Ansichtssache

Hardcopy 8.1 für Windows 95/NT

Test & Kaufberatung | Kurztest

Was unter DOS eine Selbstverständlichkeit war, fehlt unter Windows 95: der direkte Ausdruck des aktuellen Bildschirminhaltes respektive eines Ausschnittes. Hardcopy schließt diese Lücke und dient darüber hinaus noch als komfortables Screenshot-Utility.

Auf Siegfried Weckmanns Homepage finden sich gleich mehrere nützliche Programme. Allerdings ist sich der Autor über den Unterschied zwischen Freeware und Shareware wohl nicht ganz im klaren. Einerseits erklärt er Hardcopy unmißverständlich zur Freeware, andererseits erwartet er bei Gefallen die Überweisung eines Trinkgeldes in Höhe von 20 DM und beschwert sich, daß das Gros der Anwender sein Programm nicht bezahlen möchte. Deshalb bieten sich Hardcopy's recht nützliche Optionen nur registrierten Anwendern. Es wäre sicher angebracht, Hardcopy zur Shareware zu erklären und einen festen Preis einzuführen, um die Anwender nicht weiter unnötig zu verwirren.

Dies alles kann die Qualität von Hardcopy jedoch nicht mindern. Das sehr gelungene Programm ist die 20 DM auch allemal wert. Von der professionellen Installation (inklusive korrektem Uninstall-Eintrag unter Systemsteuerung/Software) über die besonderen Merkmale bis zur gelungenen Oberfläche merkt man der Software die fortgeschrittene Versionsnummer deutlich an. Die Installationsroutine trägt Hardcopy auf Wunsch in den Autostart-Ordner ein. Ansonsten startet man das Programm wie gehabt, es residiert fortan als Icon im Systemtray der Taskleiste.

Wer zur Dokumentation öfter Ausdrucke von Fenstern oder des gesamten Bildschirms benötigt, kommt zwar auch mit Windows-Bordmitteln zum Ziel. Der Transfer in die Zwischenablage oder der Start von Paint sind zwar umständlich, aber zumutbar. Die Größe und Position des Ausdrucks jedoch bleibt unvorhersehbar. Und zusätzliche Infos (Datum, Uhrzeit) müssen umständlich per Hand hinzugefügt werden. Ist Hardcopy aktiv, führt jede Betätigung der Taste 'Druck' zum Ausdruck des kompletten Bildschirms, 'Alt-Druck' zum Ausdruck des aktuellen Fensters. Das netzwerkfähige Programm fügt auf Wunsch drei Zeilen mit Datum und Uhrzeit, dem Namen des PC und des Benutzers hinzu.

Die übersichtliche Oberfläche erscheint nach einem Klick mit der rechten Maustaste auf das Icon im Tray. Sie erlaubt zusätzlich zum 'Schnelldruck' das Speichern und Laden der Druckdaten, eine sehr nützliche und komfortable Druckvorschau oder das Senden per MAPI direkt an Exchange. Im Bearbeiten-Menü beschränkt sich Hardcopy sinnvollerweise auf wenige grafische Optionen wie Drehen und Spiegeln oder das Ausschneiden eines Teilbereiches per Maus. Die umfangreichen Einstellungsoptionen (wie gesagt: nur für registrierte Anwender!) erlauben eine dedizierte Konfiguration der Verhaltensweise des Programmes in Sachen Ausdruck, Zwischenablage, Tastatur, Sprache, Logging, Farbe-zu-Schwarzweiß-Umsetzung (inklusive Invertieren) bis zu zusätzlichen Kommentarzeilen. Der Ausdruck kann dabei entweder 1:1 oder mit einer automatischen Größenanpassung erfolgen. Zusammen mit den einstellbaren Seitenrändern und der wahlweise horizontalen oder vertikalen Zentrierung bleiben keine Wünsche offen.

Hardcopy benutzt die Zwischenablage, alle Daten stehen damit wie üblich auch in anderen Programmen zur Verfügung. Nach der Abwahl des automatischen Druckens (nichtregistrierte Benutzer brechen einfach den Druckauftrag ab) ist das Programm daher auch zur Erstellung von Screenshots einsetzbar: es kann die Daten in den Formaten TIFF, GIF, JPEG, TGA, BMP und PCX abspeichern.

Alles in allem präsentiert sich Hardcopy als ein äußerst gelungenes und nützliches Tool. (se)


Hardcopy 8.1 (hardcopx.exe, 20 DM), ist bei http://ourworld.compuserve.com/homepages/sweckman/ oder in der c't-Mailbox per Download erhältlich.

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