Ausgerechnet

Alternative "Taschen"rechner für MacOS

Test & Kaufberatung | Kurztest

Der von Apple dem System traditionell beigeklatschte 'Rechner' mutet selbst im neuen MacOS 8 noch wie ein kastrierter Zahlenträger an. Quasi kompensativ fehlt der Power-Mac-Ergänzung 'Algebra Graph' aber ein einfacher Taschenrechnermodus.

Der Extended Calculator von Niklas Frykholm aus Schweden kann für jeden Geschmack etwas bieten. Gleich aus vier unterschiedlichen Taschenrechnermodi kann der Benutzer den passenden auswählen: für unbedarfte Anwender gibt es den Laien-Modus, dessen Funktionsvielfalt die des Apple-Rechners nur unwesentlich übertrifft. Interessanter wird es da schon im wissenschaftlichen Modus: Neben den üblichen trigonometrischen Funktionen fanden auch Polarkoordinaten ihren Platz, genauso wie Kombinationen, Permutationen und einige wirtschaftsorientierte Funktionen. Eine weitere Spielart ist der Graph-Modus. Der kann sowohl Graphen in karthesischen und Polar-Koordinaten als auch parametrische Graphen behandeln und dabei maximal zwei Funktionen gleichzeitig darstellen. Die Bereiche, die gezeichnet werden, stellt man per Menübefehl ein, mittels Zoom- und Skalierungsoptionen kann man sie leicht verändern. Nett ist die Möglichkeit, undefinierte Bereiche farblich kennzeichnen zu lassen, so erkennt man beispielsweise schnell die gemeinsamen Definitionsbereiche zweier Funktionen - bei singulären Punkten muß der Extended Calculator aber zumeist passen. Der Menübefehl 'Find Intersection' sucht den exakten Schnittpunkt zweier Graphen, soweit es die Rechengenauigkeit erlaubt und nur ein Schnittpunkt in dem ausgewählten Bereich vorliegt. Für alle drei Arten von Graphen sind des weiteren numerische Differentiation und Integration möglich, bei parametrischen sowie polaren Graphen berechnet der Rechenknecht dy/dx beziehungsweise Üy dx.

Ein weiterer Pluspunkt: Der Rechner ist programmierbar. 125 Speicherstellen lassen sich über die Buchstaben a‚z ansprechen - mit Ausnahme des e, das für die Exponentialfunktion reserviert ist. Eine Funktion mem(x) (0 ≤ x ≤ 99) ist ebenso leicht realisierbar, wie einfache Fenster-, Zeichen- und Dialog-Aufrufe für (konditionale) Zuweisungen. So weist ein v:=message('Wert eingeben', value) der Variablen v den eingegebenen Wert zu, zur Flußsteuerung stehen if-else-end- und while-end-Konstrukte zur Verfügung. Dem Programm liegen etliche Beispiele bei, die die Möglichkeiten verdeutlichen. Elegant ist das Gesamtkonzept des Extended Calculator: Nahezu alle Funktionen können in jedem Modus verwendet werden, lediglich die Oberfläche ändert sich.

Bei weitem nicht so leistungsfähig wie das schwedische Programm ist ThufirCalc von Shareware-Tausendsassa Peter Lewis. Es dient vielmehr dem alltäglichen Gebrauch: kein lästiges Kopieren mehr, kein unnötiges Umschalten zwischen Rechner und Anwendungsprogramm - ThufirCalc 'schwebt' in einem floating window sozusagen über den Dingen. Berechnungen übernimmt man per Mausklick auf das Ergebnisregister, ein Druck auf die Tabulatortaste schaltet die Eingabe zwischen aktivem Programm und Rechner um. Die eingebauten Funktionen beinhalten zudem ein paar Schmankerln, beliebige Zahlenbasen lassen sich einstellen. 26 Register sollten genügen, um einfache Berechnungen durchzuführen. Damit ThufirCalc korrekt mit bestimmten Programmen wie zum Beispiel Word zusammenarbeitet, empfiehlt es sich, vorher Matt Slot's Systemerweiterung TSM Fix 1.03 zu installieren - sonst kann schon einmal der eine oder andere Klick verloren gehen. (se)


Extended Calculator 2.03 (Shareware, 5 US-$) findet sich zum Beispiel auf ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/amug/files/educ/calc/extended-calculator-2.03.sit.hqx, ThufirCalc 1.0 (Shareware zum Preis von 10 US-$) etwa auf ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/sci/calc/thu-fir-calc-10.hqx. Beide stehen auch in der c't-Mailbox.

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