Apples iPhone-Tricks für immer höhere Bildschirmauflösungen

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Im Laufe der Zeit wurden die Bildschirmauflösungen der iPhones immer höher. Apple hat sich jedoch geschickte Kniffe zur Abwärtskompatibilität einfallen lassen, damit ältere Apps so gut wie möglich aussehen. Für das iPhone 6 Plus sind zusätzliche Tricks notwendig.

Größenvergleich: iPhone 6 Plus, iPhone 6, iPhone 5S (Bild: c't)

In der neuen iPhone-Generation – iPhone 6 und 6 Plus – kommen neue Bildschirmgrößen mit höheren Bildschirmauflösungen zum Einsatz. Das iPhone 6 hat wie seine Vorgänger eine Apple-spezifische Auflösung, das iPhone 6 Plus hingegen ein herkömmliches Full-HD-Panel. Das hat Auswirkungen: Apple musste tricksen, um die Standard-Auflösung mit den anderen, herstellerspezifischen Auflösungen unter einen Hut zu bekommen.

Um zu verstehen, wie iOS mit Bildschirmen unterschiedlicher Auflösung umgeht, fängt man am besten beim allerersten iPhone an. Von iOS darzustellende Objekte werden in einem Koordinationsystem mit 320 × 480 Punkten positioniert – wobei die Koordinaten Gleitkommawerte sind. Die Koordinaten entsprechen den physischen Pixeln des Displays. Die Nachfolger iPhone 3G und 3GS unterscheiden sich in diesem Punkt nicht vom iPhone Classic.

Die erste Änderung erfolgte mit dem Retina-Bildschirm, der im iPhone 4 debütierte. Das Koordinatensystem umfasst weiterhin 320 × 480 Punkte, doch das Retina-Display hat in jeder Richtung doppelt so viele Pixel: 640 × 960. Der Clou: Ein Objekt, das ein Programmierer an einer bestimmten Koordinate platziert, beispielsweise ein Buchstabe, befindet sich bei Nicht-Retina-iPhones an derselben Stelle wie auf einem Retina-iPhone und ist genauso groß. Auf dem Retina-Bildschirm wird der Buchstabe lediglich in doppelter Auflösung gerendert und erscheint daher schärfer.

Beim iPhone 5 (und den hinsichtlich Bildschirm davon abgeleiteten Modellen 5s und 5c) wuchs der Bildschirm in die Länge, was das Seitenverhältnis auf 16:9 änderte. Dementsprechend wurde das Punkteraster gestreckt, nämlich auf 320 × 568 Punkte. Am Rendering mit Faktor 2 hat sich nichts geändert, sodass die fertige Ansicht 640 × 1136 Pixel umfasst. Entwickler mussten mit dem Formatswechel nun allerdings zwei Ansichten für ihre Apps definieren, nämlich eine für das iPhone-5-Format und eine für ältere Geräte.

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