Angesehen: Gnome 3.2

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Das erste Update von Gnome 3 bindet Online-Dienste enger an die Desktop-Umgebung an. Die Entwickler haben zudem Web Apps integriert, viele kleine Verbesserungen vorgenommen und dabei eine Reihe störender Eigenarten aus der Welt geschafft.

Mit der Freigabe von Gnome 3.2 präsentiert das Gnome-Projekt die erste größere Überarbeitung der dritten Gnome-Generation , die mit dem im April vorgestellten Gnome 3.0 ihre Anfang nahm. Die neue Version beseitigt einige Eigenarten, die Anwender an Gnome 3.0 kritisiert hatten; zudem enthält sie neue Programme, die den Desktop besser an Cloud-Dienste anbinden.

Gnome 3.2 (13 Bilder)

Feintuning

Einige der Unterschiede zwischen Gnome 3.0 und 3.2 zeigen sich erst bei genauerem Hinsehen – etwa die neuen Einträge im Benutzermenü.

Neu in Gnome 3.2 ist das Tool Gnome Online Accounts. Hier können Anwender ihre Zugangsdaten zu Online-Diensten eintragen – etwa die Kontodaten für die Google-Angebote. Andere Anwendungen können die Zugangsdaten bei Gnome Online Accounts abfragen, um damit auf die Cloud-Dienste zuzugreifen.

Unter anderem das Chat-Programm Empathy und das Outlook ähnelnde Evolution greifen auf Gnome Online Accounts zurück. Empathy bezieht darüber Informationen zu IM-Verbindungen und erfordert kaum weitere Einrichtung, wenn der Zugang bei Gnome Online Accounts konfiguriert wurde. Mit den dort gemachten Angaben greift Evolution auf Google Mail zu und gleicht seinen Kalender mit dem bei Google ab. Dort eingetragene Termine erscheinen so auch im via Evolution verwalteten Kalender, der sich hinter der Uhr in der oberen Statusleiste verbirgt.

Im Konfigurationsdialog von Gnome Online Accounts lässt sich für jedes konfigurierte Konto festlegen, ob es zum Abgleich von Mail, Kalender, Kontakten, Chat-Daten und Dokumenten genutzt werden kann. Bei der für diesen Blick auf Gnome 3.2 genutzten Vorabversion von Fedora 16, der eine Vorabversion von Gnome 3.2 beiliegt, ließ sich allerdings nur ein Google-Konto konfigurieren. Bei der Vorstellung von Gnome Online Accounts war angedacht, dass die Software auch Online-Dienste wie Yahoo/Flickr, Exchange oder Facebook unterstützt.

Auch die beiden neuen Programme Contacts und Documents nutzen Gnome-Online-Accounts. Das recht einfach gestrickte Gnome Contacts kann Kontaktdaten anzeigen und verändern, die lokal für Empathy und Evolution sowie entfernt in den konfigurieren Online-Diensten gespeichert sind. Gnome Documents soll einen einfachen Überblick und Zugriff auf lokal oder entfernt liegende Dokumente bieten; auf unseren beiden Testsystemen arbeitete die kaum dokumentierte Software aber nicht.

Ein weiterer Neuzugang ist der im Dateimanager Nautilus nutzbare Schnellanzeiger Sushi. Der "Quick File Previewer" zeigt eine Vorschau der jeweils ausgewählten Datei an, wenn man in Nautilus die Leertaste drückt; betätigt man sie ein weiteres Mal, verschwindet die Anzeige, die schnelle Einblicke in Bilddateien, PDF-Dokumente, Textdateien und eine Reihe anderer Dateiformate gewährt.

Der Gnome-Browser Epiphany kann Websites über einen Eintrag im Datei-Menü in Web-Applikationen verwandeln. Anschließend sind die Web Apps über die Anwendungsansicht der Shell erreichbar und lassen sich zum Dash hinzufügen; nach dem Aufruf wirken sie wie eine Anwendung, da die Webseite ohne GUI-Elemente des Browsers angezeigt wird.

Das kann etwa für häufig benutzte Webseiten wie Facebook, Google+ oder Twitter interessant sein. Die Web-Anwendungen laufen in einem eigenen Prozess, sodass sie von einem Absturz des Webbrowsers nicht gestört werden. Cookies übernimmt die Web App aus dem Browser-Profil. Klickt man in der Web App auf einen Link zu einer anderen Domäne, öffnet Gnome ihn im Webbrowser.

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