Hand an die Energiespareinstellungen im Intel-Grafiktreiber legt, erhält die volle Helligkeit. Beim Blick von der Seite erscheint das Bild dunkler und wegen des TN-Panels auch mit verfälschten Farben bis hin zu Invertierungen. Bessere Bildschirme bekommt man erst in deutlich teureren Notebooks.

Unser Testgerät hat ein permanent hell leuchtendes (defektes) Pixel, was besonders bei Bildbearbeitung oder Videogucken stört. Sollte so etwas bei einem frisch gekauften Gerät auftreten, kann man dieses umgehend zu Aldi zurücktragen und bekommt dort sein Geld zurück – oder ein neues Gerät, falls noch eins vorrätig ist. Wer das Notebook behalten möchte, der soll sich an den Medion-Support wenden und es zur Prüfung einschicken. Ob das Panel dann getauscht wird, ist allerdings unklar.

Aufrüstwillige können Arbeitsspeicher (zwei Slots, einer davon frei), Festplatte und WLAN-Modul austauschen, wenn sie die mit fünf Schrauben befestigten Bodenplatte abnehmen. Mit eigenmächtigem Aufrüsten verwirkt man allerdings automatisch die Herstellergarantie und ist bei eventuellen Service-Fällen auf Kulanz angewiesen.

Aldi-typisch bekommen Käufer des Akoya E7416 drei Jahre Garantie. Es ist davon auszugehen, dass das Akoya E7416 einige Zeit nach der Aldi-Aktion auch über Medions Webshop erhältlich sein wird – dann aber ziemlich sicher mit nur zwei Jahren Garantie und womöglich mit veränderter Ausstattung zu einem anderen Preis.

Bei einer weiteren Laufzeitmessung mit auf 100 cd/m2 abgedunkeltem Bildschirm schaffte das Akoya E7416 rund siebeneinviertel Stunden Laufzeit, was umgerechnet weniger als 6 Watt Leistungsaufnahme bedeutet. Dies untermauert den geringen Energieverbrauch der Broadwell-Prozessoren: Er liegt auf einem Niveau mit den viel leistungsschwächeren Bay-Trail-Kernen (Pentium Nxxxx, Celeron Nxxxx), die man in vielen günstigeren Notebooks findet. (mue)

Medion Akoya E7416 (MD99460)
Ausstattung 17,3-Zoll-Bildschirm (1600 × 900 Punkte, matt), Intel Core i5-5200U (2,2 GHz, Turbo bis 2,7 GHz), 4 GByte DDR3, Festplatte: HGST TravelStar Z5K500 (500 GByte), DVD-Brenner: TSST SU-208GB, Gigabit-LAN (Realtek), 11ac-WLAN (Intel), Bluetooth 4.0, 2 × USB 2.0, 2 × USB 3.0, VGA, HDMI, Kartenleser
erhältlich bei Aldi Nord (ab 29.01.2015)
Preis / Garantie 500 € / 3 Jahre

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