Angezockt: Last Wood – zu zweit überleben auf hoher See

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Eine Frau, ein Mann und ein Zitronenbaum sind die letzten Überlebenden einer Apokalypse, die fast die ganze Welt mit Wasser bedeckt hat. Was an eine abgespeckte Version der biblischen Geschichte von Adam und Eva erinnert, ist der Einstieg in das Early-Access-Spiel Last Wood von Just Us, das Ende August 2019 gestartet ist.

Last Wood ist ein Ozean-Survival-Spiel, bei dem man zu Anfang zwei Charaktere auf einer winzigen Planke steuert. Holz liefert ein Zitronenbaum, den man fällen und neu pflanzen kann. So lässt sich die Planke allmählich zu einem Floß ausbauen. Weitere praktische Rohstoffe sammelt man mit herumtreibenden Gegenständen wie Fässer, Kisten und Müllsäcken ein.

Neben allerlei praktischen Dingen spült der Ozean auch Überlebende an, mit denen die Anzahl der spielbaren Figuren auf dem Floß steigt. Ein für ein Survival-Spiel ungewöhnliches Highlight an Last Wood ist die Möglichkeit für zwei Figuren, sich fortzupflanzen. Vorausgesetzt sie haben genug Platz, Privatsphäre und Zeit auf dem Floß, können sie somit die nächste Generation an Floßbewohnern zeugen.

Neben den ganzen schönen Aspekten des Lebens auf einem Floß, handelt es sich doch um eine postapokalyptische Welt. Als echtes Survival-Game haben die Floßbewohner daher auch Feinde: Haie, Fischmenschen und Krakenmonster stehen auf der Tagesordnung. Sie lassen nichts unversucht, um das Boot oder seine Bewohner zu vernichten. Mit selbst gebauten Waffen muss man sich verteidigen und schützen, was einem lieb ist. Dazu kommen noch ganz andere Probleme: faule Crewmitglieder, die keine Lust haben zu arbeiten, Hungertod oder die Gefahr zu ertrinken. Bis wirklich ernstzunehmende Probleme auftauchen und die Kämpfe spannender werden, dauert es allerdings eine ganze Weile.

Dank vieler Crafting-Möglichkeiten kann man sich auch in Last Wood kreativ ausleben. So lässt sich das Floß mit mehreren Etagen und allerlei selbstgebauten Möbelstücken ausbauen. Bei einem Händler kann man zudem seltene Gegenstände zu erwerben. Durch den Ausbau von Technologien, kann man ganze Farmen oder gar Wassergewinnungsanlagen bauen. Im Laufe der Zeit wird so aus der anfänglichen Planke womöglich ein richtiges Kreuzfahrtschiff.

Last Wood - Überleben in der Flut (13 Bilder)

Bei Last Wood startet man mit zwei zufälligen Figuren. Beide (immer ein Mann und eine Frau) haben unterschiedliche Fähigkeiten. Wem die Auswahl nicht passt, kann über das Würfelsymbol eine neue Auswahl bekommen.

Last Wood erinnert zwar durch Umfeld und Spielweise an eine Mischung aus Minecraft und Raft, zeichnet sich jedoch durch einfache Grafik und gleichzeitige Liebe zum Detail aus. Besonders bei der Ausarbeitung der Spielfiguren haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben. Jeder Schiffbrüchige hat eine eigene Hintergrundgeschichte und individuelle Stärken und Schwächen.

Vier verschiedene Schwierigkeitsstufen lassen die Wahl, ob man den Spielfokus auf Survival- oder Crafting-Elemente legen möchte.

Last Wood bietet bereits reichlich Spielspaß, doch man merkt hin und wieder, dass es noch in der Entwicklung steckt. Gelegentliche Bugs tun dem Spielvergnügen zwar keinen Abbruch, gelegentlich bleiben Spielfiguren aber einfach noch stehen und Gegenstände gehen verloren. Auch die Steuerung ist noch verbesserungsfähig. Wen diese Fehler zu sehr stören, der sollte den Entwicklern noch Gelegenheit geben, Fehler zu beheben, bevor er Last Wood ausprobiert. Auch zwei weitere Spielmodi sind noch in der Entwicklung.

Das Ozean-Survival-Game Last Wood ist als Early-Access-Titel auf Steam für 12,49 Euro für macOS und Windows verfügbar. Mit dem Kauf erhält man auch alle künftigen Updates und die finale Version des Spiels. (lmd)