Aus vollen Rohren

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Wenn in einem Science-Fiction-Szenarium ein Überwachungscomputer durchknallt, der dazu auch noch Zugriff auf die aberwitzigsten Kampfmaschinen hat, dann schreit dies förmlich nach einem strategisch gewitzten Spieler, der sich der psychisch gestörten Maschine in den Weg stellt.

Bei Spacetanks trägt man Duelle mit dem bösen Rechner oder auch - viel besser - mit einem menschlichen Kontrahenten von einem (unbewohnten) Planeten zum anderen im Weltraum aus. Mit darauf platzierten zappelnden und wackelnden Panzerchen versuchen die Gegner, die ausgeklügelt nachempfundene Ballistik in den Griff zu kriegen. Gravitationskräfte überwindend und Umlaufbahnen schätzend schickt man Geschosse auf die Reise, um möglichst viel Schaden beim Gegenüber anzurichten. Damit das nicht so einfach ist, gibt es neben den von Runde zu Runde immer wieder anders beschaffenen Planeten der Streithähne noch weitere Himmelskörper, auch schwarze Löcher, Raumwespen, übellaunige Einsiedler und leicht zu beleidigende UFOs. Das unvergessene Ur-„Ballerburg“ grüßt von ferne, auch „Worms“ dürfte beim Spielprinzip Pate gestanden haben. An Abwechslung mangelt es selbst nach Dutzenden von Duellen nicht. Fahrzeuge und Waffen gilt es aus eigener Tasche zu bezahlen. Gewonnene Runden bringen Prämien, und je nach Dienstgrad heimst man Sold ein. Abwägen tut not - leistet man sich einen kostspieligen Panzer mit stabiler Antenne und riskiert, dass dessen Abschuss den Gegner reich macht?

Dank sympathischer Comic-Grafik und einer guten Portion Selbstironie wirkt Spacetanks nicht wirklich kriegerisch. Manche der insgesamt 50 verfügbaren Panzermodelle bestehen angeblich aus Materialien wie Hartholz oder Naturkautschuk, ein anderes soll sich versehentlich selbst entwickelt haben. Auch das äußerst reichhaltige Waffenarsenal glänzt durch Skurrilität. Man beschießt einander mit Kokosnüssen (die auf Planeten mit Atmosphäre für Palmenwälder sorgen), Mülleimern oder auch dem unberechenbaren Raketenpärchen „Erna und Berta“. Krabbelroboter und explosive Flummis kommen zum Einsatz. Es darf ungehemmt gegrinst wer-den. Speziell für zwei Kontrahenten an einem PC gibt es derzeit keine Alternative zu Spacetanks. (Nico Nowarra/psz)

ct.de/0318217

Spacetanks
Vertrieb Pepper Games, www.peppergames.de
Betriebssystem Windows 95/98/ME, 2000/XP
Hardwareanf. 450-MHz-PC, 256 MByte RAM, 8-MByte-Grafik (OpenGL)
Sprache deutsch
Grafik [+]
Sound [±]
Langzeitspaß [++]
techn. Aspekte [+]
USK-Einstufung ohne Altersbeschränkung
Preis 10 EUR

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